Die Ursachen von Sodbrennen

Sodbrennen ist eine komplexe Krankheit, die viele Ursachen haben kann. Als eine der wichtigsten Ursachen ist die Kombination aus sehr säureproduzierenden Lebensmittel und einem geschwächten Schließmuskel des Magens. Dieser verschließt wie eine kleine Klappe den Magen und verhindert normalerweise, dass Magensäure in die Speiseröhre gelangt. Ist dieser geschwächt, wird er undicht und es kommt zu einem Reflux (Sodbrennen). Ein geschwächter Schließmuskel kann bei massiven Beschwerden teilweise operiert werden, aber als erster Schritt ist es sinnvoll, die Produktion von Magensäure zu reduzieren. Mit der Reduktion von Magensäure können die Schmerzen verschwinden oder werden zumindest deutlich gemildert. Auslöser von einem geschwächten Schießmuskel können Übergewicht, eine Schwangerschaft im letzten Drittel aber auch Essstörungen sein, wie zum Beispiel Bulimie. Bulimiker schwächen den Schließmuskel aufgrund von häufigen Erbrechen und schaden nicht nur ihrem Körper, sondern auch langfristig ihren Zähnen. Zu einer erhöhten Produktion von Magensäure kann es auch bei langen Hungerphasen kommen.

Bei Übergewichtigen drückt das zusätzliche Gewicht auf den Magen, der dem nicht Stand hält, so dass Magensäure in die Richtung der Mundhöhle fließt. Schwangere haben in dem letzten Drittel der Schwangerschaft ebenfalls häufig unter Sodbrennen zu leiden, da das größer werdende Kind den Magen einengt. Hormone sorgen zusätzlich dafür, dass die Bänder sowie die Muskulatur im gesamten Körper besonders elastisch werden, um die Geburt zu erleichtern. Das wirkt sich auch auf den Schließmuskel des Magens aus, was sich aber nach der Geburt wieder normalisiert. Während Schwangere nur kurzfristig unter einem hohen Gewicht eingeschränkt sind, müssen Übergewichtige und Bulimiker ihr gesamtes Essverhalten überdenken.

Eine weitere Möglichkeit von Sodbrennen, ist die Einnahme von Medikamenten, die nicht vertragen werden. Ein anderer Grund für Sodbrennen kann auch ein Zwerchfellbruch sein. Dabei handelt es sich um eine Erweiterung des Zwerchfells, was als Bruch bezeichnet wird. Ein Zwerchfellbruch führt dazu, dass sich der Magen in der Bauchhöhle verschiebt und folge dessen der Schließmuskel nicht mehr richtig arbeiten kann. Ein erhöhtes Risiko für einen Zwerchfellbruch haben ältere und übergewichtige Menschen. Selten liegt die Ursache bei einer angeborenen Muskelschwäche. Kommt es zu dieser Diagnose, wird ihr behandelnder Arzt ihnen bei einem massiven Bruch zu einer Operation raten. Hat sich der Magen nur geringfügig verschoben, ist eine Operation nicht zwangsläufig notwendig. Zunächst wird eine Linderung der Beschwerden mit Hilfe von Medikamenten versucht, bevor möglicherweise operiert werden muss. Typische Beschwerden bei einem Zwerchfellbruch sind Sodbrennen, Schmerzen im Oberbauch, Schluckbeschwerden, Reizhusten und Heiserkeit. Prinzipiell sollte herausgefunden werden, was das Sodbrennen auslöst, um es richtig behandeln zu können.

Was können Auslöser von Sodbrennen sein?

Die Auslöser findet sich meistens bei einem geschwächten Schließmuskel, dem Cardia. Dieser kann aufgrund von Stress, Alkohol oder Nikotin kurzweilig geschwächt werden, das heißt der Muskel erschlafft und wird durchlässig für Magensäure. Ist die Nahrung der Verursacher, liegen die Gründe für Sodbrennen bei zu viel Druck und Säure im Magen. Der Schließmuskel hält diesem Druck nicht mehr Stand und die Magensäure fließt heraus.

Wer einen geschwächten Schließmuskel hat, sollte genau beobachten, nach welchen Getränken und Lebensmitteln das Sodbrennen verschlimmert wird. Magensäure produzierende Lebensmittel sind alle fettreichen und zuckerhaltigen Speisen, sowie Alkohol, Nikotin, Café und Kohlensäure. Manche Menschen reagieren auch empfindlich auf Süßstoffe, wie zum Beispiel das in Kaugummi enthaltene Aspartam, auf Filterkaffee sowie auf scharfe Gewürze und kalte Getränke. Filterkaffee enthält durchschnittlich viel Chlorogolsäure, die den Magen reizt. Als Alternative bietet sich frisch gemahlener Café aus einer Espressomaschine an, der säureärmer ist. Generell wird mehr Magensäure produziert, je länger die Nahrung im Magen verweilt. Fettes- und ballaststoffreiches Essen ist schwerer verdaulich und die Bewegungen des Magens verlangsamen sich. Ballaststoffe gelten zwar als gesund und sind unverzichtbar für eine gut funktionierende Verdauung, sollten aber bei Magenproblemen nicht im Übermaß gegessen werden.

Große Mengen an Essen belasten einen empfindlichen Magen ebenfalls und sollten bei Sodbrennen am besten vermieden werden. Die Beschwerden verschlimmern kann außerdem reichhaltiges Essen kurz vor dem Schlafengehen. Im Liegen fließt die Magensäure besonders leicht in die Speiseröhre, daher sollten Betroffene möglichst früh zu Abend essen und gegebenenfalls auf einem erhöhten Kopfkissen schlafen. Ursachen für Sodbrennen kann auch besonders enge Kleidung sein, die den Magen eindrückt. Weite und bequeme Kleidung kann eine erste Maßnahme bei Sodbrennen sein, ist aber selten der alleinige Grund für Beschwerden.

Warum sollten Sie das Sodbrennen behandeln lassen?

Wer unter Sodbrennen gelegentlich leidet, wird unter Umständen keinen Handlungsbedarf sehen. Für Betroffene ist es jedoch wichtig, das Sodbrennen zu behandeln, weil die Magensäure auf Dauer die Speiseröhre sowie die Zähne angreifen kann. Auch häufiger Husten kann als Ursache Sodbrennen haben und sollte behandelt werden. Die empfindliche Speiseröhre kann bei einem wiederholten Kontakt mit Magensäure angegriffen werden und es kommt zu einer Narbenbildung des Gewebes. Zusätzlich erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, an Speiseröhrenkrebs zu erkranken, was in seltenen Fällen eintreten kann. Ein zusätzliches gesundheitliches Risiko wird aufgrund von inneren Blutungen ausgelöst, die meist erst bei einer Blutuntersuchung aufgedeckt werden. Zu inneren Blutungen kommt es nur bei sehr schweren und chronischen Sodbrennen, Erkrankte können dann vereinzelt unter einer Blutarmut leiden. Ebenfalls ein Alarmsignal sind Schluckbeschwerden, die einen Hinweis geben können auf Geschwüre.

Medikamente bei Sodbrennen

Kurzfristig kann Sodbrennen mit säurehemmenden Antazida gemildert werden, die in Apotheken rezeptfrei zu erwerben sind. Antazida können unterwegs eingenommen werden und helfen rasch, die Schmerzen zu schwächen. Dabei handelt es sich um ein säureneutralisierendes Mittel, die auch die Magenschleimhäute schützen. Da sie geschluckt werden, helfen sie innerhalb von 20-30 Minuten und wirken nur direkt im Magen. Die basenhaltigen Gele sind meist gut verträglich und können nach Rücksprache mit ihrem Arzt oder Apotheker auch von Schwangeren genommen werden. Auf keinen Fall sollten Sie Antazida mit anderen Medikamenten zeitgleich einnehmen, sondern einen Abstand zwei- bis drei Stunden einhalten. Wer unter chronischen Sodbrennen leidet, muss einen Arzt aufsuchen, da die Einnahme von weiteren Medikamenten sinnvoll sein kann. Um die Ursache des Sodbrennens herauszufinden, kann eine Magenspiegelung erforderlich sein. Bei einer Magenspiegelung wird über den Rachen ein Gastroskops eingeführt, welches Bilder über die Speiseröhre, den Magen sowie den Zwölffingerdarm liefert. Eine Magenspiegelung erfolgt, je nach Wunsch, unter Vollnarkose und gibt Aufschluss über das Sodbrennen, bzw. schließt andere Ursachen aus.

Bei regelmäßigem und schwerem Sodbrennen hilft es, sogenannte Protonenpumpenhemmer einzunehmen. Protonenpumpenhemmer unterdrücken die Bildung von Magensäure, können aber die Ursache nicht bekämpfen. Sie sollten nur mit Absprache des Arztes eingenommen werden, der auch die Dauer der Einnahme des Medikamentes bestimmt. Nebenwirkungen können sein, das die Aufnahme von Vitamin B12 und Calcium gehemmt wird. Daher sollten Menschen, die mit Protonenpumpenhemmer behandelt werden, ebenfalls auf eine ausreichende Dosierung mit Calcium achten und eventuell Vitamin B12 in Tablettenform zusätzlich einnehmen. Um die Therapie zu unterstützen, helfen diese Medikamente, das Sodbrennen schnell und effektiv zu mildern. Protonenpumpenhemmer werden geschluckt und gelangen über den Darm in die Blutbahn. Daher setzt ihre Wirkung nach ca. zwei Stunden ein. Sinnvoll ist es, Protonenpumpenhemmer zwei Stunden vor einem üppigen Essen zu schlucken.

Zusätzlich sollten Erkrankte ihre Ernährung und Lebensweise entsprechend ändern, um das Sodbrennen auch auf Dauer loszuwerden. Sodbrennen kann auch ein Hinweis auf andere versteckte Krankheiten sein, daher ist ein Arztbesuch bei chronischen Beschwerden unerlässlich. Darüber hinaus sollten Erkrankte, die Protonenpumpenhemmer einnehmen, ihren Arzt auf mögliche weitere Medikamente hinweisen, da es zu unerwünschten Wechselwirkungen kommen kann. Für Schwangere sind Protonenpumpenhemmer nicht geeignet, sie müssen versuchen, möglichst mehrere kleine Mahlzeiten zu essen, um den Magen zu entlasten, um so Sodbrennen vorzubeugen.

Wie kann man Sodbrennen vorbeugen?

Sodbrennen kann vorgebeugt werden, indem Nahrungsmittel gegessen werden, bei deren Verdauung der Magen wenig Magensäure produzieren muss. Bei schweren Sodbrennen verzichten Sie am besten auf alle Lebensmittel, bei denen Sie Sodbrennen bekommen. Wer sich über Wochen oder zum Teil über Monate an eine magenfreundliche Diät hält, gibt dem Verdauungsorgan Zeit zur Regeneration. Danach können wieder schrittweise Lebensmittel in den Speiseplan aufgenommen werden, die zuvor Sodbrennen ausgelöst haben.

Verzichten Sie für einen Zeitraum auf sehr fettreiche Wurst- und Fleischsorten, Kuhmilch, Milchspeiseeis, Schokolade, Filterkaffee, Zucker, Alkohol, Zigaretten sowie Sahne und Fertiggerichte. Letztere sind stärker verarbeitet als ursprüngliche Lebensmittel und enthalten in der Regel mehr Fette und Zucker. Säurefördernd sind auch alle fett- und zuckerreichen Gebäcke, Kuchen und Kekse. Im Verdacht, Sodbrennen zu fördern steht auch Knoblauch. Besonders roher Knoblauch ist bei empfindlichen Mägen nicht von Vorteil. Reflux fördernde Getränke sind alle mit einem hohen Säuregehalt, wie Cola und andere Limonaden. Auch Bier, Sekt und Wein zählt zu den säurefördernden Getränken, wobei Wein noch am magenfreundlichsten ist unter den alkoholischen Getränken. Allerdings reagieren Menschen sehr individuell auf Lebensmittel, daher sollten sie genau beobachten, welche Nahrung sie gut vertragen.

Magenfreundliche Lebensmittel

Magenfreundliche Lebensmittel sind alle Gemüsesorten, fettarmer Fisch, alternative Milchsorten (wie zum Beispiel Soja, Reis- oder Mandelmilch), Kartoffel, Reis, Quinoa, Nudeln, Vollkornbrot, Tofu, Nüsse (in Maßen), fettarme Milchprodukte und alle Obstsorten. Jedoch sollten Menschen bei einem empfindlichen Magen nicht den Tag mit einem Obstsalat zum Frühstück beginnen. Obst enthält sehr viele Fruchtsäuren und kann auf nüchternen Magen zu Sodbrennen führen. Wer bereits etwas gegessen hat, muss in der Regel nicht auf Obst verzichten. Essen Sie morgens idealerweiser basisches Lebensmittel, wie Buchweizen, Hafer, Feigen oder Vollkornbrot. Verzichten müssen Sie auch nicht auf fettarme Milchprodukte, wie zum Beispiel Magerquark oder Joghurt.

Generell ist alles gekochte oder gedämpfte Gemüse sehr magenfreundlich und besser verträglich als Rohkost. Ebenfalls zu empfehlen sind Saftschorlen statt reiner Fruchtsaft. Bei schweren Sodbrennen trinken sie lieber Birnensaft als Apfelsaft, da Birnensaft deutlich milder ist und weniger Fruchtsäuren besitzt. Wer auch von Saftschorlen ein Brennen verspürt, sollte zunächst nur Kräutertee trinken. Ein Magen-Darm-Tee aus Fenchel, Kamille oder Anis kann leichtes Sodbrennen mildern, hilft aber bei schweren Schmerzen nicht mehr. Als magenfreundlich gelten auch Nüsse, die trotz ihres hohen Fettgehalts das Sodbrennen abschwächen können. Insbesondere Mandeln gelten als magenfreundliche Nüsse, die am besten nur wenig gesalzen wurden. Zusätzlich sollten Betroffene darauf achten, regelmäßig zu essen. Wer drei bis viermal am Tag isst, beugt Sodbrennen in der Regel vor. Dringend von abzuraten ist es, tagsüber nur wenig zu essen und die Hauptmahlzeit auf den Abend zu verschieben. Dies reizt den Magen zusätzlich, besser ist es, mehrere kleine Gerichte zu essen.

Bei beginnenden Sodbrennen kann eine Haferschleimsuppe Milderung verschaffen, die nur mit Wasser oder mit Milchalternativen gekocht wurde. Verzichten Sie auf die fettreiche Kuhmilch, dann ist der Haferschleim eine Wohltat für den Magen und beruhigt ihn auf sanfte Weise. Als säurebindend gilt auch die Kartoffel, die ein basisches Gemüse ist. Die Stärke der Kartoffel saugt die Magensäure auf, was besonders rasch bei einer rohen, geriebenen Kartoffel funktioniert.

Alle Maßnahmen im Überblick:

  • Essen sie über den Tag verteilt mehrere kleine Mahlzeiten
  • Fettarmer Fisch statt Fleisch
  • Lieber gedünstet / gekocht statt gebratenen oder frittiert
  • Verzichten sie weitgehend auf Zucker
  • Weniger Milchprodukte bzw. fettarme Varianten
  • Verzichten sie auf fettreiche Saucen
  • Essen sie zwei Stunden vor dem Schlafengehen
  • Statt zuckerhaltigen und Getränken mit Kohlensäure lieber Wasser, Tee, Saftschorlen
  • Ein erhöhtes Kissen verhindert nachts den Fluss der Magensäure in den Mund
  • Keine scharfen Speisen
  • Bei akuten Schmerzen: Antazida, Haferschleimsuppe, Kartoffeln, Tee
  • Bei chronischen Schmerzen: Arztbesuch, gegebenenfalls Protonenpumpenhemmer

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