Diäten

Eiweißhaltige Lebensmittel

Wundermittel Eiweiß Diät?

Die Eiweiß-Diät gilt als Schlankheits-Booster und Erfolgsgarant, ohne Verzicht schnell und langfristig abzunehmen. Doch was steckt dahinter? Ist die Eiweiß-Diät wirklich so erfolgsversprechend?

Die Eiweiß Diät basiert auf einer proteinreichen Ernährung. Proteine selbst können vom menschlichen Körper nicht gespeichert werden, machen aber nachhaltig satt. Auf diese Weise soll das Hungergefühl sozusagen “ausgetrickst” werden. 
Nicht nur unter Promis gilt die Eiweiß Diät als erfolgreiches Mittel, um schnell und dauerhaft Pfunde zu verlieren. Wenn Models sich schon wenige Wochen nach einer Schwangerschaft gertenschlank auf Hochglanz Prints präsentieren, könnte das an der Eiweiß Diät gelegen haben. Dabei hilft die Diät nicht nur dabei in rasantem Tempo abzuspecken – sie fördert auch den Muskelaufbau.

Im Gegensatz zu manch anderer Diät hält die Eiweiß Diät damit langfristig sogar fit. Die Aufnahme reichhaltiger Proteine geht nicht an die sprichwörtliche “Substanz”. Die Muskulatur wird erhalten und sogar positiv unterstützt. Der ideale Weg um überschüssiges Fett zu verbrennen.

Das Konzept der Eiweiß Diät macht es sich zunutze, dass Proteine einen hohen Sättigungsgrad haben. Unter Hungergefühlen müssen die Abnehmwilligen bei der Eiweiß Diät nicht leiden. Ein wenig langweilig kann die Ernährung aber auch hier werden. Fettreiche Lebensmittel sollte man während der Eiweiß Diät meiden. Es ist zwar grundsätzlich nicht verboten Fette zu sich zu nehmen, aber bitte nur in begrenztem Umfang. Brot, Nudeln und Kartoffeln enthalten sehr viele Kohlenhydrate. Ähnlich wie bei anderen Low-Carb Diäten sollte man diesen Lebensmitteln nur einen stark eingeschränkten Platz auf dem Speisezettel einräumen. Besser ist es, sie gänzlich zu meiden.

Im Rekordtempo zurück zur Traumfigur?

Wir alle sind ja nicht von Natur aus als Schwergewicht auf die Welt gekommen. Oft haben sich die Kilos über Jahre hinweg langsam und allmählich angesammelt. Kann es also eine Diät geben, die die Sünden einer langen Zeit im Nu vergessen lässt? Die Befürworter der Eiweiß Diät schwören darauf! Und die Berichte über den einen oder anderen Star in den Medien scheinen ihnen Recht zu geben.

Wie der Name der Diät bereits verrät – das Geheimnis liegt in der Wirkung von Eiweiß auf unseren Körper. Bei der Eiweiß Diät muss nicht auf einen strengen Diät Plan geachtet werden. Der Fokus der Ernährung sollte jedoch auf eiweißreichhaltigen Lebensmitteln liegen. Jede Mahlzeit muss hauptsächlich aus Proteinen bestehen. Ein durchdachtes Programm sollte der Eiweiß Diät trotz aller Freiheiten stets zugrunde liegen, damit sie auch wirklich zum Erfolg führt. Sehr beliebt sind daher auch die angebotenen Eiweiß Shakes, da sie die ausreichende Aufnahme von Proteinen gewährleisten und sogar ganze Mahlzeiten ersetzen können.

Grundsätzlich gibt es verschiedene Ansätze für eine Eiweiß Diät. Eine der bekanntesten ist die Diät nach Kirsch. Bis zu zwölf gekochte Eiweiße stehen hier auf dem Speiseplan. Das Eigelb ist dabei tabu. Joghurt, Fisch, Geflügel und Nüsse sind ebenfalls Bestandteil einer Ernährung nach Kirsch. Außerdem gehören zwei Eiweißshakes am Tag zum Programm. Die Menge der erlaubten Kohlenhydrate ist variabel, sollte aber im Durchschnitt auf ca. 100 bis 120 Gramm pro Tag limitiert sein. 
Kohlenhydrate versorgen unseren Körper mit dem Energielieferanten Glukose. Durch die Reduktion von Kohlenhydraten ist der Organismus gezwungen, sich nach Alternativen umzusehen. Das sind die Fettdepots, die wir angelegt haben. Um mit Proteinen abzunehmen, ist es daher ratsam auch die Fettzufuhr in Grenzen zu halten. Wurstwaren enthalten zum Beispiel zwar sehr viele Eiweiße, aber auch Fett. Daher sollte man sie nur in Maßen genießen. Auch wenn einige Konzepte zur Eiweiß Diät auf Sport verzichten – schaden kann es bestimmt nicht, sich ausreichend zu bewegen.

Vorteile: Warum schwören so viele auf die Eiweiß Diät?

Bereits zu Beginn der Diät scheint sie wahre Wunder zu bewirken. Schon in den ersten Tagen verliert man recht viel Gewicht. Woran das liegt? So wie bei allen anderen Diäten reagiert der Körper mit dem Verlust von Wasser. Durch den Verzicht auf Kohlenhydrate greift der Organismus auf die in Leber und Muskulatur angelegten sogenannten Glykogenspeicher zu. Da Glykogen Wasser speichert, sorgt der Zugriff auf diese Ressourcen dafür, dass das Wasser ausgeschieden wird. Für einen dauerhaften Erfolg der Eiweiß Diät gilt aber auch hier – durchhalten! Erst wenn die Fettreserven angegriffen werden, hat man sein Ziel erreicht. 
Ein viel gepriesener Vorteil der Eiweiß Diät ist, dass man keinen Hunger leiden muss. Eiweiß und das in geringen Maßen erlaubte Fett sättigen weitaus mehr als Kohlenhydrate. Während Kohlenhydrate starke Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel haben und damit das Hungergefühl steuern, bleiben bei der Eiweiß Diät die viel gefürchteten unkontrollierten Fressattacken aus. Proteine und Fette sorgen für ein gutes Sättigungsniveau. Quälenden Hunger braucht man bei einer Eiweiß Diät nicht zu befürchten.

Nachteile: Welche Risiken sind in der Eiweiß Diät versteckt?

Zu den bekanntesten Modellen der Eiweiß Diät zählen die Atkins Diät und die Dukan Diät. All diesen Diäten gemein sind die eventuellen gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die aus dem Entzug von Kohlenhydraten resultieren.

Eine der eher harmlosen Begleiterscheinungen ist die oftmals mit der Diät einhergehende Müdigkeit. Kohlenhydrate liefern dem Körper sofortige Energie. Diese Versorgung wird durch den Verzicht auf Kohlenhydrate unterbrochen, bzw. deutlich verlangsamt. Die Folge sind Abgeschlagenheit und ein erhöhtes Bedürfnis nach Schlaf.

Der übermäßige Verzehr von Proteinen hat eine erhöhte Produktion von Harnstoffen zur Folge. Diese werden beim Abbau der Eiweiße freigesetzt und werden normalerweise über die Nieren wieder ausgeschieden. Um die gesteigerte Zahl der Harnstoffe wieder auszuschleusen, ist es ratsam, während der Diät sehr viel zu trinken. Ansonsten drohen ernsthafte Schädigungen der Nieren. Für Menschen mit entsprechenden Vorbelastungen ist eine Eiweiß Diät nicht zu empfehlen.

Ein weiteres Manko der Diät ist die drohende Gichtgefahr. Sie wird durch die Erhöhung der bei der Fettverbrennung entstehenden Ketonkörper begünstigt. 
Da auch Obst und Gemüse als Träger von Kohlenhydraten auf dem Index stehen, kann es bei länger anhaltenden Diätphasen zu Vitamin- und Nährstoffmangel kommen. Zudem sind in vielen fettreduzierten Milchprodukten, die oft bei einer Eiweiß Diät empfohlen werden, Zusatzstoffe enthalten, die bedenklich stimmen.

Für Vegetarier ist eine Eiweiß Diät nicht empfehlenswert, für Veganer ein absolutes “no go”. Die Eiweiß Diät basiert größtenteils auf dem Verzehr von Eiweißprodukten tierischer Abstammung. Ein Umstand, der nicht nur den Verweigerern solcher Kost Probleme bereitet. Größere Mengen dieser Eiweiße bedingen einen Anstieg des Cholesterinspiegels. 
Zu guter Letzt sei noch erwähnt, dass es bei den Angeboten von Eiweiß Shakes sehr viele Billigangebote gibt, von denen man besser die Finger lassen sollte. Sie enthalten häufig versteckte Zuckeranteile. Hier ist Vorsicht geboten! Nur wer die Inhaltsstoffe ausreichend prüft, kann verhindern, dass er auf diese Weise seine Abnehmversuche torpediert.

Ist die Eiweiß Diät wissenschaftlich erwiesen? Was die Wissenschaft sagt

Um den Entzug der Kohlenhydrate zu kompensieren, bedient sich der Körper eines Tricks. Er stellt die fehlende Glukose selbst her – aus Aminosäuren, einem Baustein der Proteine. Diese sogenannte Gluconeogese kann aber den Energiebedarf nicht decken. Also greift der Organismus auf die angelegten Fettzellen zu. Bei dieser Fettverbrennung entsteht Glyzerin. Durch permanentes Umbauen wird erreicht, dass es sich anstelle der fehlenden Glukose in den Kreislauf einbinden kann. Faktisch bedeutet das, dass der Kohlenhydratstoffwechsel auch ohne Kohlenhydrate fortgesetzt wird. Die Herstellung der Ketonkörper, die als Ersatz für die Glukose gebildet werden, basiert auf der Anreicherung von Acetyl-CoA. Bei einer Eiweiß Diät wird ein Überschuss von Acetyl-CoA produziert, der nicht verstoffwechselt werden kann. Es reichert sich in der Leber an. Der Körper reagiert darauf mit der sogenannten Ketogenese. Auch Hormone nehmen Einfluss auf den Stoffwechsel. Bei der Aufnahme von Kohlenhydraten wird Insulin ausgeschüttet. Dessen Pendant ist Glucagon. Bleibt der Insulinspiegel durch fehlende Kohlenhydrate niedrig, kann es ungehindert mit dem Abbau von Fettzellen beginnen. 
Soweit die medizinischen Zusammenhänge. In der Praxis ist zu beobachten, dass die Probanden einer Low-Carb Diät (was auch für die Eiweiß-Diät gilt) zwar recht schnell an Gewicht verlieren, aber nicht dauerhaft. Die meisten Studien sind mit sechs Monaten zu kurz für aussagekräftige Ergebnisse. In den wenigen durchgeführten Langzeitstudien wurde allerdings festgestellt, dass die Teilnehmer nach Ablauf eben dieser sechs Monate wieder zunahmen. 
Als Ergebnis der vorliegenden Studien kann festgehalten werden, dass die Erfolge einer sehr kohlenhydratarmen Ernährung kritisch betrachtet werden müssen. Wissenschaftler empfehlen daher eine phasenweise ketogene Ernährung. Nach 20 Tagen strenger kohlenhydratarmer Diät sollte eine Stabilisierungsphase von ebenfalls 20 Tagen folgen. Hierauf folgen wiederum vier Monate, einer mediterranen Diät bevor wieder mit 20 Tagen einer Low-Carb Ernährung wiederholt wird. Dieser Prozess sollte nach Möglichkeit unter Aufsicht eines Arztes durchgeführt werden.

Der Rat der Experten: Das sagen Experten zur Eiweiß Diät!

Auf der Suche nach Diätratgebern stößt man unweigerlich auf eine Vielzahl pseudowissenschaftlicher Ratgeber. Regel Nummer eins all dieser Werke:
“Einfach weniger Kalorien zu sich nehmen, als verbraucht werden”.

 Was sich so einfach anhört, ist in der Praxis nicht leicht umzusetzen. Ganz gleich, wie eine Makronährstoffverteilung schlussendlich aussieht – über die Nahrungsqualität wird selten gesprochen. Eine begrenzte Kalorienaufnahme führt zunächst erst einmal zu einem hohen Wasserverlust. Die Gefahr einer Unterversorgung mit lebensnotwendigen Substanzen ist außerdem relativ hoch. Hört man auf den Rat der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V., kurz DGE, ist eine andauernde eiweißhaltige Ernährung nicht zu empfehlen. Zielführend ist aus ihrer Sicht eine “vollwertige Ernährung mit einer ausreichenden Versorgung aller Nährstoffe” (Quelle: DGE). Alle Formen der Eiweiß Diäten seien als Langzeitdiät ungeeignet. Nicht zuletzt, weil sie gravierende gesundheitliche Beeinträchtigungen zur Folge haben. Nach Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollte der Mensch täglich maximal 0,8 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht zu sich nehmen. Ein dauerhafter erhöhter Konsum, wie er bei Eiweiß Diäten vorgegeben ist, kann zu einer Schädigung der Nieren und anderer Körperareale führen.

Erlaubte und verbotene Lebensmittel in der Eiweiß Diät

Bei einer Eiweiß Diät ist der Speisezettel mit vielen Lebensmitteln gefüllt, die vor allem eines enthalten: Proteine. Auf den Teller dürfen auch fetthaltige Speisen. Aber bitte nicht zu üppig. Zu den erlaubten Genüssen zählen Käse, Naturjoghurt und viele weitere Milchprodukte. Auch Fleisch und Fisch sind neben Gemüse erlaubt. Man sollte unbedingt darauf achten, dass der Anteil der Kohlenhydrate unter 15 % liegt. Die erhöhte Zufuhr von Eiweiß soll verhindern, dass aufgrund der reduzierten Kalorienversorgung Muskelmasse verloren geht. Eier, mageres Fleisch und Protein Shakes zählen zu den eiweißhaltigen Lebensmitteln, die während der Diät erlaubt sind.

Verboten sind hingegen alle kohlenhydratreichen Speisen. Kartoffeln, Nudeln, Reis und Brot (auch Vollkornprodukte), sind auf der Einkaufsliste gestrichen. Auch Obst gehört zu den Lebensmitteln, auf die man besser verzichten sollte. Der hohe Fruchtzuckergehalt könnte sich fatal auf den Erfolg der Eiweiß Diät auswirken. Daher ist auch hier zu eingeschränktem Konsum zu raten. Fetthaltige Produkte dürfen zwar gegessen werden, sollten aber ebenfalls nur eingeschränkt dosiert auf dem Speiseplan Platz finden. Omega 3 Fettsäuren, die unter anderem in Leinsamen und Lachs enthalten sind, sowie Transfette sollte man unbedingt meiden. Transfette findet man in Frittiertem und in zahlreichen Fertigprodukten. Hemmungslos zuschlagen darf man dafür bei ungesättigten Fetten, die zum Beispiel in Nüssen enthalten sind.

Rezept Ideen für die Eiweiß Diät


Ein Frühstück mit Eiweiß Pan Cakes

Zutaten:
2 Eier
4 Eiweiß
100 ml Milch
40 g Mehl
40 g Haferflocken
Salz

Eier, Mehl, Haferflocken und Milch zu einem dünnen Teig verquirlen und mit einer Prise Salz verfeinern. Eiweiß separat steif schlagen und vorsichtig unterheben. In einer mit wenig Fett eingeriebenen Pfanne ausbacken.

Zum Mittag falsche Pizza

Zutaten:
Eiweiß, von ca. 4 Eiern
Tomatensauce
1 Scheibe Käse
Cherrytomaten
Paprikaschoten
Champignons

Das Eiweiß in einer gefetteten Pfanne von beiden Seiten braten. Danach Tomatensauce auf eine Seite streichen. Mit Tomaten, Käse, Pilzen und Champignons belegen. Wenn der Käse geschmolzen ist, darf serviert werden.

Und Abends Putenfrikadellen mit Knäckebrot

Zutaten:
500 g gehacktes Putenfleisch
1 TL Tomatenmark
1 Schalotte
1 Knoblauchzehe
1/2 zerbröseltes Knäckebrot
etwas Ingwerwurzel
1 Eiweiß
1 TL Gemüsebrühe

Schalotte, Knoblauch und Ingwer fein würfeln und mit dem Hackfleisch, dem Eiweiß, dem Knäckebrot und dem Tomatenmark verkneten. Mit Gemüsebrühe, Muskat und Gewürzen abschmecken und aus dem Teig Bällchen formen. Im vorgeheizten Backofen bei 200°C auf mittlerer Schiene etwa 20 Minuten backen.

Fazit: Eine vielversprechende Diät mit Einschränkungen

Bei vielen Anwendern stößt die Eiweiß Diät auf wenig Gegenliebe. Grund dafür sind die unliebsamen Begleiterscheinungen, die besonders Anfängern Schwierigkeiten bereiten. Viele Menschen haben das Gefühl völlig ausgelaugt und müde zu sein, was daran liegt, dass wenig Kohlenhydrate aufgenommen werden, die sofort in Energie umgewandelt werden. Proteine müssen erst einen gewissen Prozess durchlaufen, bevor sie das Energiedefizit decken können. Jeder, der eine Eiweiß Diät machen möchte, sollte seinem Körper etwas Zeit für die Umstellung einräumen. Langfristig gesehen lohnt sich das Durchhalten durchaus. Eiweiß macht länger satt, baut Fett statt Muskeln ab und spendet lebensnotwendige Energie. Eine Eiweiß Diät hilft nicht nur an Körpergewicht zu verlieren. Auch der Anteil an Körperfett schmilzt förmlich dahin. Für eine langfristige Lösung stellt sich jedoch der ein oder andere Zweifel ein. Ein schneller Gewichtsverlust steht einigen bedenklichen Begleiterscheinungen gegenüber. Es geht eben nichts über eine ausgewogene Ernährung und ein wenig körperliche Ertüchtigung.


Bildnachweis
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Fleisch und Gemüse eignnen sich für die Low Carb Diät

“Carb” ist der englische Begriff für “Kohlenhydrate”. „Low Carb“ (= niedrige Kohlenhydrate“) bzw. „Low Carb Diät“ steht damit für eine kohlenhydratreduzierte Ernährungsform. Das Ziel, welches dahinter steckt, ist die Gewichtsabnahme durch eine verminderte Zufuhr von Kalorien. Kohlenhydrate sind sehr starke Energielieferanten. Wenn Sie den Anteil reduzieren und so weniger Kalorien aufnehmen, als sie verbrennen, können Sie das Gewicht wirksam reduzieren. Ein vollständiger Verzicht ist jedoch nicht ratsam, denn der Körper braucht Kohlenhydrate. Deshalb ist es wichtig, dass Sie zwischen leeren und wertvollen Kohlenhydraten unterscheiden. Auch die Zubereitung spielt eine entscheidende Rolle. Dabei liefert die Kartoffel ein sehr gutes Beispiel. Sie enthält viele Kohlenhydrate, die aber wertvoll sind, wenn Sie die Kartoffel kochen. Bereiten Sie hingegen Bratkartoffeln oder Pommes Frites zu, nehmen Sie überflüssige Kalorien in Form von Transfetten auf.

Auf ausreichende Zufuhr an Nährstoffen achten


Da Kohlenhydrate schwer verdaulich sind, sollten Sie diese nicht am Abend essen. Wenn Sie sich für eine Low Carb Diät entscheiden, können Sie wirksam an Gewicht verlieren, wenn Sie sich an einige Regeln halten. Wichtig ist auch, dass Sie dem Körper ausreichend viele Nährstoffe zuführen. Bekommt der Körper nicht genug Nährstoffe, fährt er den Stoffwechsel herunter und geht in den Hungermodus. Dies ist eine der Ursachen für den gefürchteten JoJo-Effekt, denn nach der Beendigung der Diät schaltet der Körper nicht sofort um und Sie nehmen durch den langsamen Stoffwechsel schnell wieder zu. Achten Sie deshalb bei der Low Carb Diät auf eine gute Nährstoffzufuhr. Sie sollen nicht hungern, sondern bewusst essen und dabei dickmachende Kohlenhydrate sparen.

Was ist die Low Carb Diät?

Während der Low Carb Diät reduzieren Sie den Anteil an Kohlenhydraten in Ihrer Nahrung und nehmen so weniger Kalorien zu sich, da die Kohlenhydrate sehr starke Energielieferanten sind. Darüber hinaus sorgen Kohlenhydrate für eine Insulinausschüttung in das Blut. Wenn Sie wenig Kohlenhydrate zu sich nehmen, bleibt der Blutzuckerspiegel konstant. Ist dieser erhöht, kann dies zu Heißhunger führen. Wenn Sie dem nachgeben, essen Sie innerhalb eines kurzen Zeitraums zu viel. Fehlt es gleichzeitig an Sport oder körperlicher Bewegung, werden die überflüssigen Kalorien zu Fett umgewandelt. Auf diese Weise kann das gefürchtete und gefährliche Bauchfett entstehen.

Verschiedene Varianten der Low Carb Diät

Es gibt verschiedene Formen der Low Carb Diät. Sehr bekannt ist die Atkins-Diät, bei der Sie vollkommen auf Kohlenhydrate verzichten. Unter Ernährungswissenschaftlern ist es umstritten, ob diese Form der Diät wirklich gesund ist, da der Körper Kohlenhydrate braucht. Besser ist es, die Aufnahme zu reduzieren und in die Morgen- und Mittagsstunden zu verlegen. So hat der Körper viel Zeit, um die schwer verdaulichen Kohlenhydrate wieder abzubauen. Besser entscheiden Sie sich für eine der modernen Varianten, die auf dem Prinzip der glykämischen Last und des glykämischen Index beruhen. Zu diesen Diäten gehören Logi und South Beach. Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht sind diese Diäten empfehlenswerter als ein vollständiger Verzicht auf Kohlenhydrate.

Wie funktioniert die Low Carb Diät?

Im Grunde genommen ist die Low Carb Diät gar keine Diät im eigentlichen Sinne, sondern es handelt sich um eine Ernährungsumstellung. Diese ist für Sie besonders dann empfehlenswert, wenn Sie sehr viele leere Kohlenhydrate essen. Diese Art der Kohlenhydrate können der Grund für eine Gewichtszunahme sein. Zu den leeren Kohlenhydraten gehören weißes Brot, Kuchen, Schokolade und andere Süßigkeiten, aber auch Fastfood wie Burger, Pommes, Brat- und Currywurst sowie Pizza. Diese Lebensmittel enthalten viel Fett, darunter auch die sogenannten Transfette, die beispielsweise in Pommes Frites stecken. 
Es gibt auch wertvolle Kohlenhydrate. Diese stecken in Vollkornbrot, Vollkornnudeln und Hülsenfrüchten. Wenn Sie sich nicht für die Atkins Diät entschieden haben, können Sie diese Kohlenhydrate zu sich nehmen.

Kohlenhydrate am Abend vermeiden

Empfehlenswert ist es, nach 17 Uhr keine Kohlenhydrate mehr aufzunehmen. Wenn Sie in Schichten arbeiten, verschieben Sie diese Zeit nach hinten. Eine Pause von etwa zwölf Stunden, in denen der Körper keine Kohlenhydrate bekommt, ist empfehlenswert, wenn Sie wirksam abnehmen und sich gleichzeitig gesund ernähren möchten. Unbedingt vermeiden sollten Sie die Zufuhr von Kohlenhydraten direkt vor dem Schlafengehen. Der Körper ist dann mit der Verdauung beschäftigt und hat keine Zeit für die so wichtigen Regenerationsprozesse und die Fettverbrennung, die ebenfalls im Ruhemodus erfolgt. Mit der Zufuhr von Kohlenhydraten belasten Sie den Körper noch mehr, da der Abbau länger dauert. Unabhängig davon, für welche Low Carb Variante Sie sich entscheiden, ist die Zufuhr von Kohlenhydraten zum Frühstück und zum Mittagessen erlaubt.

Ausgleich mit Fetten und Eiweißen

Besonders die Eiweiße spielen bei der Low Carb Diät eine sehr große Rolle. Es ist wichtig, dass Sie die fehlenden Kohlenhydrate ausgleichen, und das erreichen Sie mit einer höheren Zufuhr von Eiweiß. Damit erzielen Sie noch weitere positive Effekte. Eiweiß für den Aufbau von Muskelmasse dringend benötigt. Wenn Sie in Verbindung mit Ihrer Low Carb Diät Sport treiben, bauen Sie Muskelmasse auf. Durch das Eiweiß wird dies unterstützt. Eine höhere Muskelmasse bedeutet, dass Sie mehr Kalorien verbrennen. Muskeln brauchen Energie. Die Steigerung des Energieumsatzes durch eine erhöhte Muskelmasse bewirkt wiederum, dass Sie mehr essen dürfen, ohne dass Sie an Gewicht zunehmen.

Ein weiterer Aspekt, der für die erhöhte Aufnahme von Eiweiß spricht, ist die Energiegewinnung. Der Körper kann sowohl aus dem Eiweiß als auch aus den Kohlenhydraten Energie gewinnen. Wenn die Energie aus dem Eiweiß gewonnen wird, geht dies mit einem erhöhten Kalorienverbrauch einher, als wenn die Energie aus den Kohlenhydraten stammt. Dies ist ein weiterer Grund, die Zufuhr an Eiweiß zu erhöhen. Eiweiß steckt in allen Milchprodukten. Wenn Sie gern Brot essen, können Sie sich auch für den Kauf von Eiweißbrot entscheiden, das als wichtiger Energielieferant gilt. 
Die Zufuhr von Fetten ist bei der Low Carb Diät ebenfalls sehr wichtig. Vermeiden Sie jedoch Transfette und künstlich hergestellte Fette. Tierische Fette, wie sie in der Milch und im Käse enthalten sind, gelten als gesund. Der Körper braucht sie für seine Stoffwechselvorgänge.

Low Carb – weniger als 100 Gramm Kohlenhydrate am Tag

Ziel der Low Carb Diät ist es, weniger als 100 Gramm Kohlenhydrate am Tag aufzunehmen. Abhängig von dem Körpergewicht und dem persönlichen Energieumsatz wird die Zufuhr an Kohlenhydraten um etwa die Hälfte reduziert. Im Ausgleich führen Sie dem Körper viel Eiweiß zu und ernähren sich mit gesunden Fetten, sodass der Körper gezwungen wird, seine Energie aus den Fetten und den Eiweißen zu gewinnen. So stellen Sie Ihren Stoffwechsel durch eine konsequente Ernährungsumstellung um und können auch eine größere Gewichtsabnahme erreichen.

Vorteile der Low Carb Diät

Bei der Low Carb Diät sparen Sie Kalorien durch die reduzierte Aufnahme an Kohlenhydraten. Sie kurbeln Ihren Energieverbrauch durch die Aufnahme von Eiweiß an und erreichen so, dass Sie mehr Kalorien verbrauchen als Sie zu sich nehmen. Dieses gesunde Kaloriendefizit führt zur Gewichtsabnahme. Wenn Sie auf diese Weise am Tag 500 kcal einsparen, nehmen Sie in der Woche ein halbes Kilo ab, was einer sehr gesunden Reduktion des Gewichtes entspricht. Als Faustregel gilt, dass Sie 7.000 kcal einsparen müssen, um ein Kilogramm Körpergewicht zu verlieren. Dies wird Ihnen mit der Low Carb Diät gut gelingen, da Sie Ihren Energieumsatz ankurbeln und sich gleichzeitig sehr gesund ernähren. In Verbindung mit sportlicher Betätigung und einer erhöhten Eiweißzufuhr erhöhen Sie Ihren Energieumsatz zusätzlich und sorgen für eine dauerhafte Gewichtsreduktion. Da Sie auf leere Kohlenhydrate verzichten sollten, reduzieren Sie automatisch den Konsum von Fastfood, Kuchen und Süßigkeiten. Auch Brot, Nudeln und Kartoffeln stehen gar nicht oder nur sehr selten auf dem Speiseplan. Übrig bleibt eine eiweißreiche Kost, die mit gesunden Fetten und sehr wenigen Kohlenhydraten ergänzt wird. Jederzeit erlaubt sind viel frisches Gemüse, Obst und mageres eiweißreiches Fleisch. Alle Komponenten sind für eine gesunde Ernährung sehr wichtig und Sie erfüllen mit Low Carb alle Voraussetzungen dafür.

Nachteile der Low Carb Diät

Die Nachteile von Low Carb liegen darin, dass in sehr vielen Produkten Kohlenhydrate enthalten sind, die sehr gut schmecken und bislang vielleicht täglich auf Ihrem Speiseplan gestanden haben. Wenn Sie sich für eine Diät entscheiden, sollten Sie eine Variante wählen, mit der Sie sich wirklich wohlfühlen. Andernfalls wird es Ihnen sehr schwerfallen, sich an die neuen Essgewohnheiten anzupassen. Wenn Sie es nicht schaffen, fallen Sie schnell in die alten Gewohnheiten zurück und der Erfolg bleibt aus. Dies ist frustrierend und kann, wenn Sie aus Unmut mehr essen als der Körper braucht, zu einer Gewichtszunahme führen. Dieser Kreislauf ist für viele Betroffene sehr belastend. 
Wenn Sie gern Brot, Nudeln, Kartoffeln und damit verbundene Speisen essen, ist Low Carb für Sie vielleicht nicht die richtige Wahl. Gleiches gilt, wenn Sie Milchprodukte nicht sonderlich mögen. Diese gelten als der wichtigste Eiweißlieferant und sollten häufig konsumiert werden, um die fehlenden Kohlenhydrate auszugleichen. Auch Liebhaber vom Fastfood würden mit Low Carb eine sehr drastische Umstellung ihrer Ernährung wagen. Dies ist oftmals mit einem Misserfolg verbunden. Vielleicht ist es eine gute Idee, wenn Sie Ihr Erhöhung zunächst allgemein auf ein gesundes Essen umstellen und so die Kalorienzufuhr reduzieren. Führen Sie sich vor Augen, wie viele Kohlenhydrate Sie zu sich nehmen und wo Sie sparen könnten. Wenn Sie von Low Carb überzeugt sind, kann die Ernährungsumstellung auf wenig Kohlenhydrate in einem zweiten Schritt erfolgen.

Ist die Low Carb Diät wissenschaftlich erwiesen?

Bislang hält sich die Wissenschaft mit einer eingehenden Beurteilung von Low Carb zurück, weil es noch keine verlässlichen Langzeitstudien gibt. Um den hohen Eiweißbedarf zu decken, werden auf Dauer Milchprodukte nicht ausreichen. Sie müssten Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen oder sehr viel Fleisch essen, was viele Ernährungswissenschaftler als eine zu große Belastung für den Körper empfinden. Empfehlenswert ist ein Fleischkonsum von zweimal in der Woche. Dies reicht aber für Low Carb nicht aus. Die Aufnahme von großen Mengen an Eiweiß steht außerdem im Verdacht, verschiedene Krebsarten, zum Beispiel im Darm, zu begünstigen. Für eine vorübergehende Gewichtsreduktion von einem halben bis zu einem Jahr ist Low Carb empfehlenswert. Dauerhaft sollte von der Ernährung abgesehen werden. Diese Auffassung vertritt auch Prof. Susanne Klaus, Stoffwechselexpertin am Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke. Sie sagt: “Obwohl die kurzfristigen Erfolge solcher Diäten wissenschaftlich gut belegt sind, fehlen bisher Studien über die langfristige Auswirkung extremer Formen. Eine fleischlastige und ballaststoffarme Kost erhöht das Darmkrebsrisiko. Deshalb sollten Sie bei Low Carb auf reichlich Pflanzenkost und auch pflanzliche Eiweißquellen setzen.”

Erlaubte und verbotene Lebensmittel in der Low Carb Diät

Bei der Low Carb Diät sind alle Lebensmittel erlaubt, die keine oder nur sehr wenige Kohlenhydrate enthalten, sodass die Tagesmenge von 100 Gramm nicht überschritten wird. Darüber hinaus sollte auf leere Kohlenhydrate verzichtet werden. Dazu gehören weißes Brot, weißer Zucker und alle Arten von Fastfood. Auch ein Verzicht von Alkohol ist notwendig, da dieser sehr viel Zucker und somit auch viele Kohlehydrate enthält.

Rezept Ideen für die Low Carb Diät

Ein Tag unter der Low Carb Diät könnte so aussehen:

Frühstück:

Gemüse-Omelett mit Tomaten und Paprika
Sie würzen zwei Eier, schneiden eine Tomate in Scheiben und eine Paprika in Streifen. Geben Sie das Gemüse in die Eimasse und braten Sie das Omelett von beiden Seiten mit Öl an. Das Frühstück sättigt, enthält viele wichtige Nährstoffe und hat nur einen Energiegehalt von 200 kcal.

Mittagessen:

Italienisches Jägerschnitzel mit Austern- und Shiitakepilzen
Für dieses Low Carb Gericht würzen Sie dünnen Schnitzel aus der Hähnchenbrust und braten diese mit getrockneten Shiitakepilzen, getrockneten Tomaten, Schalotten und Austernpilzen an. Geben Sie als Würze einen Zwei Rosmarin hinzu und nutzen Sie hochwertiges Olivenöl zum Anbraten. Für die Soße verwenden Sie Sojacreme und dunklen Kablsfond. Das Gericht ist innerhalb von 30 Minuten zubereitet und eignet sich somit auch gut für Zwischendurch. Eine Portion enthält 376 kcal.

Abendessen

:

Feiner Blattsalat mit Bündner Fleisch


Für diesen Salat benötigen Sie einen kleinen Friséesalat, einen Lollo bionda, Apfelessig, süßen Senf, ein wenig mediterrane Gemüsebrühe, Rapsöl und Schnittlauch.
Mischen Sie den Salat mit dem Gemüse. Für das Dressing verrühren Sie den süßen Senf mit dem Apfelessig, dem Rapsöl und der mediterranen Gemüsebrühe. Geben Sie den gehackten Schnittlauch hinzu und schmecken Sie das Dressing mit Salz und Pfeffer ab. Ein großer Salatteller hat nur 96 kcal.

 

Fazit

Die Low Carb Diät ist zur Gewichtsreduktion und als Einstieg in die Ernährungsumstellung ein sehr guter Weg. Sie wirkt sich positiv auf den Energieumsatz aus. Sie ernähren sich automatisch gesund, da Fastfood, Alkohol und stark zuckerhaltige Lebensmittel nicht erlaubt sind. Sie sollten diese Ernährung jedoch nicht dauerhaft zu sich nehmen, da bislang noch nicht wissenschaftlich erwiesen ist, ob die erhöhte Eiweißaufnahme Folgen für die Gesundheit haben könnte.


Bildnachweis
Beitragsbild: ©RitaE / Pixabay

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Fleisch und Gemüse eignet sich für die Atkins Diät

Mit der Atkins Diät erfolgreich abnehmen

In den 70er Jahren revolutionierte Robert Atkins die Welt der Diäten. In seinem seinerzeit erschienenen Buch propagierte er den Verzicht auf Kohlenhydrate als Wundermittel gegen überflüssige Pfunde. Fett und Proteine sind erlaubt – die Menge der Kohlenhydrate stark begrenzt. Die Atkins Diät basiert auf dem heute als Low-Carb bekannten Prinzip, das bereits vielen Menschen beim Abnehmen geholfen hat. 
Eier und Speck so viel man will und Sport muss man auch nicht machen – trotzdem sollen die Kilos purzeln? Auch Kalorien zählen ist bei der Atkins Diät nicht erforderlich. Warum das so ist? Durch den Verzicht auf kohlenhydratreiche Lebensmittel soll die Fettverbrennung angekurbelt werden. Brot, Obst und Gemüse sollen nur in Maßen gegessen werden. Bei fettreichen Lebensmitteln gibt es hingegen kein Tabu. Das in den eigentlich als Dickmacher bekannten Lebensmitteln enthaltene Fett sättigt sehr schnell. Um das Hungergefühl längerfristig im Zaum zu halten, sollte man auf Fisch, Fleisch und Eier zugreifen. Sie alle enthalten Eiweiß, das vom Körper in Ketone umgewandelt wird.

Die Atkins Diät – so funktioniert sie

Die bevorzugten Energiequellen des menschlichen Körpers sind die Kohlenhydrate. Diese nehmen wir mit der Nahrung zu uns. Reduzieren wir die Zufuhr der Kohlenhydrate versucht der Körper zunächst auf die angelegten Reserven zuzugreifen. In Muskeln und Leber befinden sich die sogenannten Glykogenspeicher, die wir aus den dem Körper zugeführten Kohlenhydraten bilden. Glykogen bindet Wasser. Daher scheidet man zu Beginn der Atkins Diät zunächst sehr viel Wasser aus. Der Verlust von Wasser führt natürlich auch zu einem Verlust an Gewicht. Wer sich jetzt schon über die Anzeige auf der Waage freut, tut dies allerdings zu früh. Es handelt sich hier keinesfalls um erste Anzeichen eines Diäterfolges. Das verlorene Wasser wird sehr schnell wieder gespeichert. Erst wenn der Körper auf die im Körper eingelagerten Fette zugreift, fangen die Pfunde an wirklich zu purzeln. Das geschieht dann, wenn die Glykogenspeicher leer sind und der Körper auf andere Ressourcen zur Energiegewinnung angewiesen ist. Das Prinzip der Atkins Diät besteht also darin, dem Körper Kohlenhydrate zu entziehen. Zielsetzung ist, die Ernährung möglichst dauerhaft umzustellen. Ideal ist nach Atkins eine Verteilung der Gesamtkalorienzufuhr, die zu 40 bis 45 Prozent aus Fett, zu 40 Prozent aus Eiweiß und zu 15 bis 20 Prozent aus Kohlenhydraten besteht. Im Gegensatz zu Fetten und Kohlenhydraten kann der Körper keine Proteine speichern. Überschüssiges Protein wird also ausgeschieden. Ohne die Zuführung von ausreichenden Kohlenhydratmengen bleibt vor allem die Verbrennung von Fett, um die Energieversorgung zu gewährleisten. Folglich fördert das veränderte Essverhalten die Fettverbrennung. 
Um eine Unterversorgung mit wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen zu verhindern, empfiehlt Atkins zusätzliche Präparate einzunehmen. Um der erhöhten Wasserausscheidung entgegenzuwirken, ist es ratsam, sehr viel zu trinken.

Die vier Phasen der Atkins Diät

Phase 1 – die Einleitungsphase

Für Personen mit hohem Übergewicht empfiehlt Atkins eine erste Phase, in der man täglich nur ca. 20 g Kohlenhydrate zu sich nehmen darf. Dies soll dabei helfen, dass man möglichst schnell in die sogenannte Lipolyse, bzw. die angestrebte Ketose kommt.

Unter Lipolyse versteht man die Aufspaltung von Fetten, sodass diese als freie Fettsäuren ins Blut abgegeben werden.

Die Ketose bezeichnet eine Form des Stoffwechsels, bei dem nicht mehr Glucose als primäre Energiequelle des Körpers genutzt wird, sondern Ketonkörper. Diese werden in der Leber durch den Abbau von Fettsäuren gebildet. Das dient dazu, den Energiebedarf trotz fehlender Glucose, die normalerweise aus Kohlenhydraten gewonnen wird, in Balance zu halten. 

I

n einigen Studien zeigte sich, dass Übergewichtige in der ersten Phase der Atkins Diät tatsächlich schneller und mehr Gewicht verloren, als mit einer fettreduzierten Mischkost.

Phase 2 – die Reduktionsphase

Die Menge der erlaubten Kohlenhydrate wird etwas gesteigert. Der Abnehmwillige sollte sich langsam an eine höhere Kohlenhydrataufnahme herantasten. Weniger stark Übergewichtige können auch mit Stufe 2 beginnen.

Phase 3 – die Prä-Erhaltungsphase

Es erfolgt eine erneute Steigerung der Kohlenhydratzufuhr. Wichtig ist, dass das Gewicht weiter reduziert wird, wenn auch nicht mehr so schnell, wie zu Beginn der Diät.

Phase 4 – die andauernde Erhaltungsphase

In dieser Phase ist die eigentliche Diät abgeschlossen. Es dürfen jetzt so viele Kohlenhydrate konsumiert werden, dass man weder zu- noch abnimmt. Diese Phase sollte nach Atkins eine langfristige Konsequenz aus der Atkins Diät sein. Er verstand diese Phase als zukünftige dauerhafte Ernährungsform.

Vorteile: Was für die Atkins Diät spricht

Bei der Atkins Diät darf man auf das lästige Kalorienzählen völlig verzichten. Auch fetthaltige Lebensmittel sind nicht verboten. Da Fett ein Geschmacksträger ist, muss man also nicht auf gut schmeckende Köstlichkeiten verzichten. Die gemeinhin als Dickmacher verschrienen Lebensmittel, wie Käse und Eier dürfen nach Herzenslust verzehrt werden. Ebenso Fleisch und Fisch. 
Dr. Robert Atkins vertritt die Theorie, dass genau diese Lebensmittel dafür sorgen, dass das Gewicht dahin schmilzt. Bei der Atkins Diät darf man so viel Eiweiß und Fett zu sich nehmen, wie man möchte. 
Fett sättigt zwar schnell, aber leider nicht sehr lang anhaltend. Da Fisch, Fleisch und Eier aber sehr viele Proteine enthalten, ist das übliche Hungergefühl, das sonst so typisch für Diäten ist, nicht zu befürchten. Das Eiweiß und die vom Körper produzierten Ketone sorgen für eine lange Sättigung.
 Die Atkins Diät setzt auf die Reduktion von Kohlenhydraten, um die Fettverbrennung anzukurbeln. Sie nutzt Fett als Hauptenergieträger, während zusätzliche Proteine als Quelle für Aminosäuren dienen. Mit dieser Ernährungsform soll der Körper dazu gezwungen werden, die Fettreserven anzugreifen. 
Insbesondere bei stark Übergewichtigen konnten relativ gute Erfolge beobachtet werden. Dank der kohlenhydratreduzierten Diät verloren die Nutzer der Atkins Diät in den ersten Wochen und Monaten mehr Gewicht als bei vergleichbaren Diäten.

Nachteile: Ist die Atkins Diät gefährlich?

Eine der eher harmlosen Begleiterscheinungen der Atkins Diät ist ein von vielen als unangenehm empfundener Mund- bzw. Körpergeruch. Er entsteht, weil der Körper Fett nicht direkt als Energiequelle nutzen kann. Das Fett, bzw. die Fettsäuren müssen in der Leber zu den bereits erwähnten Ketonkörpern umgebaut werden. Bei diesem Prozess wird Aceton gebildet – Ursache für die unliebsamen duftenden Nebenwirkungen. Eine weitere Folge der hohen Anzahl von Ketonkörpern – sie begünstigen die Entstehung von Gicht. 
Die erhöhte Aufnahme von Fetten und damit eine Überdosierung gesättigter Fettsäuren kann dafür verantwortlich sein, dass die Blutwerte aus dem Gleichgewicht geraten. Die ständige Zufuhr fetter Lebensmittel kann Ursache für zahlreiche Herz-Kreislaufprobleme sein, bzw. bereits bestehende Risiken verstärken.

Experten sehen in einer fettreichen Ernährung darüber hinaus auch einen Auslöser für die Entstehung von Typ-2-Diabetes. Für ein weiteres gesundheitliches Risiko sind die Proteine verantwortlich. Eine reichhaltige Versorgung mit Eiweiß kann die Nieren belasten.
 Alles in allem handelt es sich bei der Atkins Diät um keine ausgewogene Ernährung. Sie enthält zu wenig Kohlenhydrate und zu viel Fett. Das, was von Atkins als “Problemlöser” deklariert wird, wird von Kritikern als Ursache für das Scheitern der Diät gesehen. Die Beschränkung auf “erlaubte” und “verbotene” Lebensmittel ist ein rigider Eingriff in unser Essverhalten. Immer nur Steak und Bratwurst kann auch dem größten Fleischliebhaber schnell zu viel werden. Langfristig könnten die Beschneidungen zu unkontrollierten Heißhungerattacken führen. Die erforderliche Disziplin dürfte gar manchmal über Bord geworfen werden. Es besteht demnach ein hohes Risiko, Opfer des berühmten Jojo-Effekts zu werden.

Was sagt die Wissenschaft?

Die Durchführung der unterschiedlichen Studien erweist sich als sehr lückenhaft. Eine verlässliche empirische Auswertung ist daher nicht möglich. Nichtsdestotrotz scheint es als gesichert, dass die Atkins Diät sowohl kurz- als auch langfristig zu einer Gewichtsreduzierung führen kann. Für einige Forscher gilt die Atkins Diät als zuverlässiger Ansatz für eine erfolgreiche Abnehm-Strategie bzw. einer Gewichtskontrolle.
 Die biochemischen Prozesse, auf denen die Atkins Diät aufbaut, sind wissenschaftlich fundiert. Deren langfristige Auswirkung bis dato allerdings nicht erwiesen.

Experten sehen die Atkins Diät kritisch

Durch den Fettüberschuss im Körper sind nach Expertenmeinung zahlreiche Probleme vorprogrammiert. Als eine der Folgen der Atkins Diät wird ein erhöhter Cholesterinspiegel genannt. Die aus Fleisch und Wurst resultierenden Abfallprodukte gelten zudem als Auslöser für Gicht. Nicht zuletzt wird die Überlastung der Leber durch zu viel Fett in die Waagschale geworfen. Es kann eine krankhafte Vergrößerung der Leber auftreten. Auch die Darmflora kann unter der Atkins Diät Schaden nehmen. Ein lang anhaltender Verzicht auf Kohlenhydrate führt zu einem Ballaststoffmangel, der sich ungünstig auf die Darmflora auswirkt. Unter Ernährungsexperten werden Low-Carb Diäten, wie die Atkins Diät, als gesundheitlich bedenklich eingestuft. Sie stehen in dem Verdacht Leberschäden, Niereninsuffizienz, Akne und Verstopfung hervorrufen zu können. Einen weiteren potenziellen Nachteil der Atkins Diät formuliert der Experte Andreas Pfeiffer: “Die Methode ist nicht erfolgreich, weil nach Beendigung der Diät das Gewicht wieder steigt.”

Was ist erlaubt, was ist verboten?

Fleisch, Fisch, Eier und Käse darf man unbegrenzt essen. Im Gegensatz zu vielen anderen Diäten muss man bei der Atkins Diät nicht auf Fett verzichten. Kohlenhydrate sind hingegen streng reglementiert. Mäßigen sollte man sich daher beim Genuss von Brot. Kartoffeln, Nudeln und Reis. Absolut tabu sollten Kuchen, Schokolade und andere Süßigkeiten sein, um den Diäterfolg nicht zu gefährden. Mit Vorsicht zu genießen sind auch Obst und Gemüse. Auch sie enthalten sehr viele Kohlenhydrate. Die einzige Ausnahme hierbei ist Salat. Blattsalat besteht zum größten Teil aus Wasser.
 Aber keine Angst – man muss bei der Atkins Diät nicht auf alle Leckereien verzichten. Der Speiseplan sieht nicht vor, dass man nicht naschen darf. Snacken ist erlaubt. Voraussetzung ist jedoch, dass es sich um eiweißreiche Produkte handelt. Kohlenhydrate dürfen auf keinen Fall in den leckeren Häppchen enthalten sein. 
Bei der Atkins Diät sollte man darauf achten, dass man sehr viel Wasser trinkt und den zu befürchtenden Vitamin- und Mineralstoffdefiziten mit der Einnahme entsprechender Präparate entgegenzuwirken.

Rezept Ideen für die Atkins Diät

Das man nach den Regeln der Atkins Diät auch leckere Speisen zubereiten kann, zeigen die nachfolgenden Rezepte:

Das Frühstück nach der Atkins-Diät

Ei Benedikt, enthält 2,1 g Kohlenhydrate
Zutaten: 2 Eier ,2 Scheiben Schinken, 1 EL Butter, 2 EL Sauce Hollandaise, Wasser, 1 Prise Salz und etwas Essig aufkochen lassen. Die Eier aufschlagen und in das Wasser gleiten lassen. In der Zwischenzeit den Schinken auf beiden Seiten in einer Pfanne anbraten. Sobald das Eiweiß fest ist, die Eier auf den Schinken geben und mit Sauce Hollandaise beträufeln.

Das Mittagessen nach der Atkins-Diät

4 Rinderfrikadellen, enthalten je 0,5 g Kohlenhydrate
Zutaten: 200 g Hackfleisch, 100 g würziger Käse, 1 EL Sauerrahm, ½ TL Zitronensaft
Die Zutaten vermischen und daraus Frikadellen formen. Butter in der Pfanne erhitzen und die Frikadellen goldbraun braten.

Das Abendessen nach der Atkins-Diät

Butter-Brokkoli mit Parmesan, 11.4 g Kohlenhydrate
Zutaten:

 250 g frischer Brokkoli
1 Knoblauchzehe
, 1 gehäufter EL Parmesan, 
3 EL Butter
Brokkoli gründlich waschen und in kleine Röschen zerteilen. Butter in einer Pfanne schmelzen, Knoblauchstückchen anbraten, dann sofort aus der Pfanne nehmen. Nun den Brokkoli in die Pfanne geben und zugedeckt bei mittlerer Hitze ca. 10 Minuten lang erhitzen. Dabei immer wieder umrühren. Parmesan und Knoblauch hinzugeben und alles würzen. Zwei Minuten in der Pfanne garen. Danach servieren.

 

Kritik und Fazit

Positiv bei der Atkins Diät ist, dass man nicht auf Kalorien achten muss. In der ersten Phase kommt es allerdings häufig zu der sogenannten “Atkins Grippe”. Ein Unwohlsein, das sich nach einiger Zeit legt. Die Kombination von Fetten und Proteinen sättigt sehr gut, sodass das für Diäten typische Hungergefühl eingedämmt wird. Die einseitige Ernährung sorgt allerdings trotzdem für die ein oder andere unkontrollierte “Fressattacke”. Die Diät belastet die Nieren. Daher muss man unbedingt ausreichend trinken.
Tatsächlich kann man mit der Atkins Diät relativ schnell Gewicht verlieren, vor dem berühmten Jojo-Effekt kann aber auch sie niemanden bewahren. 
Ziel jeder Diät ist es, möglichst schnell und viel an Gewicht zu verlieren. Um die lästigen Pfunde auf den Hüften dauerhaft los zu werden, reicht es aber nicht, für ein paar Wochen Disziplin zu üben. Um den Erfolg einer Diät nicht allzu schnell wieder aufs Spiel zu setzen, sollte man sich ein langfristiges Konzept überlegen. Um das neue Gewicht zu halten, sollte man seinen Lebensstil dauerhaft ändern. Wichtig ist, sich immer wieder selbst zu belohnen. Es kann also hilfreich sein, nach der Diät eine kurze Phase einzuplanen, in der man sich etwas mehr gönnen darf. Aber bitte in Maßen! In alte Essgewohnheiten sollte man nicht zurückfallen. Es gilt ab sofort leichter, gesünder und bewusster zu essen. Selbstverständlich sollte man auch den Sport nicht vergessen. Bewegung tut Geist und Körper gut! Sport kann Endorphine freisetzen, die uns kleine Glücksmomente schenken.


Bildnachweis
Beitragsbild: © Wow_Pho / Pixabay

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