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Susanne Koch

Altersdiabetes

Definition von Altersdiabetes

Altersdiabetes (oder auch: Erwachsenendiabetes) ist eine früher gebräuchliche Bezeichnung für Diabetes mellitus Typ 2. Sie wurde in Abgrenzung der Typ 1-Diabetes verwendet, da diese wiederum schon im Kindes- oder Jugendalter auftritt, während von Typ 2-Diabetes früher meist nur Menschen im höheren Lebensalter betroffen waren.
Die Bezeichnung als Altersdiabetes gilt mittlerweile jedoch als überholt, da heutzutage auch immer mehr jüngere Menschen an Typ 2-Diabetes erkranken.

Bei der Diabetes Typ 2 (Altersdiabetes) handelt es sich um eine chronische Stoffwechselerkrankung, bei der die Körperzellen eine zunehmende Resistenz gegen Insulin entwickeln. Das Hormon Insulin wird in der Bauchspeicheldrüse produziert und ist dafür zuständig, dass der aus der Nahrung gewonnene Zucker aus dem Blut in das Innere der Zellen gelangt. Dort wird der Zucker für die Gewinnung von Energie benötigt.

Die Folge der Insulinresistenz: Das verbliebene Insulin schafft es nicht mehr, den Blutzucker in die Zellen zu überführen und der Blutzuckerspiegel steigt an. Der Körper versucht, den vermeintlichen Insulinmangel zu kompensieren, indem er in der Bauchspeicheldrüse immer mehr Insulin produziert. Das führt früher oder später zu einer Überbelastung der Bauchspeicheldrüse, die irgendwann erschöpft ist. Dann entsteht ein absoluter Insulinmangel, den der Körper nicht mehr selbst ausgleichen kann.

Ursachen von Altersdiabetes

In der Wissenschaft besteht Einigkeit darüber, dass es viele möglichen Ursachen und Risikofaktoren der Altersdiabetes gibt, die vermutlich im Zusammenspiel, und nicht einzeln, für die Entstehung einer Diabetes-Erkrankung verantwortlich sind.

Neben einer genetischen Veranlagung ist es vor allem ein ungesunder Lebenswandel, der die Erkrankung begünstigt. Bekannte Risikofaktoren sind:

  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • ungesunde Ernährung (wenig Ballaststoffe, viel Fett und Zucker)
  • starker Alkoholkonsum
  • Rauchen

Häufigkeit von Altersdiabetes

Typ 2-Diabetes ist mit Abstand die häufigste Form der Diabetes-Erkrankungen. Von den 5 bis 6 Prozent der Diabetiker in Deutschland leiden etwa 90 Prozent an Typ 2-Diabetes. Während früher die meisten Patienten über 40 Jahre alt waren, erkranken heute immer häufiger auch jüngere Menschen und sogar (stark übergewichtige) Jugendliche und Kinder.

Symptome von Altersdiabetes

Zu Beginn der Erkrankung treten keine oder relativ unspezifische Symptome auf, weshalb eine Diagnose häufig erst relativ spät gestellt wird. Mit fortschreitender Erkrankung kommen spezifischere Symptome hinzu die jedoch nicht bei jedem Patienten auftreten müssen.

Typische Symptome sind:

  • starker Durst
  • häufiges Wasserlassen
  • Muskelschwäche, Kraftlosigkeit
  • häufige Harnwegsinfekte
  • häufige Pilzinfektionen auf der Haut
  • Juckreiz
  • schlechte Wundheilung
  • Erkrankungen des Zahnfleischs
  • Gewichtsabnahme ohne offensichtlichen Grund

In der Folge kann es auch zu ernsthaften weitere Erkrankungen kommen, die erst später mit einer zugrundeliegenden Diabetes-Erkrankung in Verbindung gebracht werden.

Mögliche Folgeerkrankungen von Altersdiabetes / Typ 2 Diabetes

  • Sehstörungen bis hin zur Erblindung (diabetische Retinopathie)
  • schlecht heilende Druckgeschwüre an den Füßen (diabetischer Fuß)
  • Durchblutungsstörungen (in den Beinen)
  • Herzinfarkt
  • Schlaganfall
  • Nierenprobleme
  • Potenzprobleme

Lebensbedrohlich ist das sogenannte diabetische Koma. Dieses kündigt sich durch eine beschleunigte Atmung, Bauschmerzen, Übelkeit und Erbrechen an. Die Betroffenen erleben ein starkes Durstgefühl und werden dann bewusstlos. Die ausgeatmete Luft der Patienten riecht süßlich und erinnert an den Geruch von Lösungsmittel.

Diagnose von Altersdiabetes

Den ersten diagnostischen Hinweis auf eine Diabetes-Erkrankung liefert der Blutzuckerspiegel. Er lässt sich mit wenig Blut aus der Fingerkuppe messen. Wenn der Blutzuckerwert im nüchternen Zustand, also vor dem Essen, über 126 mg/dl liegt oder nach dem Essen einen Wert von mehr als 140 mg/dl aufweist, ist er erhöht.

Da überschüssiger Zucker über den Urin ausgeschieden wird, lässt sich alternativ auch ein Urintest durchführen. Hierzu wird ein Teststreifen in den Urin gehalten und auf Zuckerrückstände überprüft. Sowohl den einfachen Blutzuckertest als auch den Urintest können Sie mit dem entsprechenden Testmaterial selbst zuhause durchführen.

Es ist jedoch ratsam, bei einem Verdacht auf Diabetes, direkt einen Arzt aufzusuchen, der weitere Tests durchführen kann. Bei einer Messung des Nüchtern-Blutzuckers lässt er zum Beispiel den sogenannten HbA1c-Wert ermitteln. Er gibt Auskunft über den durchschnittlichen Blutzuckerwert in den letzten 2 bis 3 Monaten. Außerdem führt der Arzt einen oralen Glukosetoleranztest (oGTT) durch.

Achtung: Es gibt Faktoren, die eine Blutzuckermessung verfälschen können. Hierzu gehören unter anderem:

  • Infektionen
  • Operationen
  • Medikamente (zum Beispiel kortisonhaltige Präparate oder Anti-Baby-Pille)

Behandlung von Altersdiabetes

Ziel der Behandlung von Typ 2-Diabetes bzw. Altersdiabetes ist es immer, die Blutzuckerwerte wieder auf ein niedrigeres Niveau zu senken und dieses Niveau dauerhaft beizubehalten. Je nach Krankheitsstadium gibt es hierfür unterschiedliche Behandlungsansätze, die nach einem Stufenschema aufgebaut sind:

Stufe 1:
Im Frühstadium kann eine Diabetes-Schulung sowie eine Ernährungsumstellung in Kombination mit mehr Bewegung und einem Rauchstopp helfen.

Stufe 2 und 3:
Ab einem gewissen Krankheitsstadium ist eine medikamentöse Therapie erforderlich, bei der sogenannte orale Antidiabetika (blutzuckersenkende Tabletten) zum Einsatz kommen. Zunächst beginnt die Behandlung mit einem Medikament (Stufe 2) und wird bei Bedarf mit zwei Medikamenten (Stufe 3) fortgesetzt.

Stufe 4:
In fortgeschrittenen Stadien reicht der Einsatz oraler Antidiabetika oft nicht mehr aus. Dann muss dem Körper von außen Insulin zugeführt werden. Diese Insulintherapie kann bei Bedarf mit einem oralen Antidiabetikum kombiniert werden.

Weitere Tipps für Diabetiker

Mit den folgenden Verhaltenstipps können Sie sich den Umgang mit der Diabetes-Erkrankung erleichtern und ihren Verlauf positiv beeinflussen:

  • Kontrollieren Sie Ihren Blutzucker regelmäßig.
  • Haben Sie für den Notfall stets ein Stück Würfel- oder Traubenzucker dabei, um Unterzucker zu vermeiden.
  • Nehmen Sie lieber sechs kleine anstatt drei große Mahlzeiten am Tag zu sich.
  • Vermeiden Sie stark zuckerhaltige Lebensmittel.
  • Verzichten Sie möglichst auf Alkohol.
  • Treiben Sie regelmäßig Sport.
  • Reduzieren Sie mögliches Übergewicht.

So beugen Sie Altersdiabetes vor

Die beste Prophylaxe ist ein gesunder Lebenswandel unter Berücksichtigung der bekannten Risikofaktoren, das heißt:

  • Ernähren Sie sich gesund und ausgewogen (viele Ballaststoffe, wenig Fett und wenig Zucker).
  • Bewegen Sie sich ausreichend, treiben Sie wenn möglich regelmäßig Sport.
  • Trinken Sie keinen Alkohol.
  • Hören Sie auf zu rauchen.

Beachten Sie: Wenn Sie die diese Verhaltensweisen befolgen, reduzieren Sie deutlich das Risiko für Altersdiabetes (und im Übrigen auch für andere ernsthafte Erkrankungen). Sie stellen jedoch keine Garantie dar; dies gilt insbesondere für den Fall, wenn eine genetische Veranlagung (familiäre Vorbelastung) besteht.

5 häufige Irrtümer über Altersdiabetes

Obwohl Typ 2-Diabetes angesichts seiner Verbreitung als Volkskrankheit gelten kann, gibt es zahlreiche Irrtümer, die sich hartnäckig halten. Fünf der häufigsten Irrtümer sind lauten:

Irrtum1: Nur alte Menschen bekommen Altersdiabetes.
Grundsätzlich können Menschen aus allen Altersgruppen an Typ 2-Diabetes erkranken. Auch wenn ein Großteil der Patienten im höheren Lebensalter ist, erkranken immer mehr junge Menschen an dieser Diabetes-Form.

Irrtum2: Altersdiabetes macht sich sofort bemerkbar.
Aufgrund der zahlreichen verschiedenen und vor allem zu Beginn der Erkrankung recht unspezifischen Symptome, wird die Erkrankung nicht sofort erkannt. Meist ist die Diabetes-Diagnose ein Zufallsbefund, der im Rahmen einer anderen Erkrankung getroffen wird.

Irrtum 3: Diabetiker müssen immer Insulin spritzen.
Ob eine Insulingabe bei Typ 2 -Diabetes notwendig ist, hängt von dem Erkrankungsstadium ab. Zunächst werden andere Behandlungsansätze (wie eine Umstellung des Lebenswandels und die Einnahme oraler Antidiabetika) verfolgt. Nur wenn diese nicht zum Erfolg führen, ist eine Insulingabe erforderlich.

Irrtum 4: Sport ist für Diabetiker tabu.
Das Gegenteil ist der Fall. Sport kann den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen und auch vor verschiedenen Folgeerkrankungen schützen. Sportler müssen jedoch besonders gut ihre Blutzuckerwerte kontrollieren, um große Schwankungen (durch den hohen Energiebedarf der Muskeln) zu verhindern.

Irrtum 5: Diabetes ist harmlos.
Diabetes ist keine harmlose Erkrankung, sondern fordert – nicht zuletzt durch ihre Folgeerkrankungen – viele Todesopfer. Umso wichtiger ist es, der Krankheit möglichst gut vorzubeugen und im Falle einer Erkrankung möglichst frühzeitig eine Behandlung zu beginnen.


Bildnachweise
Beitragsbild: © Huskyherz | Pixabay

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Ungesunde Ernährung als Ursache für Diabetes Ttyp 2

Diabetes Typ 2 – Krankheit und Chance

Etwa 10 Prozent aller Deutschen sind an Diabetes erkrankt. Die Tendenz ist steigend, jährlich erhalten rund 500 000 Menschen neu diese Diagnose. Die meisten der Erkrankungsfälle gehen auf Diabetes Typ 2 zurück, nämlich über 90 %. Dabei lassen sich ganz eindeutig Faktoren erkennen, die den Ausbruch einer Diabetes Typ 2 fördern: Starkes Übergewicht, das Lebensalter und eine geringe Bildung, die mit wenig Wissen über die richtige Ernährung einhergeht.

Tendenz steigend – Diabetes Typ 2

Nicht nur in Deutschland, sondern sogar weltweit lässt sich anhand der Statistiken klar erkennen, was die Betroffenen prägt. Zum einen sind dies falsche Ernährungsgewohnheiten, zu wenig Bewegung und das Alter an sich. Die Hälfte aller an Diabetes Typ 2 erkrankten Patienten ist über 65 Jahre alt, über eine Million der 80-Jährigen in Deutschland gehören ebenfalls zu den Betroffenen. Leider zeigt sich in den letzten Jahren verstärkt, dass diese Diabetesform bei immer jüngeren Menschen, ja sogar oft bereits im Kindesalter, auftritt. Hier ist auffallend, dass die Insulinresistenz mit einem steigenden Grad der Fettleibigkeit parallel einhergeht. Zusätzlich zu der bekannten Zahl der Patienten muss mit einer Dunkelziffer gerechnet werden. Fachleute sind der Ansicht, dass weitere zwei Millionen Deutsche betroffen sind, die jedoch noch nichts über diese Erkrankung wissen.

Insulinresistenz – Wenn der Zucker im Blut verbleibt

Die erworbene Insulinresistenz ist es auch, die den erhöhten Blutzuckerwerten zugrunde liegt. Aufgabe des Insulins ist es, für den Weitertransport der Zuckermoleküle aus dem Blut in die Zellen zu sorgen. Die Körperzellen sind beim Diabetes Typ 2 jedoch immer weniger in der Lage, auf das körpereigene Insulin anzusprechen. Dadurch steigt der Blutzuckerspiegel und erreicht bei den Erkrankten ungesunde Werte.

Blutzucker und Folgeschäden

Halten diese erhöhten Werte nur kurz an, etwa, weil einmal beim Essen ordentlich über die Stränge geschlagen wurde, so besteht wenig Gefahr für Folgeerkrankungen. Langfristig gesehen werden jedoch Organe, Nerven und Blutgefäße nachhaltig und teils irreparabel zerstört, wenn nicht eine geeignete Therapie einsetzt. Deswegen müssen an Typ 2-Diabetes Erkrankte mit Folgeerkrankungen rechnen, wenn sie ärztliche Ratschläge nicht beachten und ihre Medikation nicht einhalten. Zu diesen teils schwerwiegenden Folgen gehören Herzinfarkt und Schlaganfall. Aber auch Nierenprobleme, Netzhautschäden und Nervenerkrankungen können als Ursache einen Typ 2-Diabetes haben.

Wohlstandskrankheit Diabetes Typ 2

Diabetes mellitus, der “honigsüße Durchfluss”, ist seit dem Altertum bekannt. Dennoch lassen Erhebungen den Schluss zu, dass es mit dem Wissen um die Ursachen vor allem bei Diabetikern mit der Typ 2-Variante nicht so gut bestellt ist, wie es sein könnte. Signifikant ist beispielsweise ein Gefälle innerhalb der Bildungsschichten. Menschen mit einer schlechteren Schulbildung trifft die Krankheit häufiger als die mit Hochschulabschluss. Weltweit betrachtet entsteht ein ähnliches Gefüge der an Diabetes Typ-2 Erkrankten. Es fällt auf, dass die Zahl der Erkrankungen in Europa lediglich um 20 % zunimmt, die in Nordamerika um 42 %, in Lateinamerika um 64 % und in Afrika gar um 94 % bis 98 %. Auch ein Zusammenhang zwischen der finanziellen und sozialen Situation der Betroffenen ist nicht von der Hand zu weisen. So bieten Wohngegenden, die sich Ärmere leisten können, weniger Möglichkeiten für Freizeitgestaltung, die Zahl der Billig-Junk-Food-Angebote dagegen ist höher als in teuren Wohngegenden mit Villen und Gärten. Die Gefahr, in die Spirale “Schlechte Essgewohnheiten-wenig Bewegung-Erkrankungen” zu geraten, steigt besonders für finanziell Schwache.

Genetische Veranlagung bei Diabetes

Man muss kein Mediziner oder Ernährungswissenschaftler sein, um diese Zahlen der Diabetes Typ 2 Erkrankungen richtig zu interpretieren. Der Zusammenhang mit der Veränderung der Essgewohnheiten – Junk Food und immer mehr industriell verarbeitete Nahrung – liegt auf der Hand. Dies betrifft vor allem die Zunahme der jüngeren Patienten. Im Alter dagegen spielen die eingeschränkte körperliche Mobilität und die nachlassende Funktion der Organe eine ebenfalls wichtige Rolle. Nicht zuletzt wirken genetische Faktoren mit. Sind Großeltern, Eltern oder Geschwister bereits an Diabetes Typ 2 erkrankt, so steigt die Wahrscheinlichkeit, selbst zum Patienten zu werden. Aber auch hier ist an einen Zusammenhang mit den Ernährungsgewohnheiten zu denken. Wie zuhause gekocht wird und wurde, bestimmt oft die eigenen Koch- und Essgewohnheiten über Jahrzehnte, wenn nicht eine umfassende Aufklärung und die Umsetzung der Ratschläge erfolgen.

Die schleichende Erkrankung – Diabetes Typ 2

Diabetes Typ 2 beginnt oft unbemerkt. Anfänglichen Anzeichen wird wenig Aufmerksamkeit geschenkt, da sie nicht unbedingt mit einer eigenständigen Erkrankung in Zusammenhang gebracht werden. Eher rechnen die Betroffenen die Symptome anderen Krankheiten zu.

Die Kennzeichen für den Typ 2-Diabetes gelten für alle Diabetesformen. Dies sind vor allem Durst und häufiges Wasserlassen, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Schwindel und Sehprobleme, Heißhungerattacken im Wechsel mit Appetitlosigkeit, schlechte Wundheilung und ein angeschlagenes Abwehrsystem des Körpers. Bei Potenzstörungen und Libidoverlust, bei Menstruationsstörungen und dem Ausbleiben einer gewünschten Schwangerschaft denken die Betroffenen sicher nicht zuerst an einen Diabetes. Auch weitere Störungen wie Bettnässen bei Kindern, psychische Veränderungen oder Nervenerkrankungen werden oft auf andere Ursachen hin untersucht.

Typ 2-Diabetes – Eigeninitiative zur Besserung

Obwohl diese Form häufig erst nach langer Zeit erkannt wird, muss – anders als beim Typ 1-Diabetes – nicht unbedingt gleich zur Insulinspritze gegriffen werden. Oft reichen für die Anfangsbehandlung Medikamente und eine Umstellung des Lebensstils aus, um wieder zu gesunden Blutzuckerwerten zu kommen. Gerade im Alter oder bei langjährigen Patienten kann es jedoch bei fortschreitender Erkrankung notwendig werden, doch auf Insulin zuzugreifen, um einen stabilen, akzeptablen Blutzuckerwert zu erreichen.

Besserung möglich – Erfolg in der Behandlung

Eine Garantie, dass man seinen Typ 2-Diabetes wieder loswird, gibt es nicht. Die Disposition bleibt bestehen, auch wenn man durch Verbesserung der Ernährungsgewohnheiten und durch ausreichend Bewegung oft Werte erreicht, die sogar die Einnahme von Medikamenten unnötig macht. Dies ist jedoch nicht unbedingt ein dauerhafter Zustand. Mit dem allgemeinen Nachlassen der Körperfunktionen kann sich die Krankheit wieder verschlimmern.

Richtig ernähren – der erste Schritt auf dem neuen Weg

Eine gesunde und dem Krankheitsbild angepasste Ernährung ist das A und O für den an Diabetes Typ 2 erkrankten Patienten. Natürlich ist es nicht immer einfach, jahrzehntelange Essgewohnheiten von heute auf morgen umzustellen. Grundlegende Kurse über die richtige Ernährung und einer speziellen Diät für Diabetespatienten werden von Krankenkassen, medizinischen Versorgungscentern und Bildungseinrichtungen angeboten. Auch Diabetologen stellen Infomaterial zur Verfügung und halten Vorträge – nicht nur für eigene Patienten – zum Thema oder bieten direkt ein Coaching an.

Was ist “richtiges Essen”?

Pauschal kann gesagt werden, dass der Verzicht auf zu viel tierisches Fett, auf Weißmehl, Alkohol und gesüßte Getränke immer, und vor allem bei Diabetes, gesundheitliche Vorteile mit sich bringt. Stattdessen dürfen es mehrere Portionen Gemüse am Tag sein, Vollkornprodukte und in Maßen Obst. Hochwertige Pflanzenfette mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren und einem hohen Anteil an Vitamin-B-Komplexen helfen, Vitamine und Mineralstoffe in der Nahrung richtig aufzuschließen. Weg von Junk und hin zu vollwertiger Ernährung trägt auch zur Gewichtsreduktion bei. Dies ist besonders wichtig, wenn bei den Patienten eine ausgeprägte Adipositas besteht.

Bewegung hilft – Blutzucker senken mit Sport und Spaziergang

Zur Sportskanone muss niemand werden, aber es ist wissenschaftlich erwiesen, dass regelmäßige Bewegungseinheiten bei Diabetes Typ 2-Patienten wesentlich zu einer Verbesserung des Krankheitsbildes beitragen. Mehrmals die Woche eine halbe bis eine Stunde Spazierengehen kann bereits sichtbare Erfolge erzielen. Wer mehr tun möchte, trainiert zusätzlich seine Kraft und Ausdauer. Natürlich darf eine Erkrankung auch gerne zum Anlass genommen werden, auf sportlicher Ebene neu oder gar erstmalig durchzustarten. Besonders ältere Patienten sollten sich hier aber unbedingt das ärztliche OK geben lassen.

Gewichtsreduktion – auf zu einem neuen Lebensgefühl

Bereits der Verlust von wenigen Kilos Übergewicht kann zu einer deutlichen Senkung des Blutzuckerspiegels beitragen. Um abzunehmen muss niemand hungern. Die richtige Auswahl der Lebensmittel trägt zur Sättigung ebenso bei wie zur Regulation des Blutzuckers. Nicht zuletzt wird durch die Gewichtsabnahme das Risiko verringert, von Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder einem Schlaganfall betroffen zu werden. Verlorenes Körpergewicht bringt zudem ein Plus an Lebensgefühl. So kann die Erkrankung durchaus von einer positiven Seite betrachtet werden: Die Umstellung der Lebensweise wird zu einer Chance auf einem neuen Weg.

Medikation – Wenn der Körper Nachhilfe braucht

Um bei einem neu erkannten Diabetes Typ 2 rasch auf gesunde Werte zu kommen, kann die zeitweilige Gabe von Medikamenten wichtig sein. Dies muss nicht zum Dauerzustand werden. Allerdings gelingt es nicht immer, allein durch die Umstellung der Lebensweise ausreichende Erfolge zu erzielen. Moderne Antidiabetika sind gut verträglich und einfach einzunehmen. Wie gut der Körper auf sie reagiert und wie sich die Anpassung der Lebensweise auswirkt, muss zumindest für eine Zeit mit Teststreifen kontrolliert werden. So bekommt der Patient mit der Zeit ein Gespür, wie sich die durch die Nahrungsaufnahme ergebenden unterschiedlichen Werte für ihn erkenntlich machen.

Keine Angst vor der Spritze – Insulin bei Diabetes Typ 2

Bei langjährigen Patienten mit Diabetes Typ 2 reichen jedoch Tabletten nicht immer zur Regulation aus. Hier wird es notwendig, zusätzlich Insulin zu spritzen. Mit einem Zuckertagebuch und der regelmäßigen Kontrolle gelingt es in den meisten Fällen, die Insulineinheiten so zu dosieren, dass ein stabiler Wert erreicht wird. Das Spritzen selbst ist dank des vielfach zum Einsatz kommenden Pens eine einfache Sache, die vom Patienten selbst vorgenommen werden kann. Zur Insulingabe gehören auch die Aufzeichnungen über die Werte. Je nach Schwere der Erkrankungen heißt es mehrfach am Tag die Blutzuckerwerte zu kontrollieren. Spitzen oder Unterzucker werden nach Anweisung des Diabetologen durch eine unterschiedlich hohe Einheitenzahl reguliert. Dadurch wird ein Lebensstandard erreicht, der vielfach nicht als Einschränkung wahrgenommen wird.


Bildnachweis
Beitragsbild: © stanias | Pixabay

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fröhliches Kind trotz Diabetes

Etwa 30.000 Kinder und Jugendliche leiden hierzulande an Diabetes Typ 1 und eine wachsende Zahl an Diabetes Typ 2. In diesem Alter stellt Diabetes die am häufigsten auftretende Stoffwechselerkrankung dar. Auch wenn die Krankheit nicht heilbar ist, geht es den Kindern und Jugendlichen vergleichsweise gut. Doch es geht nicht ohne Kontrolle und Selbstbeherrschung, wenn es bei Kindern um das Leben mit Diabetes geht.

Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2 bei Kindern

Wird bei Kindern und Jugendlichen Diabetes diagnostiziert, handelt es sich um etwa 60-70% um den Diabetes Typ 1, die sogenannte juvenile Diabetes. Damit ist Diabetes Typ 1 gemeint, eine der häufigsten chronischen Erkrankungen, die im Kindesalter auftreten können. Diabetes Typ 2 galt ursprünglich als Altersdiabetes und trat bei Kindern und Jugendlichen nur sehr selten auf. Seit allerdings immer mehr Kinder an Übergewicht und Adipositas leiden, wird auch Diabetes Typ 2 bei ihnen häufiger festgestellt.

Die Unterschiede von Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2

Diabetes Typ 1:

Bei diesem Typ werden die Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört, welche das Insulin produzieren. Dafür ist eine Autoimmunerkrankung verantwortlich, das heißt, der Körper produziert die zerstörerischen Antikörper selbst.

Diabetes Typ 2:

Obwohl die Bauchspeicheldrüse genügend Insulin produziert, wird der Körper zunehmend resistenter dagegen. Der Blutzuckerspiegel steigt und der Diabetes Typ 2 manifestiert sich.

Die Symptome von Diabetes bei Kindern

Erkrankt ein Kind an Diabetes Typ 1, zeigen sich die Symptome in der Regel erst sehr spät. Das liegt daran, dass die Bauchspeicheldrüse noch genügend Insulin produziert, obwohl die Antikörper längst ihr zerstörerisches Werk begonnen haben. Erst wenn mehr als 80 Prozent der Zellen in der Bauchspeicheldrüse zerstört wurden, die für die Produktion von Insulin benötigt werden, zeigen sich die folgenden Symptome:

  • Das Kind muss häufig Wasser lassen, auch in der Nacht. Möglicherweise nässt es deswegen nachts wieder ein, obwohl es längst trocken war.
  • Das Kind hat ständig Durst und trinkt täglich bis zu mehrere Liter Flüssigkeit.
  • Das Kind ist matt und schwach.
  • Obwohl das Kind genügend Essen zu sich nimmt, hat es ständig Hunger und nimmt trotzdem ab.
  • Das Kind leidet an Bauchschmerzen.
  • Ist der Diabetes bereits fortgeschritten, riecht die Atemluft nach Aceton.

Die Symptome des Diabetes Typ 2 ähneln den Symptomen des Diabetes Typ 1. Allerdings entwickeln sie sich deutlich langsamer. Erkrankt ein Kind an Diabetes Typ 2, hat es in der Regel ein starkes Übergewicht.

Tipp:
Achten Sie auf die Symptome, da diese oft übersehen werden. Bei rund einem Viertel der jugendlichen Patienten wird die Diagnose so spät gestellt, dass sie mit diabetischer Ketoazidose ins Krankenhaus eingewiesen werden müssen.

Die Diagnose stellt der Arzt

Stellen Sie die oben genannten Symptome bei Ihrem Kind fest, sollten Sie es unbedingt bei einem Kinderarzt oder einem Allgemeinmediziner vorstellen. Auch ein Facharzt für Innere Medizin und Endokrinologie ist der richtige Ansprechpartner. Damit er den Diabetes sicher diagnostizieren kann, stellt er Fragen:

  • Hat bereits ein anderes Mitglied der Familie Diabetes?
  • Nässt Ihr Kind nachts wieder ein oder muss es tags und nachts häufig Wasser lassen?
  • Wirkt Ihr Kind müde und matt?
  • Ist Ihr Kind durstiger als sonst? Trinkt es viel?
  • Hat Ihr Kind Bauchschmerzen?
  • Riecht der Atem des Kindes nach Aceton, also ein wenig nach Nagellackentferner?

Dann untersucht der Arzt Ihr Kind, misst den Blutzuckerspiegel und bittet um eine Urinprobe. Außerdem vereinbart der Arzt einen Termin zur Blutentnahme, bei welcher der sogenannte Nüchtern-Blutzucker bestimmt wird. Vorher darf das Kind acht Stunden lang weder etwas essen, noch zuckerhaltige Getränke zu sich nehmen. Damit die Diagnose fehlerfrei bestimmt werden kann, muss dieser Nüchtern-Blutzucker an mehreren Tagen gemessen werden.

Stellt der Arzt bei der Untersuchung fest, dass Ihr Kind Diabetes hat, überweist er es in eine darauf spezialisierte Einrichtung oder ein Krankenhaus. Dort kümmern sich Kinderärzte mit einer Zusatzqualifikation in Diabetologie um Ihr Kind und beginnen mit der individuellen Insulin-Therapie. Die Therapie zielt darauf ab, den Blutzuckerspiegel konstant zu halten. Da die Bauchspeicheldrüse kein Insulin mehr produziert, muss es täglich mehrmals gespritzt werden. Ohne Insulingabe lässt sich der Blutzuckerspiegel nach einer Mahlzeit nicht senken.

Ohne Kontrollen geht es nicht

Im Krankenhaus lernen Sie und Ihr Kind, wie Sie den Blutzuckerspiegel selbst kontrollieren können. Es gibt Geräte, mit denen selbst jüngere Kinder ihren Blutzucker gut überprüfen können. Allerdings braucht Ihr Kind – je nach Alter – Hilfe bei der Interpretation der gemessenen Blutzuckerwerte. Damit Sie das gemeinsam mit Ihrem Kind meistern, erfolgt bereits im Krankenhaus oder der Einrichtung eine Schulung.

Die Schulung für Diabetiker

Hier lernen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, wie sich Ihr Leben nach der Diagnose Diabetes ändert und wie Sie damit gut umgehen können. Schließlich bedeutet gerade die Diagnose Diabetes Typ 1, dass Ihr Kind für den Rest seines Lebens Insulin spritzen muss. Gemeinsam können Sie alles über Diabetes lernen – das hilft Ihnen auch, Folgeerkrankungen zu vermeiden. Für diese Diabetiker-Schulungen übernehmen normalerweise die gesetzlichen Krankenkassen alle anfallenden Kosten.

Diabetes Typ 1:
Diese Schulungen finden in speziellen diabetologischen Praxen statt. Erfragen Sie bei Ihrem Arzt, wo diese Schulungen angeboten werden.

Diabetes Typ 2:
Diese Schulungen werden von speziellen diabetologischen Praxen, aber auch von Hausärzten angeboten, die sich auf Diabetes Typ 2 spezialisiert haben. Je nach Schwere der Erkrankung gibt es unterschiedliche Schulungen für Diabetes Typ 2 mit oder ohne Insulintherapie und spezielle Schulungen für Diabetiker Typ 2, die gleichzeitig an Bluthochdruck leiden.

Begleitperson für Kindergarten oder Schule

Geht Ihr Kind in den Kindergarten oder die Schule, muss es auch in dieser Zeit den Blutzucker messen und gegebenenfalls Insulin spritzen. In manchen Fällen helfen Lehrerinnen oder Erzieherinnen, allerdings müssen diese dafür ebenfalls speziell geschult sein. Doch Ihr Kind kann sowohl den Kindergarten als auch die Schule nur dann besuchen, wenn die diabetische Versorgung sichergestellt ist, so dass nichts passieren kann. Falls Sie selbst Ihr Kind nicht den ganzen Tag in der Einrichtung begleiten und die Blutzuckermessung kontrollieren wollen, braucht das Kind eine Begleitperson, die diese Aufgabe übernimmt. Im Sozialgesetzbuch (SGB) XII ist deswegen in den Paragraphen 53 und 54 festgelegt, dass Kinder mit einer Behinderung – und eine chronische Krankheit wie Diabetes Typ 1 oder Diabetes Typ 2 zählt definitiv dazu – staatliche Unterstützung erhalten müssen, damit sie eine Schule besuchen können.

Die Leistungen der Integrationshilfe beantragen

Bei der für Integration zuständigen Behörde müssen Sie als Eltern die Leistungen beantragen, die Ihr Kind braucht. Das kann ein ambulanter Pflegedienst oder eine Begleitperson sein, aber auch ein persönliches soziales Budget. Für die medizinischen Leistungen, zu denen das Messen des Blutzuckerspiegels oder das Spritzen von Insulin zählt, ist dagegen ein Antrag bei der Krankenkasse erforderlich.

Die richtige Ernährung für Kinder mit Diabetes

Ein wesentlicher Aspekt bei Diabetes liegt auf der richtigen Ernährung Ihres Kindes. Eine vollwertige und ausgewogene Ernährung wirkt sich dabei positiv auf den Blutzuckerspiegel aus. In der Diabetes-Schulung lernen Sie viel darüber, wie sich die Kohlenhydrate auf den Blutzucker auswirken und damit auf die notwendige Zufuhr von Insulin. Da sich gerade der Langzeitzucker nur dann in den gewünschten Bereichen bewegt, wenn die Kohlenhydrate in der Nahrung und das gespritzte Insulin gut abgestimmt sind, ist hier eine regelmäßige Kontrolle mehrmals täglich nötig. Doch bei Kindern lässt sich die Aufnahme der Kohlenhydrate nicht immer so exakt planen: Sie wollen gelegentlich Süßigkeiten essen und auch einmal mit den Freunden auf dem Bolzplatz toben.

Was ist an Essen und Trinken bei Diabetes erlaubt?

Grundsätzlich braucht ein an Diabetes erkranktes Kind keine Spezialnahrung oder Diät. Selbstverständlich darf Ihr Kind auch kleinere Portionen an Süßigkeiten zu sich nehmen. Sie müssen gemeinsam mit Ihrem Kind darauf achten, dass die gespritzte Insulinmenge auf die zu den Mahlzeiten gegessenen Nahrungsmittel abgestimmt ist. Daher bekommen Sie gerade als Eltern umfassende Informationen über die Zusammensetzung der einzelnen Nahrungsmittel und lernen, wie Sie diese in Kohlenhydrateinheiten umrechnen können. Sämtliche Mahlzeiten und Nahrungsmittel die Kohlenhydrate enthalten, lassen den Blutzuckerspiegel Ihres Kindes steigen.

Zehn Gramm Kohlenhydrate entsprechen einer Kohlenhydrateinheit (KE oder KHE). Eine Broteinheit (BE) sind dagegen 12 Gramm Kohlenhydrate. Auf vielen Lebensmittelpackungen sind die Kohlenhydratmengen angegeben. Daraus können Sie ganz einfach die Broteinheiten (BE) ermitteln und wissen danach, wie viel Insulin sich Ihr Kind spritzen muss.

In diesen Lebensmitteln stecken Kohlenhydrate:

  • Getreide, Brot, Müsli, Cornflakes und Pizza
  • Nudeln, Kartoffeln und Reis
  • Milch und sämtlichen Molkereiprodukten wie Jogurt, Quark und Käse
  • Obst und Obstsäften
  • Kuchen, Kekse, Eis, Süßigkeiten, zuckerhaltige Getränke und selbstverständlich auch Zucker

Möchte Ihr Kind außerhalb der Mahlzeiten etwas zu essen oder trinken haben, sind folgende Sachen erlaubt:

  • Zuckerfreie Kaugummis oder Bonbons
  • Kräuter- oder Früchtetee ohne Zucker, aber auch Wasser
  • rohes Gemüse

Besteht die Diabetes lebenslang?

Wird bei Ihrem Kind Diabetes Typ 2 diagnostiziert, kommt es im Verlauf der Krankheit darauf an, ob Sie und Ihr Kind Ihren Lebensstil daran anpassen. Schafft es Ihr Kind, sein Gewicht zu reduzieren, bewegt es sich ausreichend und isst gesund und abwechslungsreich, kann diese Form der Diabetes manchmal vollständig verschwinden. Diabetes Typ 1 besteht dagegen lebenslang und ist bisher nicht heilbar. Daher sind die Schulungen und regelmäßige medizinische Kontrollen der Blutzuckerwerte notwendig. Nur dann lassen sich schwerwiegende Folgeerkrankungen vermeiden. Mögliche Komplikationen bei beiden Diabetes-Typen sind Unter- und Überzuckerung.


Bildnnachweis
Beitragsbild: © Greyerbaby | Pixabay

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Gesunde Ernährung als Diabetes Diät

Mit einer Diabetes Diät zu einem besseren Leben

Die lange Jahre gültigen Ernährungsratschläge und spezielle Diätprodukte bei Diabetes sind überholt. Was nun grundsätzlich als gesunde Ernährung, auch zur Kalorienreduktion, betrachtet wird, darf bei Diabetikern des Typ 2 auf den Tisch kommen. Lediglich die Patienten mit Diabetes Typ 1 müssen exakt berechnen, was sie essen und ihre Insulinzufuhr darauf abstimmen.

Was heißt Diabetes Diät?

Im Volksmund wird in erster Linie eine Ernährungsweise als Diät bezeichnet, die dem Abnehmen dient. Dies ist nicht falsch, aber ungenau. Eine Diät ist nämlich immer eine Kostform, die das Ziel hat, durch ihre Zusammenstellung ein gesundheitliches Ziel zu verfolgen. Soll mit der Ernährung bewirkt werden, dass überflüssige Pfunde verschwinden, so handelt es sich um eine Reduktionsdiät. Wenn Krankheiten durch die Ernährung besser behandelbar werden, wird die Krankheit im Zusammenhang mit der Ernährungsform genannt, beispielsweise Nieren Diät, Diabetes Diät, Zöliakie Diät.

Diabetes Diät – Grundlagen

Um eine dauerhafte Medikation zu vermeiden oder zumindest reduzieren zu können, ist es für Diabetiker wichtig, den Speiseplan auf die Erkrankung anzupassen. Dabei ist immer der erste Schritt, die Zusammensetzung von Nahrungsmitteln kennenzulernen: Wie viel Fett steckt in den Speisen, wie viele Kohlehydrate, welche Mengen an Zucker. Ein neues Bewusstsein für die Ernährung ist ein hilfreiches Werkzeug, um durch die Lebensweise dem Diabetes entgegen zu wirken.

Diätprodukte? – Nicht nötig!

Früher sah man sie auf dem Extraregal im gut sortierten Supermarkt und in Drogerien: Schokolade, Kekse und andere Lebensmittel wurden speziell für Diabetiker mit Zuckeraustauschstoffen hergestellt. Diese Süßstoffe wie Aspartam, Cyclamat oder Saccharin werden zwar von Diabetikern insulinunabhängig verstoffwechselt, sie können jedoch gesundheitliche Nachteile mit sich bringen. Seit Längerem stehen sie zum Beispiel in Verdacht, Übergewicht zu verursachen. Auch Krebserkrankungen wurden ihnen schon zugerechnet.

Selbst der einst empfohlene Fruchtzucker – Fruktose -, der den Blutzuckerspiegel weniger als Industriezucker ansteigen lässt, hat seinen guten Ruf verloren. Fruktosesirup kann für Übergewicht, für die Entwicklung einer Fettleber und nicht zuletzt für eine reduzierte Insulinempfindlichkeit verantwortlich sein. Fruchtzucker wird zudem zugerechnet, dass er die Harnsäure im Blut ansteigen lässt. Dies führt zu Gichtanfällen. Sämtliche Zuckeraustauschstoffe werden für zunehmend mehr Menschen unverträglich, sie verursachen Magen-Darm-Probleme.

Wie essen bei Diabetes?

Für Diabetiker gelten die gleichen Ernährungsgrundsätze wie für gesunde Personen. Fachärzte, Krankenkassen und Bildungseinrichtungen bieten Koch- und Ernährungskurse für Diabetiker an. Hier kann das Grundwissen über gesunde Nahrung erworben werden. Ebenfalls werden von der DGE, der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, Empfehlungen für eine vollwertige, ausgeglichene Ernährung herausgegeben. Bescheinigt der behandelnde Arzt einem Diabetiker die Notwendigkeit solcher Kurse, so werden die Kosten in vielen Fällen ganz oder teilweise von den Krankenkassen erstattet.

Ein schneller Überblick – Ernährungsmodelle

Die DGE ist es auch, die Diabetikern eine rasche Hilfe zur Hand gibt: Die Ernährungspyramide, auch Lebensmittelpyramide genannt. Der Ernährungskreis, ebenfalls von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung herausgegeben, zeigt auf, wie leicht es sein kann, sich richtig zu ernähren. Aus der am größten dargestellten Gruppe sollen die meisten Portionen verzehrt werden, aus der kleinsten Gruppe am wenigsten. Bei der DGE stehen getreidehaltige Nahrungsmittel in der Hauptgruppe.

Viele Ernährungswissenschaftler geben deshalb der Pyramide, wie sie vom Bundeszentrum für Ernährung herausgegeben wird, den Vorzug. Neben Wasser zur Flüssigkeitszufuhr ist es hier das Gemüse, das den Hauptanteil der täglichen Mahlzeiten ausmacht. Gerade für Diabetiker kann diese Form ein lohnenswertes Ziel für eine Ernährungsumstellung sein. Gemüse hat positivere Auswirkungen auf den Blutzucker, weniger Kalorien und Fett. Dafür bringt es mehr Vitamine und Mineralstoffe als Getreide mit sich. Eine Gewichtsreduktion lässt sich nach diesem Schema leichter erreichen, ohne dass gehungert werden muss.

Die Logi-Methode = “Low Glycemic and Insulinemic Diet” setzt ebenfalls darauf, dass durch eine Verringerung der Kohlenhydrate der Blutzuckerspiegel niedrig gehalten wird. Bei ihr stehen an der Basis Salate und stärkearme Gemüse, Obst und native Öle. Fisch, Fleisch und Molkereiprodukte bilden die zweite Gruppe. Die dritte Ebene besteht aus Vollkornprodukten, die allerdings in reduzierter Menge verzehrt werden. Weißmehlprodukte, Kartoffeln und Süße bilden die Spitze und sollten somit eher eine Ausnahme sein.

Diabetes- und Reduktionsdiät – Wichtige Grundsätze

Auf Zucker und Süßigkeiten muss nicht verzichtet werden, kleine Mengen sind erlaubt. Am besten ist es, diese zusammen mit andere Lebensmitteln zu essen oder etwa nach der Mahlzeit als Nachtisch. Der Konsum von fettem Fleisch und Wurstwaren wird langsam abgebaut. Die wöchentlichen ein bis zwei Fischmahlgerichte dürfen jedoch fetthaltig sein, hier überwiegen die Vorteile der darin enthaltenen gesunden Fettsäuren.

Gemüse ist der wertvollste Vitamin- und Mineralstofflieferant. Obst in kleinen Mengen darf weiterhin genossen werden. Zubereitet werden die Speisen schonend und fettarm. Wenig Alkohol und reichlich Wasser sind weitere Tipps, die für die neue Ernährungsweise wichtig sind. Wer dann noch auf Fertignahrung verzichtet und stattdessen selber kocht, weiß genau, was er zu sich nimmt. Verstecktes Fett, nicht erkennbare Kohlenhydrate und Zucker landen so nicht auf seinem Teller.

Liegen keine zwingenden medizinischen Gründe vor, so darf die Ernährungsumstellung durchaus Schritt für Schritt erfolgen. Aus zwei Tafeln Schokolade pro Woche wird eine, statt Chips gibt es wenige, aber wertvolle Nüsse, die Pizza landet nur noch einmal im Monat auf dem Teller – oder besser noch, zweimal eine halbe Pizza plus dem großen Salat.

Reduktionsdiät – Grünes Licht vom Arzt

Möchten oder sollten Sie als Diabetiker Übergewicht abbauen, so ist es wichtig, diesen Schritt möglichst genau mit dem Arzt zu besprechen. Eine engmaschigere Kontrolle des Blutzuckers kann erforderlich werden, denn weniger Nahrungsaufnahme bedeutet weniger Kohlehydrate. Werden Medikamente oder gar Insulin in der gleichen Menge wie bei dem früheren höheren Gewicht gegeben, kann eine gefährliche Unterzuckerung auftreten.

Diabetes Typ 1 – Diät

Für diese Patienten ist es immens wichtig, dass bei einer Reduktionsdiät ein genauer Plan eingehalten wird und eine ständige Überwachung durch den Arzt erfolgt. Der Einsatz einer Küchenwaage ist zumindest anfangs eine unerlässliche Hilfe. So lassen sich die KE – Kohlenhydrateinheiten = BE (Berechnungseinheit, früher als Broteinheit bezeichnet) einfach berechnen. Eine Einheit entspricht etwa 10 g Traubenzucker. Besprechen Sie mit dem behandelnden Arzt, wie viele Kalorien täglich eingespart werden dürfen, um einen dauerhaften Erfolg zu erzielen. Oft ist auch hier weniger mehr: Eine geringere Kalorieneinsparung führt zwar langsamer, aber schonender und nachhaltig zum Ziel, dem Gewichtsverlust. Das Idealgewicht nützt zwar dem Typ 1-Diabetiker nicht hinsichtlich dieser Erkrankung, kann ihn aber vor weiteren Krankheiten schützen, die als Folgeerkrankungen auftreten.

Gewicht verlieren – Diabetes Typ 2

Die meisten Typ 2-Diabetiker haben Übergewicht. Darin liegt eine große Chance. Bereits der Verlust von wenigen Kilos führt bei manchen Patienten dazu, dass auf Medikamente verzichtet werden kann. Die Insulinempfindlichkeit bessert sich durch den Fettabbau, regelmäßige Bewegung kurbelt zusätzlich den Stoffwechsel an und bringt weitere gesundheitliche Benefits. Auch für diese Gruppe gilt, dass der Abnehmwunsch und die genaue Zielsetzung mit dem Arzt abgesprochen werden sollte. Medikamente müssen nachtariert werden, damit weder Zuckerspitzen noch Unterzuckerung eintreten.

Interessente Diät-Erkenntnisse

Viele Grundsätze aus den für Gesunde bewährten Reduktionsdiäten lassen sich auch für Diabetiker umsetzen. Die Glyx-Diät, die auf dem glykämischen Index der Lebensmittel basiert und eine ballaststoffreiche, kalorienarme Kost sind einfach in den Alltag zu integrieren. Tabellen mit den Werten für Ballaststoffgehalt und dem glykämischen Index gibt es von Krankenkassen, Ernährungsberatungsstellen oder in Buchform im Fachhandel.

Ballaststoffe – Sattmacher und Verdauungsförderer

Ballaststoffe passieren Magen und Dünndarm nahezu unverändert, sie werden erst im Dickdarm aufgeschlossen. Die entstehenden Abbauprodukte regulieren die Verdauung. Dazu kommt, dass die meisten ballaststoffhaltigen Nahrungsmittel verhältnismäßig kalorienarm sind. Sie machen lange satt und sind nicht zuletzt auch preisgünstig. Wer bisher aber wenig Gemüse und Vollkornprodukte gegessen hat, sollte die Veränderung langsam angehen. Wird zu rasch auf einen hohen Ballaststoffanteil der Mahlzeiten umgestellt, können Blähungen und Bauchschmerzen die Folge sein. Möhren, Hülsenfrüchte und Kohl enthalten einen hohen Anteil an Ballaststoffen. Bei Obst gehören Beeren zu den Favoriten.

Der glykämische Index

Es ist schon einige Zeit her, seit die Glyx-Diät Furore machte. Die Erkenntnisse, die dieser Methode zugrunde liegen, sind aber nach wie vor für Diabetiker wichtig. Mit dem Glyx-Index wird gemessen, wie rasch und wie hoch ein Lebensmittel den Blutzucker in die Höhe treibt. Für eine erste Einschätzung des Glyx-Wertes reicht das Wissen um Kohlehydrate. Schneller verwertbare Kohlehydrate ergeben einen hohen Index, Vollkornprodukte, aber auch Lebensmittel mit Fett sorgen für einen langsamen Anstieg. Selbst die Verarbeitung der Nahrung spielt hier eine Rolle. Je mehr ein Nahrungsmittel verarbeitet wird, desto höher steigt sein Wert auf der Glyx-Skala. Mediziner empfehlen zwar nicht, die Diabetes-Diät ausschließlich auf den Glyx-Index auszurichten, jedoch halten sie das Wissen um ihn für Diabetiker für wertvoll, denn es kann zu einem ausgeglichenen Blutzucker beitragen.


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Diabetes Medikamente und Insulinspritze

Medikamente gegen Diabetes

Diabetes ist eine Stoffwechselkrankheit, von der immer mehr Menschen in Deutschland betroffen sind. In jedem Fall produziert entweder die Bauchspeicheldrüse nicht ausreichend Insulin oder der Körper hat gegen Insulin eine Resistenz entwickelt. Weil der Zucker nicht mehr aus dem Blut in die Zellen transportiert werden kann, steigt der Blutzuckerspiegel. Medikamente helfen, den Blutzuckerspiegel in normalen Bahnen zu halten. Andernfalls kann es zu Folgekrankheiten und Schäden an Blutgefäßen und Nerven kommen. Da jede Diabetes und jeder Patient anders ist, nutzen die Ärzte individuelle Strategien, wenn es darum geht, den Blutzucker zu senken. Hier bekommen Sie eine Übersicht über die Medikamente, die bei Diabetes vom Arzt verordnet werden können.

Insulin

Für die Behandlung der einzelnen Diabetes Typen können die Ärzte auf unterschiedliche Insulinarten zurückgreifen. Die meisten von ihnen werden künstlich im Labor produziert, da auf diese Weise die Wirkung gezielter manipuliert werden kann. Es gibt Insulin, das langsam wirkt und als Basis-Insulin die natürliche Abgabe von Insulin aus der Bauchspeicheldrüse imitiert. Andere Insulinarten wirken dagegen schnell und fangen den Anstieg des Blutzuckers nach einer Mahlzeit ab.

Insulin bei Diabetes Typ 1

Wenn Sie an Diabetes Typ 1 leiden, bekommen Sie vom Arzt höchstwahrscheinlich eine intensivierte konventionelle Insulintherapie verordnet. Das ist heute der Standard: Sie spritzen ein Langzeitinsulin ein bis zweimal am Tag und zusätzlich zu den Mahlzeiten ein schnell wirkendes Insulin. Bei etlichen Patienten verordnet der Arzt auch ein Insulinpumpe. Am Körper getragen gibt diese permanent Insulin über einen Katheter ab. Allerdings zahlen die Krankenkassen diese Insulinpumpe nicht in allen Fällen.

Insulin bei Diabetes Typ 2

Falls Sie an Diabetes Typ 2 leiden, bekommen Sie nur dann vom Arzt Insulin verordnet, wenn zur Regulierung des Blutzuckerspiegels Tabletten nicht mehr ausreichen. Es gibt Patienten, denen ein Langzeitinsulin reicht. Falls nicht, können auch Patienten mit Diabetes Typ 2 ein schnell wirkendes Insulin zu den Mahlzeiten spritzen oder sie bekommen eine intensivierte konventionelle Insulintherapie verordnet.

Den Blutzucker mit Tabletten senken

Während Diabetiker Typ 1 nicht ohne Insulin auskommen, muss das für Patienten mit Diabetes Typ 2 nicht so sein. Oft reichen sogenannte Antidiabetika aus. Diese werden als Tabletten eingenommen. Diese Antidiabetika gibt es in vielen unterschiedlichen Sorten, die auch jeweils unterschiedlich wirken. Manche von ihnen sorgen dafür, dass der Körper das körpereigene Insulin wieder besser akzeptiert, andere stimulieren die Produktion des Insulins in der Bauchspeicheldrüse. Es gibt Antidiabetika, die gleichzeitig den Blutzucker senken und Herz oder Nieren schützen.

Metformin:

Dieses Medikament ist sicher und wird in vielen Fällen verordnet. Es behindert in der Leber die Bildung von Glukose und sorgt gleichzeitig dafür, dass der Körper weniger insulinresistent ist. Wenn Ihr Arzt Diabetes Typ 2 bei Ihnen diagnostiziert hat und Sie gleichzeitig an Übergewicht leiden, ist Metformin eines der am meisten verordneten Medikamente gegen Diabetes. Allerdings gibt es Menschen, die Metformin nicht vertragen. Dann muss ein anderes Medikament ausgewählt werden.

Sulfonylharnstoffe:

Diese Medikamente regen die Produktion von Insulin in der Bauchspeicheldrüse an. Allerdings richten sich die Tabletten nicht nach dem tatsächlich vorhandenen Blutzuckerspiegel, sondern sie stimulieren die insulinproduzierenden Zellen. Lässt der Patient eine Mahlzeit ausfallen, kann es zu einer Unterzuckerung kommen. Lässt jedoch nach einiger Zeit die Funktion der Bauchspeicheldrüse nach, so dass weniger Insulin produziert wird, können die Sulfonylharnstoffe nicht mehr richtig wirken.

Gliptine (DPP-4-Hemmer):

Wie der Name schon verrät, hemmen die Gliptine den Rückgang des Darmhormons GLP-1, das die Produktion von Insulin stimuliert und auf diese Weise ebenfalls für die Senkung des Blutzuckerspiegels verantwortlich ist. Gliptine sind unter den Medikamenten gegen Diabetes diejenige, die von den meisten Menschen gut vertragen werden. Oft werden sie gemeinsam mit Metformin verschrieben.

GLP-1-Analoga:

Während die Gliptine das Darmhormon GLP-1 stimulieren und dessen Rückgang hemmen, ahmen die GLP-1-Analoga eben jenes Hormon nach. Sie sorgen dafür, dass die Bauchspeicheldrüse genügend Insulin produziert. GLP-1-Analoga gibt es nicht in Tablettenform.Sie werden stattdessen mittels Spritze verabreicht. Als mögliche Nebenwirkung tritt bei den GLP-1-Analoga häufig Übelkeit auf. Je nachdem, welches Präparat der Arzt konkret verordnet, müssen die Analoga entweder einmal in der Woche oder bis zu zweimal täglich gespritzt werden.

SGLT-2-Hemmer:

Diese Medikamente senken den Blutzuckerspiegel, indem sie den Stoff in den Nieren blockieren, der eigentlich verhindert, dass die Glukose über den Urin aus dem Körper geschwemmt wird. Stattdessen sorgen sie dafür, dass die Glukose ganz gezielt aus dem Blut mit dem Urin ausgeschieden wird, jedenfalls dann, wenn ein bestimmter Blutzuckerspiegel überschritten wird. Empagliflozin und Dapagliflozin sind zwei Vertreter der SGLT-2-Hemmer. Da allerdings diese Mittel für einen erhöhten Zuckergehalt des Urins sorgen, können sich dort vermehrt Bakterien und Pilze ansiedeln und für Infektionen sorgen.

Es gibt noch eine ganze Reihe anderer Medikamente gegen Diabetes, die jedoch nur selten und in einzelnen und begründeten Fällen vom Arzt verordnet werden. Zu diesen zählen Glitazone, Glinide und Alpha-Glukosidasehemmer. Außerdem kommen ständig neue Präparate auf den Markt.

In jedem Fall ist es für Sie als Diabetiker wichtig, die Anordnungen des Arztes zu befolgen und die Medikamente richtig einzunehmen. Entgleist der Blutzuckerspiegel, kann das schwere Folgen nach sich ziehen.

Notfallsituationen bei Diabetes

Wer an einem Diabetes erkrankt, ist in der Regel auf die konstante Einnahme der entsprechenden Medikamente angewiesen. Außerdem sollte der Blutzuckerspiegel regelmäßig kontrolliert werden. Trotzdem können selbst bei einer korrekten Medikamention Notfälle eintreten. Gerät der Blutzuckerspiegel außer Kontrolle, kann der gesamte Stoffwechsel entgleisen. Dann kann im Extremfall sogar Lebensgefahr bestehen.

Hypoglykämie (Unterzuckerung)

Sinkt der Blutzuckerspiegel auf einen Wert unterhalb von 50 mg/dl, kommt es zur Hypoglykämie. Diese kann bis zur Bewusstlosigkeit führen. Solange Sie noch bei Bewusstsein sind, können Sie mit Hilfe von Traubenzucker oder süßen Getränken den Blutzuckerspiegel wieder heben. Falls nicht, sollten sämtliche Familienmitglieder wissen, was Sie unternehmen müssen. Eine Möglichkeit ist das Spritzen von Glukagon. Falls Sie unsicher sind, sollten Sie eine Notaufnahme aufsuchen oder den Rettungsdienst rufen.

Eine Hypoglykämie macht sich durch Symptome bemerkbar, die jedoch von Mensch zu Mensch variieren können:

  • Heißhunger
  • Schweiß bricht aus
  • Das Herz beginnt zu klopfen
  • Es treten plötzliche Kopfschmerzen auf
  • Die Konzentration lässt stark nach
  • Die Lippen beginnen zu kribbeln
  • Sie sollten Ihren Blutzuckerspiegel kontrollieren, sobald Sie Ihre persönlichen Symptome spüren.

Ursachen: Ausgelöst wird eine Hypoglykämie beispielsweise durch:

  • Das Auslassen einer Mahlzeit oder eine ungeplante Zwischenmahlzeit
  • Trinken von Alkohol
  • Mehr Bewegung
  • Überdosierung der Medikamente gegen Diabetes
  • Extrem heiße oder kalte Umgebung

Hyperglykämie (Überzuckerung)

Bei einer Hyperglykämie steigt der Blutzuckerspiegel auf mehr als 250 mg/dl. In der Regel ist eine Unterdosierung der Medikamente oder eine vergessene Einnahme dafür verantwortlich. Liegt ein fieberhafter Infekt vor, kann es ebenfalls zu einer Hyperglykämie kommen. Kontrollieren Sie in einem solchen Fall nicht nur den Blutzuckerspiegel selbst (vor allen Dingen, wenn er über mehrere Tage zu hoch ist), sondern auch den Ketongehalt im Urin mit Hilfe von Teststreifen. Ist der Ketongehalt im Urin hoch, sollten Sie sich lieber in ein Krankenhaus begeben. Andernfalls verliert Ihr Körper zu viel Flüssigkeit und damit Mineralien, die dann über Infusionen zurückgeführt werden müssen.
Auch hier gilt: Sind Sie unsicher, sollten Sie lieber eine Notaufnahme aufsuchen oder den Rettungsdienst rufen.

Mögliche Symptome einer Hyperglykämie sind:

  • ausgeprägte Trockenheit im Mund
  • unstillbares Durstgefühl
  • häufiger Harndrang, der auch nachts anhält
  • Die Sehschärfe lässt nach
  • Sie fühlen sich müde oder benommen
  • Sie haben mehr Appetit
  • Ihnen wird beim Aufstehen schwindelig

Eine Hyperglykämie kann ebenfalls von unterschiedlichen Ursachen ausgelöst werden:

  • fieberhafter Infekt
  • Erkrankungen der Nieren
  • Essen und Trinken von zuviel zuckerhaltigen Nahrungsmitteln
  • Erkrankungen des Blutkreislaufs

Tipp:
Wenn Ihr Kind an Diabetes leidet, sollten Sie als Eltern darauf achten, dass die Erzieher oder Lehrer über die Erkrankung informiert sind und im Notfall helfen können.

Folgekrankheiten von Diabetes

Grundsätzlich ist das Leben mit Diabetes nicht viel anders als ohne diese Krankheit: Wenn bei Ihnen Diabetes diagnostiziert wurde, brauchen Sie keine spezielle Diät einzuhalten, sondern können gesund und abwechslungsreich essen. Muss der Blutzuckerspiegel mit Medikamenten eingestellt werden, sollten Sie diese gewissenhaft einnehmen. Gerade ein schlecht eingestellter Blutzuckerspiegel kann zu schweren Folgeerkrankungen führen. Diese reichen von Schäden an den Blutgefäßen über Nervenschäden, Schäden an den Nieren oder der Netzhaut. Während Menschen mit Diabetes Typ 1 vor allen Dingen an den Schäden leiden können, die der Zucker an den kleinen Blutgefäßen anrichten kann, können bei Menschen mit Diabetes Typ 2 auch Schäden an den großen Blutgefäßen auftreten. Da es allerdings oft eine längere Zeit dauert, bis der Diabetes schließlich diagnostiziert wird, ist oft nicht sicher, ob diese Schäden an den großen Blutgefäßen tatsächlich vom Diabetes herrühren. Mögliche Folgen davon können Durchblutungsstörungen der Beine, aber auch Schlaganfall und Herzinfarkt sein. Außerdem kann ein schlecht eingestellter Blutzuckerspiegel die Nerven schädigen. Eine weitere Folgekrankheit ist das diabetische Fußsyndrom, das bis zur Amputation des Fußes führen kann.

Die Lebenserwartung von Diabetikern gleicht der Lebenserwartung gesunder Menschen

Gelingt es Ihnen mit Hilfe von Medikamenten, einem gesunden Lebensstil und ausreichend Bewegung, Ihren Blutzuckerspiegel in einem gesunden Rahmen zu halten, können Sie auf die gleiche Lebenserwartung hoffen wie Menschen, die nicht an Diabetes erkrankt sind. Bei einem gut eingestellten Blutzuckerspiegel treten auch die gefürchteten Spätfolgen so gut wie nie auf. Selbst eine Schwangerschaft, die Geburt eines Kindes oder die Stillzeit ist dank wirkungsvoller Medikamente heutzutage relativ ungefährlich. Sie müssen lediglich Ihren Blutzucker regelmäßig messen und die Medikamentendosierung Ihres Arztes beachten.


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Zucker und Insulinspritze

Diabetes Mellitus, auch Zuckerkrankheit genannt, existiert in unterschiedlichen Formen. Wenn Sie an Diabetes Typ 1 erkranken, produziert Ihre Bauchspeicheldrüse nur noch wenig oder überhaupt kein Insulin mehr: Sie müssen das Hormon stattdessen regelmäßig spritzen. Da die meisten Menschen als Jugendliche an Diabetes Typ 1 erkranken, wird er auch Jugenddiabetes genannt. Trotzdem kann Diabetes Typ 1 selbst in hohem Alter noch auftreten. Hier erfahren Sie, welche Ursachen Diabetes Typ 1 hat, welche Symptome auftreten und wie er behandelt werden kann.

Die Ursachen für Diabetes Typ 1

In den meisten Fällen tritt Diabetes Typ 1 bereits im Kinder- oder Jugendalter auf. Die Langerhansschen Inseln, also die Zellen der Bauchspeicheldrüse, die das lebensnotwendige Insulin produzieren, werden dabei von körpereigenen Antikörpern zerstört. Stehen mehr als drei Viertel der Zellen nicht mehr der Insulinproduktion zur Verfügung, steigen die Blutzuckerwerte. Das liegt daran, dass die Bauchspeicheldrüse zu wenig Insulin produziert. Bei gesunden Menschen ist das Insulin dafür verantwortlich, dass die Glukose, also der Blutzucker, in die Zellen des Körpers transportiert wird. Dort liefert er die nötige Energie für sämtliche Vorgänge, die in den Zellen stattfinden. Stellt die Bauchspeicheldrüse nicht ausreichend Insulin für den Transport zur Verfügung, bleibt der Zucker im Blut und der Blutzuckerspiegel steigt an. Die eigentlichen Ursachen für die Zerstörung der Zellen in der Bauchspeicheldrüse durch die körpereigene Immunabwehr sind nicht genau bekannt. Die Wissenschaftler vermuten neben erblichen Faktoren eine Reihe weiterer Ursachen.

Genetische Ursachen für Diabetes Typ 1:

Bei rund 15 Prozent der Menschen, die an Diabetes Typ 1 erkranken, leidet auch ein Elternteil oder Geschwister an Diabetes. Das legt eine genetische Disposition nahe. Selbst die Kinder von an Diabetes Typ 2 erkrankten Eltern sind deutlich gefährdeter, selbst an dieser Autoimmunerkrankung zu leiden, als Kinder von gesunden Eltern.

Weitere Ursachen für Diabetes Typ 1:

Auch wenn sich die Forscher noch nicht ganz sicher sind, vermuten sie weitere Ursachen, die einen Diabetes Typ 1 hervorrufen können. Dazu zählen Infektionskrankheiten wie Röteln, Masern, Mumps oder Infektionen mit Coxsackie-Viren. Reagiert das Immunsystem eines Menschen sehr stark auf die UV-Strahlung der Sonne, hat dieser ebenfalls ein höheres Risiko, an Diabetes Typ 1 zu erkranken.

Forscher der Universität Helsinki stellten fest, dass Kinder, die schon früh mit eiweißhaltiger Babynahrung ernährt wurden, ein erhöhtes Risiko für Diabetes Typ 1 hatten. Wurden Kinder dagegen lange gestillt, sank dieses Risiko. Gleichzeitig bemerkten die Forscher, dass Kuhmilch auf die Entwicklung von Diabetes Typ 1 kaum einen Einfluss zu haben scheint.
Auch wenn Menschen mit einem Diabetes Typ 1 häufiger an Zöliakie (einer Glutenunverträglichkeit) leiden, spielt Gluten bei der Vorbeugung von Diabetes Typ 1 keine Rolle, stellten die Wissenschaftler ebenfalls fest. Die Einnahme von Nitrosaminen aus gepökelten Nahrungsmitteln kann nicht nur mutagen und genotoxisch wirken, sondern auch Ursache verschiedener Krebsarten und eine mögliche Ursache für Diabetes Typ 1 sein.

Die Symptome für Diabetes Typ 1

Während Menschen, die an Diabetes Typ 2 erkranken, oft gleichzeitig an Übergewicht leiden, sind Diabetiker vom Typ 1 normalerweise sehr schlanke Menschen. Sind mehr als drei Viertel der Zellen in der Bauchspeicheldrüse zerstört, die für die Insulinproduktion zuständig sind, kann der Körper nicht mehr genügend Insulin produzieren. Dann machen sich nach einigen Tagen oder Wochen die Symptome des Diabetes Typ 1 bemerkbar:

  • Der Harndrang wird stärker und häufiger: Das liegt daran, dass der Körper den Überschuss an Blutzucker über den Urin ausscheiden möchte.
  • Das Durstgefühl nimmt zu: Durch das häufige Wasserlassen mangelt es dem Körper an Flüssigkeit.
    – Die Haut ist trocken und kann jucken: Die Haut trocknet aus, weil der Körper über den Urin viel Flüssigkeit verliert.
  • Es kann zu einem Gewichtsverlust kommen, da der Körper die benötigte Energie nicht mehr aufnehmen kann: Stattdessen nutzen die Zellen die Fettdepots des Körpers und der Betroffene verliert an Gewicht.
  • Der Atem beginnt, nach Azeton zu riechen: Das ist ebenfalls eine Folge des Fettabbaus.
  • Es kann zu Mattheit, Müdigkeit, aber auch Erbrechen, Übelkeit und Bauchschmerzen kommen.
  • Wunden heilen deutlich langsamer: Bei einem Diabetiker wird nicht nur die Haut schlechter durchblutet, sondern das gesamte Immunsystem ist geschwächt. Das führt zu einer schlechteren Wundheilung.

Die Diagnose Diabetes stellt der Arzt

Wenn Sie die oben genannten Symptome bei sich oder Ihrem Kind feststellen, sollten Sie Ihren Haus- oder Kinderarzt aufsuchen. Dieser erfragt nicht nur die gesamte Krankengeschichte, sondern veranlasst auch die nötigen Untersuchungen. Er bittet Sie um eine Urinprobe und setzt einen Termin für eine nüchterne Blutentnahme fest. Beträgt der nüchterne Blutzucker mindestens 7,0 mmol/l oder 126 mg/dl, stellt der Arzt die Diagnose. Bei einem Diabetes Typ 1 lassen sich außerdem die typischen Antikörper nachweisen.

Die Behandlung bei Diabetes Typ 1

Da die Zellen der Bauchspeicheldrüse, in der das Insulin produziert wird, irreparabel zerstört wurden, sind die Patienten auf die lebenslange Gabe von Insulin angewiesen. Kinder bekommen in der Regel menschliches Insulin oder diesem sehr ähnliches Insulin. Das Insulin wird entweder gespritzt oder mit einem Insulin-Pen appliziert. Da bei einer Erkrankung mit Diabetes viel über die Krankheit gelernt werden muss, empfiehlt der Arzt zu Beginn der Behandlung eine spezielle Diabetes-Schulung.

In einer Schulung viel über Diabetes Typ 1 erfahren

Diagnostiziert der Arzt Diabetes Typ 1, sollten Sie eine entsprechende Schulung besuchen. In dieser erfahren Sie nicht nur vieles über die Ursachen und Symptome von Diabetes Typ 1, sondern auch über die richtige Behandlung und die möglichen Folgen. Sie lernen, wie Sie Ihren Blutzuckerspiegel messen und sich selbst das nötige Insulin spritzen können. Weiterhin erfahren Sie, in welchen Nahrungsmitteln wie viel Kohlenhydrate stecken und wie viel Insulin Sie entsprechend spritzen müssen. Zehn Gramm Kohlenhydrate bilden dabei eine sogenannte Kohlenhydrateinheit (oft als KE oder KHE abgekürzt). Diese Menge sorgt für einen Anstieg des Blutzuckerspiegels um 30 – 40 mg/dl. Soll dieser Anstieg gesenkt werden, ist dafür eine Insulineinheit (IE) nötig. Da die Körperzellen je nach Tageszeit unterschiedlich empfindlich auf Insulin und Blutzuckeranstieg reagieren, kann der Bedarf an Insulin pro Mahlzeit durchaus verschieden ausfallen. Mittags braucht der Mensch in der Regel nur halb so viel Insulin pro KE wie morgens.

Tipp:
Auch Erzieher oder Lehrer können an einer solchen Diabetes-Schulung teilnehmen. Damit können sie an Diabetes Typ 1 erkrankte Kinder in einer Einrichtung besser betreuen.

Die Prognose bei Diabetes Typ 1

Wer an Diabetes Typ 1 erkrankt, behält diese Krankheit höchstwahrscheinlich für sein gesamtes restliches Leben. Allerdings gibt es seit neuestem Hoffnung: Forscher entdeckten, dass die BCG-Impfung auch gegen die Immunzellen wirken kann, die für den Diabetes Typ 1 verantwortlich sind. Auch wenn bisher noch keine echten Fortschritte erzielt werden konnten, scheint eine Heilung künftig möglich zu sein.

Mögliche Komplikationen bei Diabetes Typ 1

Auch wenn Ihr Blutzuckerwert korrekt eingestellt ist, müssen Sie auf die mit dem Diabetes Typ 1 möglicherweise verbundenen Langzeitfolgen und lebensbedrohlichen Zustände achten:

  • Unterzuckerung (Hypoglykämie): Wird das Insulin falsch dosiert, kann es zu einer Unterzuckerung kommen. Das gleiche geschieht, wenn Sie eine Mahlzeit auslassen oder intensiv Sport treiben.
  • Ketoazidotisches Koma: Da bei einem Mangel an Insulin die Körperzellen nicht genügend Energie bekommen, fangen sie an, das Fett- und Muskelgewebe abzubauen. Die dabei gebildeten Abbauprodukte können zu einer Übersäuerung des Blutes führen. Da gleichzeitig der Blutzuckerspiegel sehr hoch ist, versucht der Körper den Zucker über den Urin auszuscheiden. Das kann zu Störungen des Herzrhythmus führen. Verliert der Diabetiker durch die Übersäuerung des Blutes und den Verlust an Flüssigkeit das Bewusstsein, ist das ein echter Notfall, der sofort medizinisch behandelt werden muss.

Mögliche Folgen eines Diabetes Typ 1

Ist der Blutzuckerspiegel nicht optimal eingestellt, kann dieser auf Dauer die Blutgefäße im Körper schädigen und eine sogenannte diabetische Angiopathie verursachen. Wird die Netzhaut des Auges beeinträchtigt, liegt eine diabetische Retinopathie vor, sind die Nieren geschädigt, tritt eine diabetische Nephropathie auf. Im Krankheitsverlauf können bei zu hohem Blutzuckerspiegel auch die Nerven geschädigt werden und eine diabetische Polyneuropathie auftreten. Selbst Schlaganfall, koronare Herzkrankheiten und periphere arterielle Verschlusskrankheiten können Folgen eines Diabetes Typ 1 sein.

Therapie von Diabetes Typ 1

Konventionelle Therapie

Bei dieser Therapieform werden die Insulingaben zwei- bis dreimal täglich zu regelmäßigen Zeiten und in genau vorgeschriebenen Dosen gespritzt.

Intensivierte Therapie (Basis-Bolus-Therapie)

Bei dieser Therapie müssen Sie als Patient selbst gut mitarbeiten. Erst nach der Messung des Blutzuckerspiegels wird die Menge an Insulin bestimmt. Ein langsam wirkendes Basisinsulin deckt dabei den Grundbedarf, ein kurzzeitig wirkendes Insulin die Blutzuckerspitzen je nach Mahlzeit und Aktivität. Für diese Therapie kann auch ein Sensor in das Fettgewebe der Haut implantiert werden. Dieser überprüft stetig den Zuckerspiegel und warnt vor Über- und Unterzuckerung.

Insulinpumpe

Diese Pumpe ist programmierbar. Sie versorgt den Körper über einen Katheter mit dem nötigen Insulin. Damit Sie die Insulinpumpe richtig bedienen, werden Sie zuvor darin unterwiesen. Obwohl sie ihre Insulinpumpe permanent tragen müssen, schätzen gerade Kinder diese sehr.

 

Fazit: Mit Diabetes Typ 1 ändert sich viel

Wenn der Arzt bei Ihnen oder Ihrem Kind die Diagnose Diabetes Typ 1 stellt, müssen Sie sich darauf einstellen, dass Sie für den Rest des Lebens Ihren Körper mit dem lebensnotwendigen Insulin per Spritze versorgen müssen. Doch mit der entsprechenden Begleitung und Schulung fällt die Gewöhnung an die regelmäßigen Blutzuckermessungen und Insulingaben leicht und wird schnell zum gewohnte Alltag.


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Diabetes Typ 3

Stellt ein Arzt eine Erkrankung an Diabetes fest, handelt es sich in den meisten Fällen um Diabetes Typ 1, Diabetes Typ 2 oder Schwangerschaftsdiabetes. Neben diesen drei häufigsten Arten von Diabetes gibt es weitere Arten. Diese kommen jedoch relativ selten vor. Verursacht werden diese unter Diabetes Typ 3 zusammengefassten Erkrankungen durch genetische Defekte, Infektionen mit Viren, eine Behandlung mit Medikamenten, aber auch durch Missbrauch von Alkohol, Stoffwechselstörungen oder von einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Hier erfahren Sie, welche unterschiedlichen Arten von Diabetes Typ 3 es gibt und wie sie diagnostiziert und behandelt werden.

Die Symptome von Diabetes Typ 3

Prinzipiell treten bei Diabetes Typ 3 die gleichen Symptome auf wie bei den anderen Arten. Auch in diesem Fall ist der Blutzuckerspiegel zu hoch, wodurch Organschäden auftreten können. Diese hohen Blutzuckerwerte werden ebenso wie bei Diabetes Typ 1 oder Diabetes Typ 2 durch Insulin, blutzuckersenkende Medikamente in Verbindung mit einer gesunden und abwechslungsreichen Mischkost therapiert. Je nach Ursache wird der Diabetes Typ 3 in acht unterschiedliche Arten unterteilt.

Die 8 Untertypen der Diabetes Typ 3

Diabetes Typ 3a

Der Diabetes Typ 3a wird auch als MODY bezeichnet und ist eine Abkürzung für “Maturity Onset Diabetes of the Young”, übersetzt: Erwachsenen-Diabetes, der bereits bei Kindern und Jugendlichen auftritt. Bisher unterscheiden die Mediziner 13 unterschiedliche Formen (MODY 1 – MODY 13), die sämtlich von Gendefekten verursacht werden. Diese Gendefekte führen zu einer abnormalen Entwicklung der Bauchspeicheldrüse oder der Inselzellen, sie können aber auch die Produktion des Insulins stören. Da dieser Diabetes Typ vererbbar ist, sind oft mehrere Mitglieder einer Familie daran erkrankt.

Diabetes Typ 3b

Bei diesem Diabetes Typ verhindert ein genetischer Defekt, dass das Insulin wie gewünscht wirken kann. Auch vom Diabetes Typ 3b gibt es verschiedene Varianten. In jedem Fall ist aber die Insulinresistenz mehr oder weniger stark ausgeprägt. Wer am Lipatrophischen Diabetes erkrankt, bei dem wird das Fett im Körper Stück für Stück abgebaut. Gegen diesen Diabetes gibt es bisher keine wirksame Therapie.

Diabetes Typ 3c

Dieser Diabetes Typ entsteht durch Verletzungen oder Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, so dass die Produktion von Insulin gehindert wird. Je nachdem, welche Erkrankungen oder Verletzungen ursächlich sind, gibt es auch hier unterschiedliche Varianten:

  • Chronischer Alkoholmißbrauch kann eine chronische Entzündung der Bauchspeicheldrüse verursachen und damit die Insulinproduktion behindern.
  • Wenn aufgrund eines Tumors die Bauchspeicheldrüse entweder teilweise oder total entfernt werden muss.
  • Wenn bei einem Unfall die Bauchspeicheldrüse verletzt wird.
  • Bei einer Erkrankung an Mukoviszidose (einer unheilbaren Erbkrankheit) kann sich auch in der Bauchspeicheldrüse zähflüssiges Sekret bilden. Schädigt es beispielsweise die insulinproduzierenden Zellen, kann eine Insulintherapie nötig werden.
  • Wenn sich in der Bauchspeicheldrüse Gewebe neu bildet und damit die insulinproduzierenden Zellen schädigt.
  • Wird zu viel Eisen im Körper gespeichert, weil eine Hämochromatose vorliegt, können auch die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse betroffen sein.

Diabetes Typ 3d

Dieser Diabetes Typ wird von hormonell bedingten Krankheiten verursacht (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Akromegalie: Bei dieser Krankheit produziert die Hypophyse zu viel Wachstumshormon, das dafür sorgt, dass in der Leber selbst Glukose gebildet wird. Gleichzeitig wird der Körper resistent gegenüber Insulin.
  • Aldosteronom: Ein Tumor der Nebennierenrinde, der für das Entstehen von Diabetes sorgen kann.
  • Glucagonom: Entsteht dieser Tumor in der Bauchspeicheldrüse, produziert diese vermehrt Glucagon, den Gegenspieler von Insulin. Damit steigt der Blutzuckerspiegel an.
  • Morbus Cushing: Der Körper produziert zu viel von dem Hormon ACTH, welches wiederum für einen erhöhten Cortisonspiegel sorgt. Werden die Körperzellen zunehmend resistent gegen Insulin, steigt in Folge der Blutzuckerspiegel.
  • Schilddrüsenüberfunktion: Diese Krankheit kann ebenfalls zu einem Anstieg des Blutzuckerspiegels und damit zu einem Diabetes führen.
  • Somatostatinom: Tumor von Bauchspeicheldrüse und Zwölffingerdarm. Wird die Produktion von Insulin durch diesen gehemmt, steigt der Blutzuckerspiegel an und ein Diabetes entsteht.
  • Phäochromozytom: Der Tumor des Nebennierenmarks kann ebenfalls dafür sorgen, dass die Nieren selbst Glukose produzieren und damit der Blutzuckerspiegel steigt.

Diabetes Typ 3e

Diese Diabetes kann von Medikamenten oder Chemikalien hervorgerufen werden (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Beta-Sympathomimetika: Medikamente zur Behandlung von Asthma, chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) und Reizblase.
  • Diazoxid: Mit diesem Medikament kann eine Hypoglykämie, ein Unterzucker behandelt werden.
  • Glukokortikoide (Cortison): Diese Stoffe sind gewissermaßen der Gegenspieler des Insulin, hemmen dessen Produktion und regen die Leber zur Neubildung von Glukose an.
  • Interferon-alpha: Wird zur Therapie bei Hepatitis B und Hepatitis C genutzt.
  • Nikotinsäure: Das Vitamin kann dafür sorgen, dass die Glukosetoleranz des Körpers schlechter wird.
  • Pentamidin: Wird zur Therapie parasitärer Erkrankungen genutzt.
  • Phenytoin: Medikament zur Therapie bei Herzrhythmusstörungen und Epilepsie.
  • Pyrinuron: Gift gegen Nagetiere.
  • Schilddrüsenhormone: Werden zur Behandlung einer Unterfunktion der Schilddrüse eingesetzt.
  • Thiazid-Diuretika: Dieses harntreibende Medikament wird bei Bluthochdruck und Herzschwäche verschrieben.

Diabetes Typ 3f

Erkrankt ein Mensch an Röteln oder infiziert sich mit Zytomegalie-Viren (einem Herpes-Virus), kann Diabetes Typ 3f eine mögliche Komplikation sein, die in der Regel ungeborene Kinder betrifft.

Diabetes Typ 3g

Neben der Autoimmunerkrankung, durch die ein Diabetes Typ 1 hervorgerufen werden kann, gibt es weitere Autoimmunerkrankungen. Diese verursachen einen Diabetes Typ 3g.

Diabetes Typ 3h

Ist der Diabetes von genetischen Syndromen verursacht, wird er als Diabetes Typ 3h bezeichnet (Ursachen in alphabetischer Reihenfolge):

  • Chorea Huntington
  • Dystrophia myotonica
  • Friedreich-Ataxie
  • Klinefelter-Syndrom
  • Porphyrie
  • Prader-Willi-Labhart-Syndrom
  • Trisomie 21
  • Turner-Syndrom
  • Wolfram-Syndrom

Oft Jahrelange Suche nach der Ursache für Diabetes Typ 3

Während der Diabetes Typ 2 für rund 90 Prozent aller Diabetes-Erkrankungen verantwortlich ist und auch der Diabetes Typ 1, der im Kindesalter auftritt, bei Ärzten und vielen Eltern bekannt ist, sind die speziellen Arten des Diabetes Typ 3 auch vielen Ärzten unbekannt. Andere Krankheiten, Medikamente, Giftstoffe oder genetische Syndrome sorgen für einen gestörten Zuckerstoffwechsel, in dessen Folge sich schließlich ein Diabetes manifestiert. Spezialisten für Diabetes wissen von den unterschiedlichen Formen, die ein solcher Diabetes haben kann. Damit lassen sich auch die schweren Folgeerkrankungen des Diabetes weitestgehend vermeiden.

Hintergrundwissen: Die Aufgabe der Bauchspeicheldrüse

Die Bauchspeicheldrüse des Menschen ist ein Organ, das mehrere wichtige Funktionen im Körper ausübt. So produziert die Bauchspeicheldrüse jeden Tag Enzyme, die der menschliche Organismus für die Verdauung der Nahrung benötigt. Außerdem sind in der Bauchspeicheldrüse jene Zellen situiert, in denen Insulin, aber auch Glucagon gebildet wird. Während Insulin den Blutzuckerspiegel senken und die Glukose in die Zellen transportieren kann wirkt Glucagon als Gegenspieler. Sind die Zellen der Bauchspeicheldrüse nachhaltig vernichtet und können kein Insulin mehr produzieren, steigt der Blutzuckerspiegel und der Diabetes macht sich mit seinen typischen Symptomen bemerkbar.

Diabetes Typ 3: Die typischen Symptome

Wird die Bauchspeicheldrüse geschädigt, ist in der Regel zunächst die Verdauung, besonders die Fettverdauung gestört. Isst der Patient Fett, macht sich das nicht nur mit Durchfall und Bauchschmerzen, sondern auch durch einen fettig glänzenden Stuhlgang bemerkbar. Im Lauf der Zeit steigt auch der Blutzuckerspiegel. Dieser verursacht Durst, der Patient trinkt mehr und scheidet damit auch mehr Urin ab. Sobald der Blutzuckerspiegel im Urin steigt, lässt er sich auch dort nachweisen. Als Folge des Diabetes sind die Betroffenen oft matt und müde, können Infektionskrankheiten weniger Widerstand leisten und verlieren an Gewicht. Gleichzeitig leiden die Betroffenen auch an den Symptomen der Erkrankung, die den Diabetes schlussendlich verursacht.

Die Behandlung von Diabetes Typ 3

Zuerst gilt es, die Erkrankung zu behandeln, welche den Diabetes Typ 3 ausgelöst hat. Wurde er von Medikamenten verursacht, sollten diese wenn möglich abgesetzt oder durch andere ersetzt werden. Liegt der Diabetes Typ 3 nur in einer relativ milden Form vor, reichen möglicherweise orale Antidiabetika in Zusammenhang mit einer entsprechenden Ernährung aus. Ist der Blutzuckerspiegel jedoch hoch, muss eventuell Insulin gespritzt werden. Welche Behandlung schließlich für den Diabetes Typ 3 genau in Frage kommt, hängt von der konkreten Ursache ab.

Die Diagnose von Diabetes Typ 3

Zunächst wird jeder Diabetes ähnlich diagnostiziert. Nach einer Anamnese bestimmt der Arzt den Blutzuckerspiegel und bittet um eine Urinprobe. Anschließend bekommt der Patient einen Termin zur Bestimmung des Nüchtern-Blutzuckers. Dieser wird morgens bestimmt, nachdem mindestens acht Stunden ohne Essen und ohne zuckerhaltige Getränke verbracht wurden. Ebenso kann ein oraler Glukose-Toleranz-Test Aufschluss über einen möglichen Diabetes geben. Nach der Diagnose des Diabetes muss der genaue Diabetes Typ und damit auch die Ursache für die Zuckerkrankheit herausgefunden werden. Liegen dem Diabetes genetische Erkrankungen zugrunde, lassen sich diese diese per Chromosomen- oder Genanalyse herausfinden.

Das können Sie selbst nach der Diagnose eines Diabetes Typ 3 machen

  • Sie sollten Ihre Ernährung auf eine abwechslungsreiche und gesunde Kost umstellen.
  • Wenn Sie an Übergewicht leiden, ist eine Reduzierung Ihres Gewichtes sinnvoll. Damit können Sie Ihren Körper entlasten.
  • Bewegen Sie sich und treiben Sie moderaten Sport.

Je nach Ausprägung des Diabetes Typ 3 können diese Maßnahmen bereits ausreichen, so dass Sie ohne zusätzliche Gaben von Insulin Ihren Blutzuckerspiegel konstant halten können. Falls Ihnen Ihr Arzt Insulin verschreibt: Dieses gibt es sowohl als Spritzen, aber auch als Tabletten. So vielfältig wie die einzelnen Typen des Diabetes Typ 3 sind, so vielfältig kann auch die Therapie ausfallen. Daher ist es wichtig, dass Sie sich an die Anweisungen Ihres Arztes halten, besonders was die Medikamente betrifft. In vielen Fällen können Sie selbst mit Sport und Bewegung sowie einem gesunden Lebensstil den Diabetes positiv beeinflussen.

Spätfolgen von Diabetes

Bleibt der Diabetes Typ 3 lange unentdeckt oder ist der Blutzuckerspiegel nicht gut medikamentös eingestellt, kann das schwere Spätfolgen nach sich ziehen. So können durch den hohen Blutzuckerspiegel die Gefäße beschädigt und innere Organe Schäden davon tragen. Ebenso kann sich ein zu hoher Blutzuckerspiegel auf die Funktion des Herzens auswirken und im schlimmsten Fall einen Herzinfarkt auslösen. Durchblutungsstörungen der Füße, Augen und Nieren sind weitere mögliche Spätfolgen.


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Ungesunde Ernährung als Ursache von Diabetes

Welche Ursachen hat Diabetes?

Diabetes ist eine Krankheit, bei welcher der Körper nicht ausreichend Insulin produziert und somit der Blutzuckerspiegel steigt. Die Erkrankung ist chronisch, was wiederum bedeutet, dass Diabetes nicht heilbar ist. Wenn Sie davon betroffen sind, können Sie jedoch mit den entsprechenden Medikamenten, der richtigen Ernährung, einer moderaten Bewegung nicht nur mögliche Folgeerkrankungen verhindern, sondern auch Ihr Leben genießen. Hier erfahren Sie, welche Ursachen Diabetes hat.

Die unterschiedlichen Arten von Diabetes

Wenn bei Ihnen Diabetes diagnostiziert wurde, ist Ihr Zuckerstoffwechsel gestört. Je nachdem worin die Ursachen für die diagnostizierte Diabetes liegen, werden unterschiedliche Arten der Diabetes definiert:

Diabetes Typ 1:

Ihr Körper produziert nicht mehr genügend Insulin. Dafür ist eine Autoimmunerkrankung verantwortlich, bei der die Zellen der Bauchspeicheldrüse durch körpereigene Antikörper zerstört wurden, in denen der Körper das nötige Insulin selbst hergestellt hat. Diabetes Typ 1

Diabetes Typ 2:

Ihre Körperzellen reagieren nicht mehr auf Ihr körpereigenes Insulin und der Zuckergehalt im Blut bleibt hoch. Diese Form des Diabetes betrifft mehr als 90 Prozent aller Erkrankungen. Diabetes Typ 2

Schwangerschaftsdiabetes:

Sind Frauen übergewichtig, können sie während der Schwangerschaft eine sogenannten Schwangerschaftsdiabetes bekommen.

Diabetes Typ 3:

Dieser Typ wird auch als pankreoprive Diabetes bezeichnet. Bei Diabetes Typ 3 ist die Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse durch eine Schädigung oder als Folge einer Erkrankung gestört. Diabetes Typ 3

Diabetes insidipus:

Bei dieser Diabetesform funktioniert zwar die Produktion von Insulin, dafür ist die Wassersteuerung der Nieren durch einen Mangel an Hormonen gestört.

Hintergrundwissen: Diese Aufgabe hat das Insulin

Bei sämtlichen Arten von Diabetes ist der Blutzuckerspiegel erhöht und dessen Regulation gestört. Bei einer gesunden Regulation des Blutzuckerspiegels wird die Nahrung in ihre einzelnen Bestandteile aufgespalten. Einer davon ist Glukose. Über den Dünndarm gelangt die Glukose in den Blutkreislauf und sorgt für einen Anstieg des Blutzuckerspiegels. Gleichzeitig sorgt ein Hormon im Darm dafür, dass die Langerhansschen Inseln in der Bauchspeicheldrüse mit der Produktion des körpereigenen Insulins beginnen. Insulin ist ebenfalls ein Hormon und dafür zuständig, dass die Glukose aus dem Blutkreislauf in die Zellen gelangen. Dort liefert die Glukose die nötige Energie für den Stoffwechsel. Im gleichen Maße, in dem die Glukose vom Insulin in die Zellen transportiert wird, sinkt auch der Zuckerspiegel im Blut.

Jeder Diabetes Typ hat unterschiedliche Ursachen

Grundsätzlich gilt: Sowohl bei Diabetes Typ 1 als auch bei Diabetes Typ 2 ist die Produktion von Insulin gestört. Allerdings hat das unterschiedliche Ursachen.

Ursachen für Diabetes Typ 1

Genetische Ursachen:
Auch wenn die Ärzte nicht alle Ursachen für den Diabetes Typ 1 kennen, sind sie sich in einem sicher: Neben einer erblichen Vorbelastung spielen auch Faktoren aus der Umwelt eine Rolle. Bei Diabetes Typ 1 bildet der Körper Antikörper, welche die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse angreifen. Sie zerstören die Zellen so, dass sie nicht genügend Insulin produzieren können. Somit steigt der Blutzuckerspiegel. Bis heute haben Forscher mehr als 100 Gene und Genkonstellationen herausgefunden, die das Auftreten von Diabetes Typ 1 begünstigen können. Trotzdem stammen rund 90 Prozent aller Menschen, die an Diabetes Typ 1 erkranken, von gesunden Eltern ohne Diabetes ab. Wer an Diabetes Typ 1 erkrankt, hat spezielle Gene, welche für die Entstehung der Antikörper verantwortlich zu sein scheinen. Produziert der Körper diese Antikörper, verursachen sie zunächst eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Es dauert über Monate oder sogar Jahre hinweg, bis durch eben diese Entzündung die für die Insulinproduktion zuständigen Langerhansschen Inseln zerstört sind. Arbeiten nur noch zehn bis 20 Prozent der insulinproduzierenden Zellen, reicht das Insulin nicht mehr aus und der Diabetes Typ 1 manifestiert sich.

Einflüsse der Umwelt auf Diabetes Typ 1
Nicht nur die Erbanlagen und Krankheiten, auch Einflüsse aus der Umwelt halten Forscher für mögliche Ursachen von Diabetes Typ 1. Sie vermuten, dass eine kurze Stillzeit der Säuglinge und zu frühe Beikost mit Gluten oder Kuhmilch ebenso zu Diabetes Typ 1 beitragen kann, wie im Essen oder anderen Stoffen enthaltene Giftstoffe, zu denen sie Nitrosamine zählen.

Wenn Sie an Diabetes Typ 1 leiden, dürfte nicht eine einzige Ursache zum Ausbruch der Krankheit geführt haben. In der Regel entsteht diese Autoimmunkrankheit aus einer Kombination von Ursachen und Risikofaktoren.

Der westliche Lebensstil als Risikofaktor
Wenn man die Zahl der Autoimmunerkrankungen betrachtet, scheint der westliche Lebensstil ein wesentlicher Risikofaktor zu sein. Immer mehr Menschen leiden an Allergien, Heuschnupfen und anderen Autoimmunerkrankungen, zu denen auch Diabetes Typ 1 gehört.

Weitere Ursachen:
Die Ärzte haben auch Infektionskrankheiten wie Röteln, Masern, Mumps oder Coxsackie-Viren im Verdacht, Diabetes Typ 1 zu verursachen oder wenigstens die Bildung der Antikörper zu unterstützen. Reagiert das Immunsystem eines Menschen sehr stark auf das UV-Licht der Sonne, ist dieser ebenfalls gefährdeter als andere Menschen.

Ursachen für Diabetes Typ 2

Auch bei Diabetes Typ 2 gibt es nicht eine einzelne Ursache, sondern eine ganze Reihe an Faktoren. Zu diesen zählen ebenfalls die Gene, aber auch mangelnde Bewegung und Übergewicht. Wird die Produktion des Insulin in der Bauchspeicheldrüse gestört, wird der Körper unempfindlich gegenüber seinem selbst produzierten Insulin oder werden spezielle Darmhormone nicht ausreichend produziert, kann es zu einem Diabetes Typ 2 kommen.

Genetische Ursachen:
Wenn Sie an Diabetes Typ 2 erkranken, haben Sie ebenfalls eine genetische Disposition für diese Krankheit. Allerdings kommt diese genetische Veranlagung und damit die Krankheit erst dann zum Vorschein, wenn Sie sich gleichzeitig zu wenig bewegen und an Übergewicht leiden. Begünstigt wird der Diabetes Typ 2 durch einen ungesunden Lebensstil. Dieser kann diese Diabetesform bereits bei Kindern und Jugendlichen hervorrufen, während es früher eher ältere Menschen waren, die an Diabetes Typ 2 erkrankten.

Resistenz gegenüber Insulin
Mangelnde Bewegung und Übergewicht führen zu einer weiteren Ursache für Diabetes Typ 2: Der Körper wird gegenüber Insulin resistent. Damit produziert er zwar noch ausreichend Insulin, dieses kann jedoch nicht richtig wirken und den Blutzucker in die Zellen schaffen. Damit steigt der Blutzuckerspiegel.

Weniger Insulin wird produziert
Zwar produziert die Bauchspeicheldrüse zu Beginn des Diabetes Typ 2 besonders viel Insulin, weil sie damit die Insulinresistenz ausgleichen möchte, doch sie hält das nicht lange durch. Nach einer Weile stagniert die Produktion, später lässt sie noch mehr nach. Somit tritt im Lauf des Diabetes Typ 2 ein Mangel an Insulin auf, der dann durch Medikamente ersetzt werden muss.

Darmhormone werden weniger
Dass zu jeder Mahlzeit die richtige Menge an Insulin in der Bauchspeicheldrüse produziert wird, dafür sind Hormone im Darm zuständig. Mangelt es an diesen Hormonen, wirkt sich das ebenfalls auf das Entstehen von Diabetes Typ 2 aus.

Ursache für Schwangerschaftsdiabetes:

Bei manchen Frauen diagnostiziert der Arzt während der Schwangerschaft einen Diabetes. Die Ärzte bezeichnen diesen Diabetes Typ als Diabetes Typ 4 oder Gestationsdiabetes. Für den Schwangerschaftsdiabetes scheint es mehrere Ursachen zu geben:

Hormone:
Während der Schwangerschaft produziert der weibliche Körper eine Reihe von speziellen Hormonen. Einige sind regelrechte Antagonisten von Insulin. Dazu gehören nicht nur die Östrogene, sondern auch Progesteron, Prolactin und Cortisol. Besteht gleichzeitig eine gewisse Resistenz gegenüber Insulin, kann sich diese während der Schwangerschaft so weit verstärken, dass der Arzt eine Schwangerschaftsdiabetes diagnostiziert.

Weitere Risikofaktoren:
Leidet die Schwangere an Übergewicht oder gibt es in ihrer Familie weitere Menschen, die bereits an Diabetes erkrankt sind, ist das Risiko eines Schwangerschaftsdiabetes ebenfalls erhöht.

Ursachen für Diabetes Typ 3

Im Vergleich zu Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2 tritt Diabetes Typ 3 relativ selten auf. Unter diesem Typ werden etliche Formen von Diabetes zusammengefasst, die sämtlich andere Ursachen als die bisher erwähnten haben. Ein Gendefekt in den insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse ist beispielsweise die Ursache für den Diabetes Typ 3a. Der Diabetes Typ 3b wird dagegen von genetischen Defekten hervorgerufen, welche die Wirkung des Insulins im Körper stören. Diabetes Typ 3e nennen die Mediziner eine Form des Diabetes, die durch Medikamente oder Chemikalien verursacht wurde.

Auf die Blutzuckerwerte kommt es an

Hat der Arzt nach der Anamnese den Verdacht auf Diabetes, kann er den Glukosetoleranztest durchführen: Für diesen Test muss der Patient eine bestimmte Menge an Zuckerlösung trinken. Wird anschließend der Blutzuckerspiegel bestimmt und diese Messung nach einiger Zeit wiederholt, sieht der Arzt, ob der Körper genügend Insulin produziert, um den erhöhten Blutzuckerspiegel wieder zu senken. Außerdem wird der Urin untersucht. Auch der sogenannte Nüchtern-Blutzucker spielt bei der Diagnose von Diabetes eine wesentliche Rolle. Soll dieser gemessen werden, darf der Patient mindestens acht Stunden vorher keine Nahrung mehr zu sich nehmen. Für eine exakte Diagnose reicht ein einziger hoher Wert jedoch noch nicht aus. Erst wenn der Nüchtern-Blutzucker an unterschiedlichen Tagen immer wieder zu hohe Werte erreicht, kann die Diagnose Diabetes zweifelsfrei gestellt werden. Der sogenannte Langzeitblutzucker, der HbA1c-Wert, wird vom Arzt für den Verlauf der Erkrankung benötigt. Ist Diabetes bereits diagnostiziert, kann der Arzt mit Hilfe dieses Langzeitwertes den Verlauf der Diabetes beurteilen und danach die Medikamente verordnen.

 

Fazit: Es gibt viele Ursachen für Diabetes

Wenn Sie an Übergewicht leiden und sich nur wenig bewegen, steigt mit dem Lebensalter auch das Risiko einer Diabeteserkrankung. Doch es gibt auch erbliche Faktoren, die zu einer Erkrankung führen können. Ist ein Elternteil an Diabetes Typ 2 erkrankt, ist das Risiko für die Kinder doppelt so hoch. Leiden beide Eltern an Diabetes, beträgt das Risiko bereits 80 Prozent. Vor allen Dingen bei Diabetes Typ 2 sind sich die Wissenschaftler sicher, dass ein Zusammenhang zwischen der Erkrankung und starkem Übergewicht besteht. Wenn Sie sich gesund ernähren und moderat Sport treiben, können Sie damit Ihr eigenes Risiko für Diabetes deutlich senken.


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Diabetes vorbeugen mit Sport

Eigeninitiative gegen Diabetes: Vorbeugen ist besser als Heilen

Rund 8 Millionen Betroffene sind es in Deutschland, die an einer Form des Diabetes erkrankt sind. Die Wohlstandskrankheit trifft also etwa jeden zehnten Bundesbürger. Zur Prävention kann jeder selbst beitragen. Einfache, aber effektive Tipps wie Bewegung, Ernährungsumstellung und Gewichtsreduktion tragen dazu bei, das Gesundheitsrisiko Diabetes zu verringern.

Wohlstandsschatten Diabetes

Weltweit erhobene Zahlen zeigen klare Trends auf: Mit dem steigenden Wohlstand wächst auch die Gefahr, an Diabetes Typ 2, der verbreitetesten Form dieser Stoffwechselstörung, zu erkranken. Anhand der erhobenen Spiegel sieht man auch, dass in Regionen, in denen Bildung nach wie vor ein Luxus ist, eine starke Zunahme prognostiziert wird. Der zunehmende Verzehr von Junkfood und Fertiggerichten und der Mangel an Aufklärung gehen eine ungute Symbiose ein. Dabei ist diese Verbindung einfach zu trennen, wenn das Wissen besteht, wie dies möglich ist.

Mit Wissen gegen Diabetes

Wie bei vielen Zivilisationskrankheiten ist Aufklärung – und die Umsetzung des Erlernten – ein wichtiger Schritt zur Gesunderhaltung. Auch Nichtbetroffene sollten deshalb jede Chance nutzen, sich über Diabetes zu informieren. Dies ist einfach machbar: Begleiten Sie einen erkrankten Angehörigen oder Bekannten zum Facharzt – Ihre Fragen werden gerne und kompetent beantwortet. Nehmen Sie die vielerorts angebotenen Veranstaltungen der Krankenkassen wahr, die für Mitglieder meist kostenlos sind und für Nichtversicherte viel Information zu einem verhältnismäßig günstigen Preis bieten. Auch in den Ärztehäusern, in denen verschiedene Einzelpraxen zusammengeschlossen sind, halten Fachärzte immer wieder Vorträge zum Thema Diabetes.

Schnell kristallisiert sich bei Wissenserwerb heraus, dass die Prävention bei Diabetes Typ 2 wie bei anderen Wohlstandskrankheiten auf drei Säulen stehen: Richtige Ernährung, eine gesunde Lebensweise, Abbau von Übergewicht.

Diabetes vorbeugen: Gesunde Ernährung gegen Diabetes Typ 2

Von überlieferten Esstraditionen, von zur Routine gewordenen Ernährungsgewohnheiten Abschied zu nehmen erfordert im ersten Schritt nichts weiter als den Willen dazu. Eine radikale Umstellung muss jedoch selten sein. Kleine, naheliegende Ziele sind leichter zu erreichen als eines in weiter Ferne. Welche Veränderung zu einem passt und dauerhaft durchgeführt werden kann, darf gerne individuell herausgefunden werden. Getan werden sollte jedoch in vielen Fällen etwas: Das Robert-Koch-Institut stellte in einer aktuellen Untersuchung fest, dass bereits 53 Prozent der Frauen und beachtliche 67 Prozent der Männer in Deutschland übergewichtig sind und mit Folgeerkrankungen zu rechnen haben. Diese Erkenntnis muss jedoch nicht zur Selbstkasteiung führen. Wichtig ist neben dem Gesundheitsfaktor, dass das neue Essverhalten Spaß macht.

Raus aus der Kantine, weg vom Schnellimbiss

Stress, Hektik, Zeitmangel: Und schon wird schnell – und oft ohne wirkliches Bewusstsein – irgendetwas gegessen, das keine Mühe macht. Das leider noch in vielen Betrieben viel zu kalorienreiche und fetthaltige Mittagessen aus der Kantine wird zwar nicht immer geliebt, aber dennoch verzehrt. Ein Anfang zu neuen, gesunderen Essgewohnheiten kann es sein, an einem oder zwei Tagen sich selbst einen frischen Salat aus sättigendem Gemüse, mit hochwertigem Öl und leicht verdaulichem Eiweiß mit an den Arbeitsplatz zu nehmen. Statt des süßen Riegels zwischendurch gibt es Obst oder Naturjoghurt. Hier steigt der Blutzucker langsamer an, ein starker Abfall mit dem einhergehenden Heißhunger, der uns maßlos werden lässt, bleibt aus.

Übergewicht abbauen – besser leben

Unbestritten gehört Übergewicht zu den ärgsten Risikofaktoren für Diabetes Typ 2. Daneben kann es den Stoffwechsel stören, wir bewegen uns automatisch weniger und setzen so einen Kreislauf in Gang, der oft in Krankheiten endet. Auch die Art der Fettverteilung scheint bei der Entstehung von Diabetes Typ 2 und anderen ernsten Erkrankungen eine Rolle zu spielen. So gilt der Birnentyp, bei dem sich die überflüssigen Polster an Gesäß, Oberschenkeln und Hüfte zeigen, als weniger gefährdet wie der Apfeltyp. Bei ihm sammelt sich das Fett am Bauch und ummantelt die darunterliegenden Organe. Hieraus kann sich ein erhöhtes Diabetesrisiko ergeben.

Manchmal reichen einige wenige Tricks schon aus, um bei den Essgewohnheiten auf eine neue Bahn zu kommen. Eine gute Nachricht gibt es dennoch für Übergewichtige: Bei ihnen reicht oft die Abnahme von wenigen Kilos bereits aus, dass sie aus dem Gefahrenbereich einer Erkrankung kommen.

Richtig essen, nicht nur knabbern

Übergewicht entsteht in vielen Fällen dadurch, dass zu wenig – und nicht immer das Richtige – gegessen wird. Eine Hauptmahlzeit soll ballaststoffreich sein und anhaltend satt machen. Ideal sind Hülsenfrüchte, Fisch, mageres Fleisch und Milchprodukte. Zusammen mit frischem Gemüse macht dies eine vollwertige Mahlzeit aus, die noch um reduzierte Portionen von Beilagen wie Kartoffeln, Reis und Nudeln ergänzt werden kann. Nehmen Sie sich mehr Zeit für Ihre Mahlzeiten! Wer lange kaut – jeden Bissen etwa 30 Mal – lernt wieder auf sein Sättigungsgefühl zu achten. Regelmäßige Mahlzeiten, die starke Blutzuckerschwankungen vermeiden, helfen beim Einhalten einer Reduktionsdiät.

Zuckerfasten – Speisen neu entdeckt

Es klingt simpel und ist in der Tat einfach, lediglich ein wenig Grundwissen und Durchhaltevermögen muss man bei dieser Gesundheitsmaßnahme mitbringen. Für einige Wochen wird die Höchstmenge des verzehrten Zuckers auf 25 Gramm beschränkt. Dabei ist natürlich auf versteckten Zucker, wie in Fertiggerichten, industriell hergestelltem Brot oder Soßen zu achten. Dank der Lebensmittelverordnung lässt sich der Zuckergehalt jedoch auf jeder abgepackten Ware erkennen. Wer diese Angaben aufmerksam liest, kennt rasch die wichtigsten Grammzahlen.

Ein großer Vorteil dieser Diät ist nicht nur die Kalorieneinsparung und die direkte Senkung des Diabetesrisikos, sondern das veränderte Bewusstsein. Wer gezuckerte Limo durch Fruchtsaftschorle ersetzt, wird den besseren Geschmack bald zu schätzen wissen. Frisches Obst ersetzt das gezuckerte Kompott aus der Dose. Naturjoghurt ist vielseitig und schmeckt nicht nur zum Frühstück, sondern auch als selbst gemachtes, zuckerfreies Salatdressing. Süßstoff ist übrigens ein schlechter Ersatz: Mit ihm wird genau das Gegenteil erreicht, man gewöhnt sich an die künstliche Süße, das Verlangen danach wird immer größer.

Intervallfasten – bewusste Nahrungsaufnahme

Im Labor ist der Effekt auf Mäuse bereits erwiesen: Eine längere Nahrungsmittelkarenz, wie sie im Intervallfasten eingehalten wird, kann zu einem gesünderen und längeren Leben beitragen. Untersuchungsergebnisse hinsichtlich der Auswirkung von Intervallfasten auf Demenzerkrankungen und Morbus Parkinson, Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems wie Schlaganfall und Herzinfarkt wie auch Multiple Sklerose lassen auf eine Eindämmung des Diabetesrisikos hoffen.

Auch diese Ernährungsform lässt sich problemlos von jedem anwenden. Zum Trinken gibt es während der Diättage Wasser, ungesüßten Tee und in Maßen schwarzen Kaffee. Gegessen wird normal, lediglich die Intervalle werden verändert. Bei der 5:2-Methode bedeutet dies, dass an fünf Tagen in der Woche ganz normal gegessen wird, ohne auf Kalorien zu achten. An zwei Tagen wird die Kalorienmenge reduziert, auf 500 Kalorien für Frauen und 600 Kalorien für Männer. Auf Kohlenhydrate in Form von Brot, Nudeln oder Reis sowie Alkohol und Nikotin wird an den Fastentagen verzichtet. Auch andere Intervalle sind möglich, wöchentlich zwei verlängerte Essenpausen sollen ebenfalls hilfreich sein. Hier wird nach einem frühen Abendessen die nächste Mahlzeit erst 16 Stunden später zu sich genommen.

Bei dieser Ernährungsmethode ist allerdings bei Vorerkrankungen Vorsicht geboten. Für Schwangere und Stillende, bei Essstörungen wie Bulemie oder einem hohen Lebensalter ist sie nicht geeignet. Es wird für jeden Diätwilligen empfohlen, sich vor Beginn des Intervallfastens grünes Licht geben zu lassen.

Genetische Einflüsse verringern – Prävention für Mutter und Kind

War früher Diabetes eine Erkrankung der Alten, so wird sie zunehmend zu einem Gesundheitsproblem bei Jüngeren, oft schon bei jüngsten Kindern. Ernährungsfehler stehen bei einer Erkrankung mit Diabetes Typ 2 auch bei dieser Gruppe im Vordergrund. Die Wissenschaft geht heute davon aus, dass bereits die Ernährungsgewohnheiten der werdenden Mutter sich auf die Kinder auswirken. Starkes Übergewicht der Mütter kann den Stoffwechsel des ungeborenen Kindes beeinträchtigen. Sogar der Zeitpunkt der Zeugung und das Gewicht der Mutter in diesem Zeitraum soll eine Rolle spielen. Ist die werdende Mutter während der gesamten Schwangerschaft normalgewichtig, erhöhen sich die Chancen, dass das Kind später nicht an Diabetes erkranken wird.

Bewegung macht munter und gesund

Auch hier darf und soll eine Umstellung nicht radikal erfolgen. Die Zeit der körperlichen Aktivität wird Schritt für Schritt auf mindestens vier Wochenstunden gesteigert. Ein Mehr ist selbstverständlich erlaubt, im Zweifelsfall entscheidet der Arzt.

Regelmäßigkeit statt Exzess

Um festzustellen, ob wir uns ausreichend bewegen, reicht der Blick auf die normale Uhr oder die regelmäßig spazierte Strecke. Moderne Fitnesstracker können sich aber gerade in der Prävention von Krankheiten als hilfreich erweisen. Durch die Aufzeichnung der Bewegungseinheiten haben wir einen besseren Überblick über das, was wir tatsächlich geleistet haben. Zudem können Vergleiche mit Freunden gezogen werden, das spornt an. Die Weltgesundheitsorganisation setzt den Maßstab für ein gesundes Maß an Bewegung nicht allzu hoch an: 10.000 Schritte pro Tag sollen es sein. Dazu reicht es, jede Stunde 200 Schritte am Arbeitsplatz zu gehen, eine Station früher aus dem Bus zu steigen, auf den Lift zu verzichten und in der Mittagspause oder nach Feierabend einen ausgedehnten Spaziergang zu machen. Diese neue Gewohnheit lässt sich rasch antrainieren, zusätzliche Benefits wie eine bessere Atmung und ein strafferer Bauch-Beine-Po-Bereich können angenehme Nebeneffekte sein.

Höherer Grundumsatz durch Muskeln

Bewegung hat aber nicht nur einen direkten Einfluss auf unseren Zuckerhaushalt. Wir bauen mehr Muskeln auf, die wiederum dafür sorgen, dass die benötige Energie dem Blutzucker entzogen wird. Je mehr Muskeln, desto rascher sinkt der Blutzuckerspiegel. Sogar im Ruhezustand profitieren wir vom Muskelaufbau. Er sorgt für einen höheren Grundumsatz, weil Muskeln selbst unbetätigt mehr Energie verbrauchen als Fettgewebe.


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Diabetes Werte

Diese Diabetes Werte sollten Sie kennen

Manifestiert sich ein Diabetes Typ 1, macht sich dieser mit Durst, Harndrang, Gewichtsverlust und anderen Symptomen bemerkbar. Dagegen bleibt der erhöhte Blutzuckerspiegel beim Diabetes Typ 2 oft unerkannt und wird meist zufällig entdeckt. Auch wenn sich ein erhöhter Blutzucker nicht durch Schmerzen bemerkbar macht, kann er fatale Folgen haben: So ist bei Diabetikern das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich erhöht. Ist der Blutzuckerspiegel dauerhaft hoch, ist das eines der wichtigsten Symptome für Diabetes. Hier erfahren Sie, welche Werte normal sind und welche Werte bei Diabetes ständig überprüft werden müssen. Nur dann können Sie sicher sein, dass Ihre Therapie den Blutzuckerspiegel in normaler Höhe hält.

Normale Blutzuckerwerte

Geht es um die Messung des Blutzuckerspiegels, unterscheiden die Ärzte zwei Werte: Zum einen messen sie den Kurzzeitzucker, zum anderen überprüfen Sie den Langzeitzucker. Dieser wird über einen Zeitraum zwischen acht und zwölf Wochen gemessen und entspricht damit dem Zeitraum, in dem sich die roten Blutkörperchen eines Menschen erneuern.

Die Werte für den Kurzzeitzucker liegen bei gesunden Menschen bei 60 – 100 mg/dl (bzw. 3,3 – 5,6 mmol/l) im nüchternen Zustand und 90 – 140 mg/dl (bzw. 5,0 – 7,8 mmol/l) für die Zeit nach einer Mahlzeit. Ist der Kurzzeitzucker geringer, kann das ein Indiz für Unterzucker sein. Da diese zu lebensgefährlichen Zuständen führen kann, sollten Traubenzucker und andere Kohlenhydrate eingenommen werden, die schnell ins Blut übergehen. Liegt der Kurzzeitzucker über einem Wert von 200 mg/dl (bzw. 11,1 mmol/l), sollten Sie dringend einen Arzt aufsuchen. Verspüren Sie zusätzlich zum hohen Blutzuckerspiegel die typischen Symptome für Diabetes wie unstillbarer Durst und anhaltende Müdigkeit, sollte der Arzt weitere Messungen vornehmen und danach seine Diagnose stellen.

Hintergrundwissen: Das ist Glukose

Blutzucker ist zunächst nichts anderes als Glukose, ein Einfachzucker, zu denen auch der Traubenzucker gehört. Gelangt Glukose über den Magen in den Verdauungstrakt, braucht dieser nicht von den dort wirkenden Enzymen aufgespalten zu werden. Glukose kann sofort via Darmwand ins Blut gelangen und liefert dort den Körperzellen die nötige Energie. Besonders die Nerven und das Gehirn sind auf Glukose angewiesen, wenn sie gut arbeiten sollen. Das von der Bauchspeicheldrüse produzierte Insulin sorgt dafür, dass die Glukose in die einzelnen Zellen gelangt. Lediglich rote Blutkörperchen und Nervenzellen sind dazu in der Lage, ohne die Hilfe von Insulin Glukose aufzunehmen.

Auf die Symptome für Diabetes achten

Falls Sie die Symptome für Diabetes bei sich feststellen, sollten Sie Ihren Hausarzt aufsuchen. Dieser wird Ihren Blutdruck messen, Ihre Körpergröße und Ihr Gewicht messen, sowie im Labor das Blut und den Urin untersuchen lassen.

Der Nüchternblutzucker

Damit der Arzt Ihren Nüchternblutzucker korrekt ermitteln kann, müssen Sie nüchtern zur Blutentnahme erscheinen. Sie dürfen in den acht Stunden vorher weder etwas essen, noch kalorienhaltige Getränke trinken. Erlaubt sind ungesüßte Kräuter- und Früchtetees, sowie Wasser. Liegt der Wert des Nüchternblutzuckers im Blutplasma unter 110 mg/dl, können Sie aufatmen: Sie haben keinen Diabetes. Lassen Sie trotzdem Ihren Blutzuckerwert wenigstens einmal jährlich überprüfen. Stellt der Arzt fest, dass Ihr Nüchternblutzucker über 125 mg/dl liegt, wird in der Regel an einem anderen Tag der Nüchternblutzucker ein zweites Mal gemessen. Liegt dieser wieder über 125 mg/dl und sind gleichzeitig die typischen Symptome für Diabetes vorhanden, können Sie relativ sicher sein, dass Ihr Arzt die Diagnose Diabetes stellt. Falls Ihr Nüchternblutzucker einen Wert zwischen 110 mg/dl (normal) und 125 mg/dl (Diabetes) erreicht, dürfte bei Ihnen ein Vorstadium des Diabetes vorliegen. Dieses überprüft der Arzt in der Regel mit einem Zuckerbelastungstest.

Der Langzeitblutzucker: HbA1c

Dieser Blutzuckerwert wird als HbA1c-Wert bezeichnet. Für gesunde Menschen beträgt dieser gerade einmal sechs Prozent oder 39mmol/mol. Hat Ihr Arzt bei Ihnen Diabetes diagnostiziert, überprüft er auch den HbA1c Langzeitwert. Auch bei einem bestehenden Diabetes wird dieser Wert regelmäßig durch einen Diabetologen oder den Hausarzt kontrolliert. Beträgt der Wert für den Langzeitzucker in der Therapie zwischen 6,5 Prozent (48 mmol/mol) bis höchstens 7 Prozent (53 mmol/mol), gilt der Blutzuckerspiegel als gut eingestellt. Liegt dieser Wert jedoch über 7 Prozent, sollte Ihr Arzt die Dosis der Medikamente überprüfen. Sie müssen ab dann jeden Tag Ihren Blutzuckerwert messen.

Tipp:
Es gibt Krankheiten wie Anämie oder andere Blutkrankheiten, bei denen der Langzeitblutzucker verfälscht sein kann. Das gleiche gilt bei einer Schwangerschaft oder bei häufiger Einnahme von Acetylsalicylsäure, einem Schmerzmittel. In diesen Fällen nutzt der Arzt den Nüchternblutzucker und die Resultate des oralen Glukosetoleranztests für seine Diagnose.

Der orale Glukosetoleranztest (oGTT)

Der orale Glukosetoleranztest wird auch als Zuckerbelastungstest bezeichnet. Mit seiner Hilfe erkennt der Arzt, ob bereits ein Vorstadium des Diabetes vorhanden ist. Er führt diesen Test durch, wenn er feststellt, dass der Blutzuckerspiegel zeitweise erhöht ist. Das betrifft vor allem die Zeit nach den Mahlzeiten: Reicht die Menge an Insulin nicht aus, damit der Körper die dann im Blut vorhandene Glukose schnell in die Zellen befördern kann, ist der Blutzuckerspiegel erhöht. Damit der Arzt die richtigen Werte aus dem oralen Glukosetoleranztest ablesen kann, sollten Sie drei Tage vor dem Test wie immer normal essen und dabei genügend Kohlenhydrate zu sich nehmen. Sie sollten jedoch während dieser drei Tage auf das Rauchen verzichten. Da der Test nüchtern durchgeführt werden muss, dürfen Sie etwa zehn Stunden vorher nichts mehr essen und nur noch kalorienfreie Getränke zu sich nehmen. Vor dem eigentlichen Toleranztest bestimmt der Arzt mit einer Blutentnahme den Wert des Nüchternblutzuckers. Anschließend bekommen Sie etwa einen Viertelliter Wasser mit darin gelösten 75 Gramm Traubenzucker zu trinken. Wenn Sie das süße Wasser getrunken haben, müssen Sie zwei Stunden lang warten, bis Ihnen der Arzt noch einmal Blut abnimmt und den Blutzuckerspiegel kontrolliert. Mit Hilfe dieser Werte stellt Ihr Arzt fest, ob sich bei Ihnen bereits ein Diabetes manifestiert hat, ob es ein Vorstadium gibt oder ob Sie überhaupt nicht an Diabetes leiden.

Tipp:
Sämtliche Werte für den Blutzuckerspiegel sind selbstverständlich nur Richtwerte. Diese können je nach Gesundheitszustand oder Lebenssituation durchaus anders ausfallen. So kann eine Schilddrüsenüberfunktion, aber auch zu viel Stress ebenso für einen erhöhten Blutzuckerspiegel sorgen wie mangelnde Bewegung und unausgewogene Ernährung.

Ein zu hoher Blutzuckerspiegel ist mit Langzeitfolgen verbunden

Liegt der Blutzuckerspiegel dauerhaft über den oben genannten Werten, ist das Risiko für Folgeschäden hoch. Dazu zählen nicht nur Amputationen, sondern auch Schlaganfall, Herzinfarkt oder Erblindung. Sobald Sie Symptome für Diabetes bei sich feststellen, sollten Sie den Arzt aufsuchen und Ihren Blutzuckerspiegel messen lassen. Wird der Diabetes frühzeitig diagnostiziert, ist die Gefahr von Langzeitschäden deutlich geringer. Das gleiche gilt für die Behandlung: Sie sollten Ihren Blutzuckerspiegel regelmäßig überprüfen lassen. Damit können Sie sicher sein, dass die verordneten Medikamente den Blutzuckerspiegel im gewünschten Rahmen halten. Reicht eine Änderung Ihres Lebensstils für die Normalisierung der Blutzuckerwerte nicht aus, wird Ihr Arzt eine medikamentöse Therapie in Erwägung ziehen. Während bei Diabetes Typ 1 in der Regel Insulin gespritzt werden muss, reichen bei Diabetes Typ 2 Tabletten wie Metformin oder DPP-4-Hemmer zur Behandlung aus.

Weitere Untersuchungen bei Diabetes

Neben den oben genannten Blutzuckerwerten überprüft Ihr Arzt, ob Sie bereits an den Folgeerkrankungen von Diabetes leiden. Das kann der Fall sein, wenn bei Ihnen der Blutzuckerspiegel über einen längeren Zeitraum bereits erhöht war – und Sie nichts von Ihrer Erkrankung wussten. Er prüft Ihren arteriellen Blutdruck und lässt im Labor die Blutfettwerte und die Cholesterinwerte bestimmen. Damit kann er eine eventuell vorhanden Fettstoffwechselstörung und einen möglichen Bluthochdruck zweifelsfrei diagnostizieren. Außerdem untersucht er Ihre Augen, Nieren, die Blutgefäße und Ihr Nervensystem auf mögliche Folgeschäden durch einen unerkannten Diabetes.

Im Urin den Zuckergehalt bestimmen

Wenn Sie selbst überprüfen wollen, ob Sie an einem noch unerkannten und damit unbehandelten Diabetes leiden, können Sie einfache Urin-Teststäbchen dafür nutzen. Bleibt zu viel Zucker im Blut und wird dieses nicht vom Insulin in die Zellen transportiert, gelangt dieser via Niere in den Urin. Daher hat der Diabetes mellitus, der “honigsüße Durchfluss”, überhaupt seinen Namen bekommen. Bis zur Bestimmung des Blutzuckerspiegels konnten die Ärzte Diabetes nur feststellen, wenn sie vom Urin eine Geschmacksprobe nahmen. Schmeckte dieser süß, war der Patient zuckerkrank. Die Teststäbchen verfärben sich erst dann, wenn im Urin Blutzucker vorhanden ist. Beachten Sie jedoch, dass im Urin der Zucker erst ab einem Wert zwischen 160 – 180 mg% nachgewiesen werden kann. Besteht dieser hohe Blutzuckerspiegel bereits für eine Weile, können sich neben dem Diabetes bereits weitere Folgeschäden manifestiert haben. Deswegen sollten Sie bei einer Verfärbung der Teststreifen unbedingt Ihren Hausarzt aufsuchen. Manchmal verfärben sich die Teststäbchen auch dann, wenn der Blutzuckerspiegel völlig normal ist. Das ist dann der Fall, wenn die Nierenfunktion gestört ist. Daher reichen die Urin-Teststäbchen zur Diagnose von Diabetes nicht aus.

Selbst die Kontrolle über die Werte behalten

Wenn Ihr Arzt Diabetes diagnostiziert hat, müssen Sie Ihren Blutzuckerspiegel regelmäßig auch selbst kontrollieren. Das gehört zu jeder Therapie einfach dazu. Auf diese Weise merken Sie sofort, wenn die Werte entgleisen und können wirkungsvoll gegensteuern.

Zur Kontrolle gehören beispielsweise:

  • Kontrolle des Blutzuckerspiegels
  • Regelmäßige Kontrolle des Blutdrucks, besonders, wenn Sie unter Bluthochdruck leiden
  • Wiegen Sie regelmäßig Ihr Gewicht, besonders, wenn Sie übergewichtig sind.
  • Kontrollieren Sie, ob an Ihren Füße Wunden, Verletzungen oder Druckstellen vorhanden sind. Falls ja: Zeigen Sie diese bitte Ihrem Arzt.

Notieren Sie Ihre Werte und Beobachtungen sorgfältig. Damit geben Sie Ihrem Arzt wichtige Entscheidungshilfen für eine gelungene Therapie.


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