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Blitze, Zick zack bei Migräne mit Aura

Etwa zehn Prozent der Deutschen leiden unter Migräne. Das entspricht rund 9 Millionen Menschen, die zeitweilig oder regelmäßig milde bis sehr starke Kopfschmerz-Attacken erleben. Neben der “einfachen” Form der Migräne gibt es noch die sogenannte Migräne mit “Aura”. An ihr leiden Schätzungen zufolge 20 bis 30 Prozent aller Migräne-Patienten. Mediziner sprechen von einer Migräneaura, wenn bei Patienten neben starken Kopfschmerzen weitere neurologische Symptome wie Gefühls-, Seh- und/oder Sprachstörungen auftreten. Häufig berichten Patienten von einem eingeschränkten Sichtfeld, Lichtblitzen oder einer einseitigen Blindheit, die den Schmerzen vorausgeht und sie zusätzlich einschränkt. Eine Behandlung gegen die Aura gibt es bislang nicht, jedoch ist es möglich, die eigentliche Migräne-Attacke durch frühzeitiges Handeln abzumildern.

Welche Ursache hat die Migräne mit Aura?

Bislang gibt es noch keine medizinische Erklärung für die Entstehung einer Migräne mit Aura. Das gilt ebenso für die Form ohne neurologische Begleiterscheinungen. Da in Familien mit Migräne oft mehrere Personen von den Kopfschmerz-Attacken betroffen sind, ist eine genetische Komponente bei der Krankheitsentstehung wahrscheinlich. Zudem können Umweltfaktoren bei der Entstehung einer Migräne eine Rolle spielen. Außerdem vermuten Forscher, dass ein Ungleichgewicht im Serotonin-Haushalt, Fehlfunktionen bei anderen Gehirn-Botenstoffen und Durchblutungsstörungen im Gehirn eine Rolle spielen. Letztere wurden bei Migräne mit Aura nachgewiesen. So konnten Forscher beobachten, wie sich bei einer Migräneaura die Gefäße in bestimmten Hirnarealen verengen. Möglicherweise spielt bei der Gefäßverengung wiederum das Serotonin eine wichtige Rolle.

Welche Symptome treten bei einer Migräne mit Aura auf?

Charakteristisch für diese Form der Erkrankung ist, dass die Symptome der Aura einige Zeit vor Beginn der Kopfschmerz-Attacke einsetzen. Sie sind sozusagen ein Vorbote derselbigen. Nur in wenigen Einzelfällen treten Aura und Migräne zeitgleich auf.

Häufig klagen Betroffene einer Aura über Symptome wie:

  • Sehstörungen
  • eine Einschränkung des Gesichtsfelds
  • Empfindungsstörungen wie Kribbeln und Stechen
  • eine Beeinträchtigung der Geschmacks- und Geruchswahrnehmung
  • Lähmungserscheinungen im Gesicht und an den Gliedmaßen und/oder
  • Sprachstörungen

Oft setzen die Symptome der Aura plötzlich ein und erreichen innerhalb weniger Minuten ihre volle Ausprägung. Die Beschwerden können zwischen zehn Minuten und einer Stunde andauern. Selten halten die Symptome mehrere Tage bis zu einer Woche an. Treten verschiedene Symptome hintereinander auf, kann sich die Gesamtdauer der Aura verlängern.

Wichtig: Da die genannten Symptome auch im Rahmen eines lebensbedrohlichen Schlaganfalls oder einer Hirnblutung auftreten können, ist bei erstmaligem Auftreten der Beschwerden eine sofortige ärztliche Untersuchung ratsam.

Häufigstes Symptom: Plötzliche Sehstörungen

Die Sehstörungen machen den Großteil der Beschwerden im Rahmen einer Aura aus. Sie treten bei 99 Prozent der Migräne-Patienten auf und äußern sich durch das Wahrnehmen von:

  • Doppelbildern
  • grellen Farben
  • Lichtblitzen
  • gezackten Linien und/oder
  • wandernden blinden Flecken
Sehstörungen, unscharf, Licht

© freestocks-photos | Pixabay

Selten können Betroffene auch für die Dauer der Aura auf einem Auge erblinden. Die Sehfähigkeit kehrt jedoch in den meisten Fällen nach spätestens einer Stunde zurück. Typisch für die Migräne mit Aura ist zudem, dass die Sehstörungen sowohl bei geöffneten als auch bei geschlossenen Augen auftreten.

Treten bei Migräne mit Aura immer dieselben Symptome auf?

Bei den meisten Betroffenen einer Migräne mit Aura laufen die Attacken immer nach demselben Muster ab. Während sich die Auren bei vielen Menschen ausschließlich auf visuelle Symptome beschränken, klagen andere vorwiegend über Probleme mit der Sprache, dem Geruchs-, Gefühls- oder Geschmackssinn. In seltenen Fällen vermischen sich die Symptome. Der stets identische Ablauf hat für Betroffene den Vorteil, dass sie sich frühzeitig auf die bevorstehende Kopfschmerz-Attacke vorbereiten und Ruhe suchen können. Im Laufe des Lebens kann sich die Aura verändern. Bemerken Sie im Rahmen Ihrer Migräne neue Symptome, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen. Er kann abklären, ob die Beschwerden auf die Aura oder aber eine andere Erkrankung zurückzuführen sind.

Kommt es bei Migräne mit Aura immer zu Kopfschmerzen?

Nicht zwingend. Die Aura kann auch isoliert ohne begleitende beziehungsweise nachfolgende Kopfschmerzen auftreten. Diese seltene Form der Erkrankung wird auch als “Migräne ohne Kopfschmerzen” oder im Fachjargon als “Migraine-sans-migraine” bezeichnet. Die isolierte Aura ist äußerst selten. Von den 20 Prozent aller Migräne-Patienten, die eine diagnostizierte Aura haben, haben wiederum nur 10 Prozent eine Aura ohne Kopfschmerzen. Besonders häufig ist dies bei älteren Menschen zu beobachten, da mit zunehmendem Alter die Intensität der durch die Migräne verursachten Schmerzen abnimmt. In der Folge treten zwar die Symptome der Aura auf, die eigentliche Kopfschmerz-Attacke bleibt aber aus oder fällt nur sehr mild aus. Die Migräne ohne Kopfschmerzen ist tückisch. So können ernsthafte neurologische Erkrankungen fälschlicherweise als Auren-Symptome wahrgenommen werden. Deshalb sollte insbesondere bei älteren Migräne-Patienten immer eine engmaschige Kontrolle durch einen Arzt erfolgen.

Übrigens: Auch der umgekehrte Fall ist möglich. Patienten, die normalerweise unter einer Migräne mit Aura leiden, können auch Kopfschmerz-Attacken ohne vorausgehende Aura haben.

Wie lässt sich Migräne mit Aura behandeln?

Eine einheitliche, wissenschaftlich etablierte Behandlung für Migräne mit Aura steht bislang nicht zur Verfügung. Auch gibt es derzeit keine medikamentöse Therapie, um die Symptome der Aura zu lindern oder zu stoppen. Allgemein gilt jedoch auch bei dieser Form der Migräne die Empfehlung, in einem abgedunkelten Raum Ruhe zu suchen und wenn möglich zu schlafen. Oft werden die Symptome der Aura dadurch milder und erträglicher.

Als Medikamente kommen bei der Migräne mit Aura die folgenden Schmerzmittel zur Anwendung:

  • ASS (Acetylsalicylsäure)
  • Ibuprofen
  • Paracetamol
  • Triptane

Ob diese Arzneimittel gegen die Aura helfen, ist von Fall zu Fall verschieden. Ansonsten gilt die Empfehlung von Ärzten, die Medikamente erst einzunehmen, nachdem die Symptome der Aura abgeklungen sind.

Neben der Behandlung mit Medikamenten ist es wichtig, auf mögliche Auslöser für Migräne-Attacken mit Aura zu verzichten beziehungsweise diese vorsorglich zu reduzieren. Hierzu gehören Alkohol und Nikotin, größere Mengen Koffein und Stress.

Hat Migräne mit Aura gesundheitliche Folgen?

Für Betroffene ist Migräne mit Aura eine belastende Erkrankung, die sie in ihrem Alltag sehr einschränkt. Dass die Kopfschmerz-Attacken für Patienten auch gravierende Langzeitfolgen haben können, war jedoch lange unbekannt. Die Langzeitstudie “Nurses’ Health Study II” zeigt aber, dass besonders junge Frauen, die an einer Migräne mit Aura leiden, ein um 50 Prozent höheres Risiko für ein schweres kardiovaskuläres Ereignis wie einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall haben. Besonders hoch ist die Gefahr, wenn zusätzliche Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Nikotinkonsum, Übergewicht und Stress hinzukommen. Bei Männern, die deutlich seltener an einer Migräne erkranken, konnte bislang keine vergleichbare Risikosteigerung nachgewiesen werden.

Junge Frauen, die an Migräne – insbesondere mit Aura – leiden, sollten deshalb medizinische Vorsorgeangebote nutzen, sich bewusst und gesund ernähren und Risikofaktoren wie übermäßigen Alkoholkonsum, Rauchen und Übergewicht abbauen.


Bildnachweise
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Schwimmbad als Ursache für Fußpilz

Fußpilz ist eine häufige Hautinfektion der Füße die durch Hautpilze (Dermatophyten) verursacht wird. Allein in Deutschland sollen etwa 16 Millionen Menschen an einer Fußpilzinfektion leiden. Die Krankheit kann in jedem Alter auftreten und betrifft Männer wie Frauen gleichermaßen.

Eine Fußpilzinfektion ist ansteckend. Sie kann durch direkten Hautkontakt oder durch Hautpartikel auf Handtüchern, Schuhen oder Fußböden verbreitet werden. Typische Symptome dieser Infektion ist eine rissige, juckende und gerötete Haut. Der Fußpilz kann außerdem Blasen bilden und Schmerzen verursachen. Breitet sich die Infektion auf die Zehennägel aus, können sich die Nägel verdicken oder verfärben und sogar anfangen zu bröckeln. Eine Ausbreitung auf die Fußsohle, Hände, Leiste und andere Hautbereiche ist ebenfalls möglich.

Was sind die Ursachen von Fußpilz?

Fußpilz ist eine Infektion durch Pilze, die sich hauptsächlich vom Protein Keratin ernähren. Dieses Protein wird besonders in der äußeren Schicht der Haut sowie in den Nägeln und Haaren gefunden. Die Dermatophyten gedeihen an feucht-warmen Orten wie verschwitzten Socken und Schuhen, Schwimmbädern oder den Fußböden von Gemeinschaftsduschen und Umkleideräumen. Unsere Füße sind die perfekte Umgebung für die Pilze, da sie die meiste Zeit in Strümpfe und Schuhe gehüllt sind, die eine warme, feuchte Umgebung schaffen. Außerdem ist das Keratin an den Füßen reichlich vorhanden Keratin.

Genau genommen können viele Arten von Pilzen die Erkrankung verursachen. Aber drei Arten, nämlich Trichophyton rubrum, Epidermophyton floccosum und Trichophyton mentagrophytes, sind in der Mehrzahl der Fälle für eine Infektion mit Fußpilz verantwortlich. Unter diesen Arten wird Trichophyton rubrum als der effektivste Erreger angesehen. Die Pilze dringen durch kleine Lücken in die Haut ein und wachsen dort weiter.

Risikofaktoren für eine Fußpilzerkrankung

Bei Menschen die viel Zeit in einem Fitnessstudio oder öffentlichen Schwimmbad verbringen, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Infektion. Fußpilz verbreitet sich leicht von Person zu Person durch Kontakt mit kontaminierten Oberflächen wie Böden, Schuhen und Handtüchern. Zu den Risikofaktoren gehören übermäßig verschwitzte Füße und das Tragen von Schuhen, welche die Füße nicht atmen lassen. Folgende Faktoren erhöhen zudem das Risiko einer Infektion:

  • Genetische Veranlagung
    Genetische Faktoren können dazu beitragen, dass manche Menschen anfällig für Fußpilz sind. Wenn die Krankheit in der Familie üblich ist, können auch Sie anfällig dafür sein.
  • Dermatitis
    Bei einer Dermatitis ist die Haut gereizt und entwickelt oft einen Hautausschlag. Sind auch die Füße von Dermatitis betroffen, steigt die Wahrscheinlichkeit eine Pilzinfektion zu bekommen.
  • Starkes Schwitzen
    Manche Menschen schwitzen übermäßig, weil sie hyperaktive Schweißdrüsen haben, ein Zustand, der als Hyperhidrose bekannt ist. Verschwitzte Füße bedeuten ein höheres Risiko für eine Fußpilzerkrankung. Die Ursachen der Hyperhidrose sind in vielen Fällen nicht identifizierbar. Es ist jedoch möglich, dass Herzerkrankungen, Krebs, Menopause, Angstzustände und eine Überfunktion der Schilddrüse übermäßiges Schwitzen verursachen können.
  • Geschwächtes Immunsystem
    Ernste Krankheiten wie HIV und bestimmte Medikamente können das Immunsystem schwächen. Und ein geschwächtes Immunsystem kann anfällig für Pilzinfektionen machen.
  • Durchblutungsprobleme
    Probleme mit der Blutzirkulation in den Beinen, zum Beispiel wegen Diabetes oder peripherer Arterienerkrankung, erhöhen das Risiko Fußpilz zu bekommen.
  • Bestimmte Sportarten
    Bestimmte sportliche Aktivitäten erhöhen die Chancen, mit Pilzen in Kontakt zu kommen, die den Fußpilz verursachen. Gerade beim Schwimmen und Laufen kommen Menschen in Kontakt mit einer Umgebung, die dem Pilzwachstum förderlich ist. Aus diesem Grund ist eine Infektion mit Fußpilz besonders bei Sportlern stark verbreitet.
  • Das Tragen von bestimmten Schuhen
    Menschen, die lange Zeit Schuhe ohne Ventilation tragen, bekommen eher Fußpilz. Das ist zum Beispiel der Fall bei Personen die bei der Arbeit z. B. Gummistiefel oder Sicherheitsschuhe tragen müssen.

Die meisten Menschen infizieren sich an kontaminierten Orten wie Schwimmbädern, Umkleideräume, Turnhallen, Gemeinschaftsduschen oder in Nagelstudios. Auch bei einem direkten Kontakt von Mensch zu Mensch ist eine Infektion möglich. Am häufigsten wird der Pilz jedoch durch Barfußlaufen in einer warmen und feuchten Umgebung verursacht. Einige Menschen scheinen anfälliger für diese Krankheit zu sein, während andere resistent sind. Die genaue Ursachen der Resistenz oder Anfälligkeit für Pilzinfektionen sind nicht bekannt.

Behandlung schon bei ersten Anzeichen

Behandeln Sie die Krankheit beim ersten Anzeichen von Juckreiz. Die meisten Fälle von Fußpilz können mit rezeptfreien antimykotischen Salben, Sprays oder Cremes und guter Hygiene komfortabel therapiert werden.

Es ist wichtig, alle Bereiche der Pilzinfektion auf einmal zu behandeln, um einer Reinfektion entgegen zu wirken. Einfaches Behandeln der Fußsohlen und Ignorieren der gleichzeitigen Pilzinfektion von Zehennägeln kann zu einem Wiederauftreten des Fußpilzes bzw. chronischem Fußpilz führen. Menschen die an Nagelpilz leiden, Diabetiker sind oder ein geschwächtes Immunsystem haben, sollten einen Dermatologen aufsuchen. Unbehandelter Pilzpilz kann sich potenziell auf andere Körperteile oder andere Menschen, einschließlich Familienmitglieder, ausbreiten.

Setzen Sie die Behandlung ein bis zwei Wochen nach Abklingen der Infektion fort, um zu verhindern, dass der Fußpilz wieder auftritt. Wird das Anti-Fußpilz-Medikament zu schnell abgesetzt kann der Fußpilz erneut auftreten und sehr hartnäckig sein. In den meisten Fällen ist eine rezeptfreie Intervention erfolgreich. Bei schweren Fällen sollten Sie jedoch einen Dermatologen aufsuchen.


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fröhliches Kind trotz Diabetes

Etwa 30.000 Kinder und Jugendliche leiden hierzulande an Diabetes Typ 1 und eine wachsende Zahl an Diabetes Typ 2. In diesem Alter stellt Diabetes die am häufigsten auftretende Stoffwechselerkrankung dar. Auch wenn die Krankheit nicht heilbar ist, geht es den Kindern und Jugendlichen vergleichsweise gut. Doch es geht nicht ohne Kontrolle und Selbstbeherrschung, wenn es bei Kindern um das Leben mit Diabetes geht.

Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2 bei Kindern

Wird bei Kindern und Jugendlichen Diabetes diagnostiziert, handelt es sich um etwa 60-70% um den Diabetes Typ 1, die sogenannte juvenile Diabetes. Damit ist Diabetes Typ 1 gemeint, eine der häufigsten chronischen Erkrankungen, die im Kindesalter auftreten können. Diabetes Typ 2 galt ursprünglich als Altersdiabetes und trat bei Kindern und Jugendlichen nur sehr selten auf. Seit allerdings immer mehr Kinder an Übergewicht und Adipositas leiden, wird auch Diabetes Typ 2 bei ihnen häufiger festgestellt.

Die Unterschiede von Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2

Diabetes Typ 1:

Bei diesem Typ werden die Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört, welche das Insulin produzieren. Dafür ist eine Autoimmunerkrankung verantwortlich, das heißt, der Körper produziert die zerstörerischen Antikörper selbst.

Diabetes Typ 2:

Obwohl die Bauchspeicheldrüse genügend Insulin produziert, wird der Körper zunehmend resistenter dagegen. Der Blutzuckerspiegel steigt und der Diabetes Typ 2 manifestiert sich.

Die Symptome von Diabetes bei Kindern

Erkrankt ein Kind an Diabetes Typ 1, zeigen sich die Symptome in der Regel erst sehr spät. Das liegt daran, dass die Bauchspeicheldrüse noch genügend Insulin produziert, obwohl die Antikörper längst ihr zerstörerisches Werk begonnen haben. Erst wenn mehr als 80 Prozent der Zellen in der Bauchspeicheldrüse zerstört wurden, die für die Produktion von Insulin benötigt werden, zeigen sich die folgenden Symptome:

  • Das Kind muss häufig Wasser lassen, auch in der Nacht. Möglicherweise nässt es deswegen nachts wieder ein, obwohl es längst trocken war.
  • Das Kind hat ständig Durst und trinkt täglich bis zu mehrere Liter Flüssigkeit.
  • Das Kind ist matt und schwach.
  • Obwohl das Kind genügend Essen zu sich nimmt, hat es ständig Hunger und nimmt trotzdem ab.
  • Das Kind leidet an Bauchschmerzen.
  • Ist der Diabetes bereits fortgeschritten, riecht die Atemluft nach Aceton.

Die Symptome des Diabetes Typ 2 ähneln den Symptomen des Diabetes Typ 1. Allerdings entwickeln sie sich deutlich langsamer. Erkrankt ein Kind an Diabetes Typ 2, hat es in der Regel ein starkes Übergewicht.

Tipp:
Achten Sie auf die Symptome, da diese oft übersehen werden. Bei rund einem Viertel der jugendlichen Patienten wird die Diagnose so spät gestellt, dass sie mit diabetischer Ketoazidose ins Krankenhaus eingewiesen werden müssen.

Die Diagnose stellt der Arzt

Stellen Sie die oben genannten Symptome bei Ihrem Kind fest, sollten Sie es unbedingt bei einem Kinderarzt oder einem Allgemeinmediziner vorstellen. Auch ein Facharzt für Innere Medizin und Endokrinologie ist der richtige Ansprechpartner. Damit er den Diabetes sicher diagnostizieren kann, stellt er Fragen:

  • Hat bereits ein anderes Mitglied der Familie Diabetes?
  • Nässt Ihr Kind nachts wieder ein oder muss es tags und nachts häufig Wasser lassen?
  • Wirkt Ihr Kind müde und matt?
  • Ist Ihr Kind durstiger als sonst? Trinkt es viel?
  • Hat Ihr Kind Bauchschmerzen?
  • Riecht der Atem des Kindes nach Aceton, also ein wenig nach Nagellackentferner?

Dann untersucht der Arzt Ihr Kind, misst den Blutzuckerspiegel und bittet um eine Urinprobe. Außerdem vereinbart der Arzt einen Termin zur Blutentnahme, bei welcher der sogenannte Nüchtern-Blutzucker bestimmt wird. Vorher darf das Kind acht Stunden lang weder etwas essen, noch zuckerhaltige Getränke zu sich nehmen. Damit die Diagnose fehlerfrei bestimmt werden kann, muss dieser Nüchtern-Blutzucker an mehreren Tagen gemessen werden.

Stellt der Arzt bei der Untersuchung fest, dass Ihr Kind Diabetes hat, überweist er es in eine darauf spezialisierte Einrichtung oder ein Krankenhaus. Dort kümmern sich Kinderärzte mit einer Zusatzqualifikation in Diabetologie um Ihr Kind und beginnen mit der individuellen Insulin-Therapie. Die Therapie zielt darauf ab, den Blutzuckerspiegel konstant zu halten. Da die Bauchspeicheldrüse kein Insulin mehr produziert, muss es täglich mehrmals gespritzt werden. Ohne Insulingabe lässt sich der Blutzuckerspiegel nach einer Mahlzeit nicht senken.

Ohne Kontrollen geht es nicht

Im Krankenhaus lernen Sie und Ihr Kind, wie Sie den Blutzuckerspiegel selbst kontrollieren können. Es gibt Geräte, mit denen selbst jüngere Kinder ihren Blutzucker gut überprüfen können. Allerdings braucht Ihr Kind – je nach Alter – Hilfe bei der Interpretation der gemessenen Blutzuckerwerte. Damit Sie das gemeinsam mit Ihrem Kind meistern, erfolgt bereits im Krankenhaus oder der Einrichtung eine Schulung.

Die Schulung für Diabetiker

Hier lernen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, wie sich Ihr Leben nach der Diagnose Diabetes ändert und wie Sie damit gut umgehen können. Schließlich bedeutet gerade die Diagnose Diabetes Typ 1, dass Ihr Kind für den Rest seines Lebens Insulin spritzen muss. Gemeinsam können Sie alles über Diabetes lernen – das hilft Ihnen auch, Folgeerkrankungen zu vermeiden. Für diese Diabetiker-Schulungen übernehmen normalerweise die gesetzlichen Krankenkassen alle anfallenden Kosten.

Diabetes Typ 1:
Diese Schulungen finden in speziellen diabetologischen Praxen statt. Erfragen Sie bei Ihrem Arzt, wo diese Schulungen angeboten werden.

Diabetes Typ 2:
Diese Schulungen werden von speziellen diabetologischen Praxen, aber auch von Hausärzten angeboten, die sich auf Diabetes Typ 2 spezialisiert haben. Je nach Schwere der Erkrankung gibt es unterschiedliche Schulungen für Diabetes Typ 2 mit oder ohne Insulintherapie und spezielle Schulungen für Diabetiker Typ 2, die gleichzeitig an Bluthochdruck leiden.

Begleitperson für Kindergarten oder Schule

Geht Ihr Kind in den Kindergarten oder die Schule, muss es auch in dieser Zeit den Blutzucker messen und gegebenenfalls Insulin spritzen. In manchen Fällen helfen Lehrerinnen oder Erzieherinnen, allerdings müssen diese dafür ebenfalls speziell geschult sein. Doch Ihr Kind kann sowohl den Kindergarten als auch die Schule nur dann besuchen, wenn die diabetische Versorgung sichergestellt ist, so dass nichts passieren kann. Falls Sie selbst Ihr Kind nicht den ganzen Tag in der Einrichtung begleiten und die Blutzuckermessung kontrollieren wollen, braucht das Kind eine Begleitperson, die diese Aufgabe übernimmt. Im Sozialgesetzbuch (SGB) XII ist deswegen in den Paragraphen 53 und 54 festgelegt, dass Kinder mit einer Behinderung – und eine chronische Krankheit wie Diabetes Typ 1 oder Diabetes Typ 2 zählt definitiv dazu – staatliche Unterstützung erhalten müssen, damit sie eine Schule besuchen können.

Die Leistungen der Integrationshilfe beantragen

Bei der für Integration zuständigen Behörde müssen Sie als Eltern die Leistungen beantragen, die Ihr Kind braucht. Das kann ein ambulanter Pflegedienst oder eine Begleitperson sein, aber auch ein persönliches soziales Budget. Für die medizinischen Leistungen, zu denen das Messen des Blutzuckerspiegels oder das Spritzen von Insulin zählt, ist dagegen ein Antrag bei der Krankenkasse erforderlich.

Die richtige Ernährung für Kinder mit Diabetes

Ein wesentlicher Aspekt bei Diabetes liegt auf der richtigen Ernährung Ihres Kindes. Eine vollwertige und ausgewogene Ernährung wirkt sich dabei positiv auf den Blutzuckerspiegel aus. In der Diabetes-Schulung lernen Sie viel darüber, wie sich die Kohlenhydrate auf den Blutzucker auswirken und damit auf die notwendige Zufuhr von Insulin. Da sich gerade der Langzeitzucker nur dann in den gewünschten Bereichen bewegt, wenn die Kohlenhydrate in der Nahrung und das gespritzte Insulin gut abgestimmt sind, ist hier eine regelmäßige Kontrolle mehrmals täglich nötig. Doch bei Kindern lässt sich die Aufnahme der Kohlenhydrate nicht immer so exakt planen: Sie wollen gelegentlich Süßigkeiten essen und auch einmal mit den Freunden auf dem Bolzplatz toben.

Was ist an Essen und Trinken bei Diabetes erlaubt?

Grundsätzlich braucht ein an Diabetes erkranktes Kind keine Spezialnahrung oder Diät. Selbstverständlich darf Ihr Kind auch kleinere Portionen an Süßigkeiten zu sich nehmen. Sie müssen gemeinsam mit Ihrem Kind darauf achten, dass die gespritzte Insulinmenge auf die zu den Mahlzeiten gegessenen Nahrungsmittel abgestimmt ist. Daher bekommen Sie gerade als Eltern umfassende Informationen über die Zusammensetzung der einzelnen Nahrungsmittel und lernen, wie Sie diese in Kohlenhydrateinheiten umrechnen können. Sämtliche Mahlzeiten und Nahrungsmittel die Kohlenhydrate enthalten, lassen den Blutzuckerspiegel Ihres Kindes steigen.

Zehn Gramm Kohlenhydrate entsprechen einer Kohlenhydrateinheit (KE oder KHE). Eine Broteinheit (BE) sind dagegen 12 Gramm Kohlenhydrate. Auf vielen Lebensmittelpackungen sind die Kohlenhydratmengen angegeben. Daraus können Sie ganz einfach die Broteinheiten (BE) ermitteln und wissen danach, wie viel Insulin sich Ihr Kind spritzen muss.

In diesen Lebensmitteln stecken Kohlenhydrate:

  • Getreide, Brot, Müsli, Cornflakes und Pizza
  • Nudeln, Kartoffeln und Reis
  • Milch und sämtlichen Molkereiprodukten wie Jogurt, Quark und Käse
  • Obst und Obstsäften
  • Kuchen, Kekse, Eis, Süßigkeiten, zuckerhaltige Getränke und selbstverständlich auch Zucker

Möchte Ihr Kind außerhalb der Mahlzeiten etwas zu essen oder trinken haben, sind folgende Sachen erlaubt:

  • Zuckerfreie Kaugummis oder Bonbons
  • Kräuter- oder Früchtetee ohne Zucker, aber auch Wasser
  • rohes Gemüse

Besteht die Diabetes lebenslang?

Wird bei Ihrem Kind Diabetes Typ 2 diagnostiziert, kommt es im Verlauf der Krankheit darauf an, ob Sie und Ihr Kind Ihren Lebensstil daran anpassen. Schafft es Ihr Kind, sein Gewicht zu reduzieren, bewegt es sich ausreichend und isst gesund und abwechslungsreich, kann diese Form der Diabetes manchmal vollständig verschwinden. Diabetes Typ 1 besteht dagegen lebenslang und ist bisher nicht heilbar. Daher sind die Schulungen und regelmäßige medizinische Kontrollen der Blutzuckerwerte notwendig. Nur dann lassen sich schwerwiegende Folgeerkrankungen vermeiden. Mögliche Komplikationen bei beiden Diabetes-Typen sind Unter- und Überzuckerung.


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Wundheilung – Regeneration des Körpers unterstützen

Eine Wunde kann dem Körper auf vielschichtige Weise zugeführt werden, und so sind die Wunden, die heilen müssen, sehr verschieden. Der Mediziner unterscheidet eine Vielzahl an Wundformen, die einer unterschiedlichen Behandlung bedürfen, damit sie gut ausheilen können. Grundsätzlich hat der Körper jedoch eigene Mechanismen, mit denen er die Heilung einer Wunde herbeiführen kann. Dabei arbeitet er mit einem Ersatz, denn das originale Gewebe ist dauerhaft zerstört. Dieser Ersatz wird als Narbengewebe bezeichnet. Es ist feiner und glatter als die originale Haut, aber auch empfindlicher. Aus diesem Grund kann es vorkommen, dass es unter großer Belastung einreißt. Auch enthält Narbengewebe kein Melatonin, aus diesem Grund bleiben vernarbte Stellen der Haut im Sommer weiß, während sich die gesunde Haut dunkel verfärbt. Die Wundheilungsprozesse, die der Körper selbst in Gang setzt, sind sehr komplex. In den meisten Fällen reichen sie aus, um eine Heilung der Wunde herbeizuführen. Durch gezielte medizinische Maßnahmen kann die Wundheilung jedoch unterstützt werden. Diese Maßnahmen sind insbesondere dann notwendig, wenn der Körper mit der Wundheilung überfordert ist und diese nicht allein realisieren kann.

Körpereigene Prozesse der Wundheilung reichen nicht immer aus

Eine Wunde geht mit der Zerstörung von Millionen von Zellen einher. Im Körper gibt es eine Vielzahl von Zellen, die sich in ihrer Struktur und in ihren Aufgaben unterscheiden. Die meisten Zellen sind in der Lage, sich zu regenerieren. Dies betrifft beispielsweise die Zellen der Haut und des Muskelgewebes. Nerven- und Gehirnzellen können dies hingegen nicht. Aus diesem Grund bleiben bei der Verletzung der Nervenstränge oder bei schweren Kopfverletzungen in vielen Fällen irreversible Schäden zurück. 
Tritt eine Verletzung ein, beginnt der Körper sofort mit der Wundheilung. Das Blut gerinnt, wenn es mit Sauerstoff in Berührung kommt. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass der Blutverlust nicht zu hoch ist. Der Körper beginnt mit dem Neuaufbau der zerstörten Zellen, was von innen heraus geschieht. Aus diesem Grund sind tiefe Wunden von außen lange sichtbar, bis sie sich endgültig verschließen.

Wundheilung medizinisch unterstützen

Es gibt Situationen, bei denen der Körper mit der Wundheilung überfordert ist und diese nicht mehr leisten kann. Ist beispielsweise eine Arterie verletzt, die sauerstoffreiches Blut führt, kann keine Gerinnung einsetzen, weil das Blut im Takt des Herzens wie ein kleiner Springbrunnen aus dem Körper tritt. Hier muss die Wundheilung unterstützt werden, durch einen Druckverband, der das Blut stoppt, und durch ein Vernähen der Wunde. Auch für die Heilung großer Schnittwunden oder offener Knochenbrüche reicht die körpereigene Wundheilung nicht aus. Der Körper ist zu langsam, um die Probleme so zeitnah beheben zu können, wie es notwendig wäre, um weitere Schäden zu vermeiden. Im schlimmsten Falle kann der Patient versterben, wenn die Wundheilung nicht rasch genug herbeigeführt werden kann. Darüber hinaus können große Wunden die Organe derart schädigen, dass sie ihre Funktion einstellen, was ebenfalls zum Tod des Patienten führen kann.

Wieso ist die richtige Wundheilung so wichtig?

Eine Wunde bringt die Funktionen des Körpers durcheinander. Sie sorgt für Funktionsstörungen, die mehr oder weniger stark ausgebildet sein können. Sie verspüren Schmerzen, die leicht und kaum wahrnehmbar sein können. Es kommt aber auch vor, dass die Schmerzen so stark sind, dass Sie diese kaum aushalten können. Aus diesen Gründen ist es wichtig, dass die Wundheilung möglichst schnell durch einen Mediziner unterstützt wird.
 Wunden können für den Körper aber auch aufgrund drohender Entzündungen gefährlich sein. Im schlimmsten Falle gelangen die entzündlichen Erreger in das Blut und vergiften es. Dies wird in der Medizin als Sepsis bezeichnet. Eine solche Blutvergiftung bedingt keine schweren Verletzungen oder großen Wunden. Es wurden schon Blutvergiftungen nach der Extraktion eines Zahnes diagnostiziert. Eine Störung der Wundheilung ist für den Körper nicht nur ein Problem, sondern kann zu einer großen Gefahr werden. Jede Wunde, die nicht vollständig verschlossen ist, kann unabhängig von ihrer Größe und ihrer Lage zu einer Eintrittspforte für Krankheitserreger werden. Die Unterstützung der Wundheilung mit dem Ziel eines schnellen Verschlusses der Wunde ist somit ein sehr wichtiges Ziel in der Medizin. Bei kleinen Wunden können Sie selbst viel dafür tun, dass die Wundheilungsprozesse komplikationslos ablaufen. Dies kann mit vorübergehend mit Einschränkungen in der Lebensqualität einhergehen, die Sie aber in Kauf nehmen sollten, um schnell und ohne Komplikationen gesund zu werden.

Was unterstützt die Wundheilung?

Sie können den Heilungsprozess einer Wunde auf eine sehr vielfältige Weise unterstützen. Sehr wichtig ist, dass die Wunde und der Bereich um die Wunde herum sauber bleiben. Bei kleineren Wunden reicht es aus, wenn Sie diese mit Wasser reinigen. Nutzen Sie keinesfalls Seife, denn diese kann sehr unangenehm brennen und die Wunde noch weiter reizen. Sollte Schmutz in der Wunde sein, nutzen Sie ein Desinfektionsmittel. Dieses tragen Sie auf die Wunde auf. Dabei ist es wichtig, dass Sie auch die Ränder der Wunde mit bearbeiten. Das Desinfektionsmittel kann auf einer offenen Wunde eventuell brennen. Es reizt die Haut jedoch nicht, sondern hat vielmehr eine beruhigende Wirkung.

Keine großen Belastungen im Bereich der Wunde

Achten Sie darauf, dass Sie die Wundheilung nicht durch eine zu große Belastung der betroffenen Körperregion beeinträchtigen. Nachdem die Heilungsprozesse eingesetzt haben, bildet sich von innen heraus eine neue Hautschicht. Die Zellen bauen sich nach und nach wieder auf, erst dann wird die Hautschicht dicker. Wenn Sie sich sehr viel bewegen und körperlich sehr aktiv sind, steht diese neue Hautschicht unter Spannung. Sie kann wieder einreißen, es blutet, und die Wundheilung muss von vorn beginnen. Aus diesen Gründen ist es empfehlenswert, wenn Sie den betroffenen Bereich des Körpers ruhigstellen und so dafür sorgen, dass die Wunde gut abheilen kann. Wenn es sich um eine größere Wunde handelt, verwenden Sie einen Verband oder eine Schiene zur Ruhigstellung.

Hausmittel zur Wundheilung?

Kleinere Wunden können Sie mit Hausmitteln versorgen, die sich schon seit langem bewährt haben und von Generation zu Generation weitergegeben wurden. So kann es helfen, wenn Sie Knoblauch auf die Wunde legen. Der Knoblauch hat antibakterielle Eigenschaften, die dafür sorgen, dass sich die Wunde nicht so leicht entzünden kann. Flüssiger Honig nimmt die Keime von der Wunde. Die Gefahr, dass diese in den Körper eindringen und den Wundheilungsprozess stören, wie somit verringert. Auch weißer Essig, der allerdings rein sein sollte, kann auf die Wunde aufgetragen werden. Eine Zwiebel kühlt und wirkt abschwellend.
 Grundsätzlich sollten Sie Hausmittel nur dann verwenden, wenn sichergestellt ist, dass die Wunde von allein heilen kann. Bei großen Wunden, die einer medizinischen Behandlung bedürfen, sollten Sie den Arzt aufsuchen und auf Hausmittel verzichten.

Wundheilung beschleunigen nach OP

Wunden nach Operationen heilen in den meisten Fällen gut, weil sie gut versorgt sind und eine Verunreinigung mit Schmutz, anders als bei Unfallwunden, nicht gegeben ist. Sie können die Wundheilung beschleunigen, indem Sie den operierten Bereich vor allem in den ersten Tagen nicht allzu stark belasten. Nehmen Sie eine Schonhaltung ein und achten Sie darauf, dass Sie keine Tätigkeiten oder Bewegungen ausführen, die dazu führen könnten, dass die Haut spannt und die Wunde reißt. Nach einer OP gibt es häufig mehrere Wunden. Zu sehen ist nur die Wunde auf der Haut. Die darunter liegenden Schichten, inklusive einer Wunde direkt an dem operierten Organ, sind jedoch ebenfalls betroffen und müssen heilen. Aus diesem Grund ist eine Schonung vor allem in den ersten Tagen sehr wichtig und die Wundheilung sollte gut beobachtet werden.

Schlechte Wundheilung: Was hilft, wenn eine Wunde nicht heilt?

Tritt eine Wundheilungsstörung auf, ist es wichtig, dass die Ursachen dafür herausgefunden werden. Die Wunde kann verschmutzt sein oder es gibt Erkrankungen, die dazu führen, dass die Wundheilung nicht richtig ablaufen kann. Jede Wundheilungsstörung gehört in die Hände eines Arztes. Nur er kann herausfinden, warum die Prozesse nicht richtig ablaufen. Entsprechend der Diagnose werden dann Gegenmaßnahmen eingeleitet. Dies können beispielsweise Medikamente sein, die helfen, die Wundheilung zu beschleunigen. Mitunter muss die Wunde durch das Ausräumen der Erreger desinfiziert werden. Gibt es eine Erkrankung, kann der Arzt eine Therapie einleiten, infolge dessen dann auch die Wundheilung gut ablaufen wird.


Bildnachweis
Beitragsbild: ©Robert Kneschke / Fotolia

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Junge Frau mit Schlafproblemen

Schlafstörungen sicher in den Griff bekommen

Schlafstörungen gehören zu den häufigsten Krankheiten. Der Übergang von phasenweiser Unruhe zur kontinuierlichen Störung ist dabei fließend. Wenn sich eine richtige Schlafstörung aber erst einmal eingeschlichen hat, kann sich dies erheblich auf die Lebensqualität auswirken. Wir brauchen unseren Schlaf für die körperliche und seelische Regeneration. Aber was für Schlafstörungen gibt es überhaupt? Wie lassen sich die Ursachen erkennen und wie lässt sich eine Schlafstörung behandeln?

Welche Arten von Schlafstörungen gibt es?

Der Schlaf eines Menschen kann durch ganz unterschiedliche Störungen behindert werden. Die Art der Behandlung einer Schlafstörung hängt dabei auch von der genauen Art der Störung ab. Wenn sich diese präziser beschreiben lässt, können die Ursachen des Problems erkannt und angegangen werden. Um die Einordnung einer Schlafstörung vorzunehmen, lässt sich diese zunächst nach verschiedenen Typen einordnen. Es gibt vier unterschiedliche Typen der Schlafstörung.

1. Störungen im Biorhythmus zwischen Tag und Nacht

Bei dieser Art von Störung gibt es Probleme mit dem Tagesrhythmus. Die Betroffenen können dann zur Schlafenszeit nicht einschlafen. In der Nacht liegen sie dann wach und kommen in der Folge morgens nicht aus den Federn oder starten mit zu wenig Schlaf in den Tag. Bekannt ist diese Art von Schlafstörung beispielsweise vom berühmten Jetlag. Wer nach einem Flug zwischen verschiedenen Zeitzonen wechselt, muss seinen Rhythmus oftmals erst wieder finden. Aber auch nach der Zeitumstellung oder einem längeren Wochenende kann es bereits zu Schlafstörungen dieser Art kommen.

2. Schlafstörungen während des Schlafes

Die zweite Art von Störung sind Parasomnien. Bei diesem Typ der Schlafstörung handelt es sich um Probleme, die während des Schlafs auftreten. Das bedeutet, dass die Betroffenen zwar schlafen, aber sie haben einen unruhigen Schlaf. Er kann beispielsweise durch Alpträume gestört werden. Auch Betroffene, die Schlafwandeln oder beispielsweise in der Nacht mit den Zähnen knirschen werden diesem Typ zugerechnet.

3. Über den Tag verteilte Schläfrigkeit

Der dritte Typ von Schlafstörung ist unter dem Namen der Hypersomnie bekannt. In diesem Fall bekommen Betroffene nachts genügend Schlaf und sind dennoch am Tag immer wieder müde. Über den Tag hinweg ergeben sich immer wieder Phasen von Müdigkeit oder die Betroffenen schlafen sogar zwischenzeitlich kurz ein. Hierbei handelt es sich ebenfalls um eine Schlafstörung.

4. Schlafstörungen in der Nacht

Die Insomnien gehören schließlich zu den bekanntesten Schlafstörungen. In diesem Fall haben Betroffene Schwierigkeiten beim Einschlafen und einen nur sehr unruhigen Schlaf. Immer wieder wachen sie aus dem Schlaf auf. Und auch am Morgen sind sie oft früher als geplant wach. Dabei plagt sie die Erkenntnis, dass sie in der Nacht keinen wirklich erholsamen Schlaf bekommen haben. Die lange Nacht steckt ihnen über den Tag hinweg in den Knochen.

 

Was für Ursachen können Schlafstörungen haben und wie behandelt man diese?

Schlafstörungen können erstens mit bestimmten Krankheitsbildern auftreten. Aber auch ganz andere Ursachen haben. Um diese genauer einordnen zu können, sollte man sich mit den Störungen näher befassen. Ein kleines Schlaftagebuch kann sowohl dem Mediziner eine wichtige Hilfe geben, wie es auch Betroffenen selbst bereits Hinweise auf die Ursachen geben kann. Wenn Sie über Ihre Schlafstörung ein wenig nachdenken, lässt sich deren Ursache oft schnell erkennen. Im Fall von kurzfristigen Schlafstörungen können Medikamente oder bewährte Hausmittel Abhilfe schaffen. Bei chronischeren Fällen sollten Sie einen Mediziner aufsuchen.

Schlafstörungen treten bei bestimmten Krankheitsbildern auf

Müdigkeitserscheinungen können erstens das Ergebnis bestimmter Krankheitsbilder sein. Nicht nur bei Burnout und Erschöpfungszuständen treten Schlafstörungen auf. Auch wenn dem Körper beispielsweise Eisen oder Vitamin D fehlt, kann es zu Problemen kommen. Zudem können Schwankungen im Hormonhaushalt dafür verantwortlich sein. Fälle wie diese lassen sich daran erkennen, dass auch nach ausgiebigem Schlaf immer noch Müdigkeit vorhanden ist. In diesem Fall sollte ein fachkundiger Mediziner die Ursachen genauer diagnostizieren. Unter Umständen kann es nämlich sein, dass Schlaftabletten an dieser Art von Störung nur wenig ändern. Stattdessen kann dann die Einnahme von Eisen oder eine veränderte Ernährungsweise das Problem schnell und effizient beheben.

Auch die Seele redet ein Wörtchen mit

Schlafstörungen können zweitens aber auch seelische Ursachen haben. Persönliche Krisen oder ungelöste Fragen können Menschen bis in den Schlaf verfolgen und die Lebensqualität senken. Das können Sie daran erkennen, dass Sie deshalb nicht einschlafen können, weil ganz bestimmte Fragen Sie nachts wach halten. In diesem Fall kann weniger der Mediziner helfen, sondern eher die Psychologie. Aber nicht nur professionelle Psychologen auch ein Gespräch mit guten Freunden kann in Fällen wie diesen oft bereits ein gutes Heilmittel sein.

Die Lebensweise kann den Schlaf stören oder verbessern

Eine Schlafstörung kann auch etwas mit der Lebensweise eines Menschen zu tun haben. Die falsche Ernährung oder zu wenig Bewegung sind klassische Ursachen für erschwerten Schlaf. Wer sich zu fett ernährt, wird müde. Der Körper braucht diese Müdigkeit, um das schwere Essen verarbeiten zu können. Aber auch ein zu spät gegessener Salat kann den Menschen nachts wachhalten. Um diese Art von Störung abzuwenden, sollte die Uhrzeit der Mahlzeiten wie auch die Art des Essens genauer geprüft werden. Wenn Sie von Verdauungsproblemen wach gehalten werden, gibt es auch speziell dafür Medikamente. Neben der Ernährung zählt aber auch die Bewegung eines Menschen. Wer genügend Sport betreibt, fällt abends müde in sein Bett und kann sich im Schlaf gut erholen. Mit viel Bewegung betreiben Sie deshalb eine gute Vorbeugung gegen Schlafstörungen.

Auch die passende Umgebung kann den Schlaf fördern

Auch die Umgebung spielt beim Schlafen eine Rolle. Prüfen Sie also, ob die Schlafstörung möglicherweise an einer schlechten Matratze liegen könnte. Rückenschmerzen könnten dann nicht durch den Rücken ausgelöst werden, sondern hier ihre Ursache haben. Neben der Unterlage spielen auch Licht und Lautstärke eine Rolle. Richten Sie Ihr Zimmer so ein, dass es nicht zu hell ist und sie beim Schlafen nicht gestört werden. Indem Sie die Bedingungen in Ihrem Schlafzimmer verbessern, können Sie eine neue Schlafkultur für sich schaffen. Das beugt ebenfalls Problemen vor. Je besser Ihr Schlaf in diesem Zimmer ist, umso weniger fällt es dann ins Gewicht, wenn Sie ausnahmsweise mal einige Stunden weniger davon bekommen.

Verzichten Sie auf Koffein am Abend

Der Konsum von Koffein oder Nikotin kann dazu führen, dass sie abends noch wach sind. Tatsächlich kann sich Kaffee bis zu sechs Stunden nach der Aufnahme noch auf den Menschen auswirken. Sie sollten daher am Abend oder späten Nachmittag auf ihn verzichten. Falls dies die Ursache Ihrer Schlafprobleme ist, suchen Sie sich stattdessen einen schönen Gute-Nacht-Tee. Er sorgt für innere Ruhe und bereitet auf die Nacht vor. Ihren Kaffee können Sie sich dann am nächsten Morgen gönnen. Sie können seine Zubereitung als kleines Morgenritual für sich entdecken. Rituale wie diese strukturieren den Tag. Das kann Ihnen wiederum helfen, wenn Ihr Tag-Nacht-Rhythmus durcheinander geraten sein sollte.

Vorbeugung und effektive Behandlung von Schlafstörungen

Wenn Sie an akuten Schlafstörungen leiden, sollten Sie etwas dagegen tun. Wer nicht auf diese reagiert, verschleppt das Problem ansonsten. Das birgt die Gefahr, dass diese sich sogar noch ausweiten. Mit einer gezielten Behandlung kann erholsamer Schlaf schnell für eine geruhsame Nacht sorgen – und dafür, dass sie schnell wieder in ein aktives Leben zurückfinden. Es gibt für diesen Zweck unterschiedlichste Mittel.

Medikamente gegen Schlafstörungen

Wenn die Störung stärker ist, können Sie auf ein Medikament zurückgreifen. Schlafstörungen lassen sich grundsätzlich durch Benzodiazepine, Nicht-Benzodiazepin-Agonisten, Barbiturate oder Antihistaminika behandeln. Die letztere Gruppe behandelt Allergiebeschwerden und hat zugleich eine einschläfernde Wirkung.

Bewährte Hausmittel

Es gibt aber auch eine Vielzahl bewährter Hausmittel gegen Schlafstörungen. Eines davon ist bekanntlich Baldrian. Er sorgt für innere Ruhe und Ausgeglichenheit. Bei nervlicher Belastung ist er ein gutes Gegenmittel. Aber auch Lavendel oder Melisse können eine beruhigende Wirkung haben und in Form von Tee getrunken werden.

Nehmen Sie vor dem Schlafen gehen ein schönes Bad

Auch ein schönes Bad macht müde. Im Idealfall können Sie es durch bestimmte Stoffe bereichern, die sich entspannend auf Körper und Geist auswirken. Je nach persönlicher Vorliebe können Sie beispielsweise ein Lavendelbad oder ein Hopfenblütenbad nehmen. Aber auch Melisse oder Latschenkiefer wirken sich positiv aus. Wichtig ist dabei nur: Sie sollten unmittelbar nach dem Bad ihren Schlafanzug anziehen und zu Bett gehen. Ansonsten werden Sie wieder wach.


Bildnachweis
Beitragsbild: © Sven Vietense / Fotolia

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